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Schlechte Nachrichten werden weiterhin ignoriert

Schlechte Nachrichten werden weiterhin ignoriert! Der US Markt rappelt sich langsam aber sicher wieder nach oben. Nach wie vor ist dies sicherlich nach den AMD und Alcoa Zahlen ein sehr gutes Zeichen. Trotz des total misslungenen Auftacktes zur US Berichtssaison halten sich die Märkte verhältnismäßig gut. Während ich das hier so schreibe stehen die US Indizes kurz davor ins Plus zu drehen.

Der weitere Kursverlauf heute ist aber eher schwer abzusehen, da seit gestern wieder sehr viel Unruhe im Markt ist. In diese Woche ist wiedermal alles möglich und man tut besser daran immer noch sehr vorsichtig zu agieren.Immer wieder schlechte Nachrichten vom US Häusermarkt mit weiter sinkenden Häuserpreisen beunruhigen ebenso wie die Prognose des IMF von 950 Milliarden Dollar Abschreibungsbedarf insgesamt durch die Subprime Krise. Der IWF verkauf seine Goldreserven, was einen ebenfalls aufhochen lassen sollte. Zwar solle dies marktschonend von statten gehen, aber die Ursache hierfür ist ebenfalls unklar.

Alles in allem war die Nachrichtenlage in den vergangenen zwei Handelstagen wieder mehr als schlecht, und so gesehen kann man wohl noch froh sein wenn man nur unter leichten Abschlägen im Depot leiden musste. Aber wie sagte Andre Kostolani doch so schön. An der Börse verdient man Schmerzensgeld, erst kommt der Schmerz und dann das Geld…

Suntech Power

Wie gestern schon vermutet erleben wir heute bei den Solarwerten einen Rebound trotz eines allgemein schwachen Börsenumfeldes. Dies liegt wohl zum einen an der hervorragenden Nachrichtenlage sowohl bei Suntech als auch bei Trina Solar und LDK Solar, als auch an den guten Nachrichten von politischer Seite. Hier ist ein großangelegtes und langfristiges Förderprogramm in den USA von zwei amerikanischen Senatoren als Entwurf eingereicht wurden, und sollte zumindest in einer abgespeckten Version dann auch zum Tragen kommen, wenn die Demokraten die Wahlen für sich entscheiden können – wovon ich nach wie vor ausgehe.

Der gestrige Abverkauf auf breiter Front ging für meinen Geschmack auch viel zu schnell und passierte ohne große Gegenwehr der Bullen, sodass man davon ausgehen kann das hier die Shorties mal wieder am Werk waren. Dieses mal dürften sich einige Exemplare dieser Spezies aber wieder eingedeckt haben, denn der Boden wird langsam zu heiß für das Nervenkostüm der meisten Bären. Die Nachrichtenlage ist zu bullish und die Charts sprechen auch eher wieder für deutlich steigende Kurse. Zumindest was den Solarsektor anbelangt in anderen Bereichen sieht es da eher nicht so gut aus.

Besonders gut gefällt mir heute Suntech Power Holdings, die ja in der letzten Zeit auch mit diversen Heraufstufungen mehrerer Analysten bedacht wurde. Das Minimalziel sollte hier nun erstmal die 60 Dollar Marke sein. Ebenso stark reboundverdächtig ist Solarfun die im Dezember noch bei 28,50 Euro notierte.

LDK plant Aktienrückkauf für 300 Millionen Dollar

Wie heute bekannt wurde plant die chinesische LDK Solar einen Aktienrückkauf eigener Aktien im Gesamtwert von 300 Millionen US Dollar. Normalerweise ist das ein sehr gutes Zeichen dafür das das Management diese Kurse als hervorragende Kaufgelegenheit sieht und weiterhin steigende Kurse sollten die Folge sein. Für einen Aktienrückkauf sprechen generell folgende Punkte.

Unterbewertung: Mit einem Rückkaufprogramm will das Unternehmen ein Signal setzen. Kauft die AG Aktien zurück, signalisiert sie, dass sich die Gewinnaussichten für das Unternehmen verbessert haben, der gegenwärtige Kurs das aber nicht widerspiegelt. In der Regel steigt der Kurs.

Akquisitionswährung: Plant eine AG den Zukauf eines anderen Unternehmens, können eigene Aktien wie eine Währung eingesetzt werden. Immer öfter wird nämlich ein Neuerwerb nicht bar bezahlt. Stattdessen werden den Aktionären der Gesellschaft, die übernommen werden soll, im Tausch für ihre Papiere Aktien der Übernehmerin angeboten. Diese Art der Finanzierung ist besonders lukrativ, wenn sich das Unternehmen zuvor die Aktien von den Aktionären zu einem günstigen Kurs zurückkaufen konnte.

Schutz vor Übernahme: Durch den Einzug eigener Aktien sinkt automatisch der Anteil am Streubesitz. Die geringere Anzahl dieser frei verfügbaren Aktien macht es für andere fast unmöglich, auf dem Markt genügend Aktien einzusammeln, um entscheidenden Einfluss zu erlangen und die Unternehmenskontrolle an sich zu bringen.

Free-Cash-Flow: Das Unternehmen hat liquide Mittel, die es in die eigenen Aktien investiert. Auch hier wird dem Markt ein Signal übermittelt: Bei uns läuft´s prima. Die Auftragsbücher sind voll, Umsatz- und Gewinnsituation gut, wir sind ausgelastet. Es gibt keine Möglichkeit, die freien Gelder (Cash Flow) noch vorteilhafter zu investieren, als in den Kauf der eigenen Anteilsscheine. Die Aktie wird interessanter und die steigende Nachfrage zieht den Kurs nach oben.

Sell Off bei Arques Industries

Die letzten Zahlen kamen im Markt überhaupt nicht gut an. Seit Tagen befindet sich die Arques Aktie im Abwärtsstrudel. Es hagelte reihenweise Herabstufungen und immer mehr Investoren kehren der Aktie nun den Rücken. Zuletzt konnte man hören das sämtliche britischen Investoren ausgestiegen sind, und das anscheinend zu jedem Preis.

Wie Arques bekannt gab, hat JP Morgan seine Anteile an der Beteiligungsgesellschaft aus Starnberg auf unter drei Prozent gesenkt. „Im Moment will die Aktie niemand haben“, erklärte am Dienstag ein Händler. „Einige Investoren sind über das Geschäftsmodell enttäuscht und hauen das Zeug jetzt raus“, meinte ein anderer Marktteilnehmer.

Für Unruhe sorgt immer noch ein Pressebericht der „Börsen-Zeitung“ vom Wochenende. Arques befinde sich in schwierigem Fahrwasser, heißt es darin. Der Exit-Kanal Börse sei wegen des derzeitigen Kapitalmarktumfelds verstopft. Gleichzeitig sei die Nettoverschuldung auf mehr als 250 Millionen Euro angestiegen.

Charttechnisch ist immer noch Luft nach unten, sofern man bei dem Kursverlauf überhaupt Charttechnik anwenden kann. Aber die nächste Unetrstützung verläuft bei der Arques Aktie erst bei ca. 5,50 Euro. Es ist also durchaus Vorsicht in den nächsten Tagen angebracht, auch wenn der Kurs der Aktie schon vermeindlich sehr billig erscheint.

LDK hebt Prognose für das erste Quartal an

LDK Solar Ltd., the Xinyu City, China, producer of solar wafers, the raw material used to make solar cells, estimates that for the first quarter it earned 40 cents to 44 cents a share on revenue of $225 million to $235 million (before 190 million to 220 million). That earnings estimate trims a penny from the top and bottom of the range the company estimated in February, when it reported fourth-quarter 2007 earnings. And the new revenue estimate is up $15 million on the top and bottom of the range LDK estimated in February. Three analysts surveyed by FactSet Research are looking for 41 cents a share for the quarter.

Ganz nebenbei noch die neueste Analystenmeinung zu Suntech: Die Analysten von Raymond James stufen die Aktie von Suntech Power Holdings unverändert mit „outperform“ ein. Das Kursziel werde bei 60 USD gesehen.

LDK Solar News

Gestern war ein wirklich sehr schwacher Tag für amerikanische Solarwerte. Der gesamte Sektor wurde gestern verkauft und man muß heute wohl sehe genau beobachten wie es weiter geht. nach wie vor sind sehr viele Aktien bei diversen Werten Short. Nach der starken Performance der letzten Woche ist ein Konsolidierung durchaus eine gesunde Sache. Die Frage ist nun wie sich die Werte in den Wochen der US Berichssaison schlagen werden.

Sehr gute Nachrichten gab es gestern abend noch bei LDK Solar. Die Ermittlungen wegen der angeblich falsch ausgewiesenen Lagerbestände, die die Aktie im vergangenen Jahr auf Grund von Gerüchten unter Druck gebracht hatten, haben sich als haltlos erwiesen. Die Untersuchungskommission hat gestern ihre Untersuchungen ergebnislos eingestellt- Diese Unsicherheiten sollten nun somit ein für alle Mal beseitigt sein. Hier nun der Originaltext:

An independent audit in December found „no material errors“ in the company’s accounting, but some analysts remained skeptical (see Independent LDK Audit Finds ’No Material Errors’ and Inventory Concerns Keep Haunting LDK). According to the annual report, the company found out about the commission’s staff decision on March 24.

LDK, along with several of its officers and directors, still faces a federal class-action lawsuit in the Northern District of California, as well as a lawsuit alleging „breach of fiduciary duty and unjust enrichment,“ to be heard in California’s Santa Clara County Superior Court, based on the same allegations. The company said it plans to file motions to dismiss the complaints this month and anticipates judgments on the motions by June.

„Based on the results of this independent investigation,“ the annual report stated, „the decision by the SEC staff not to recommend any enforcement action against us and consultation with our legal counsel, we believe it is not probable that an unfavorable outcome will occur upon the ultimate resolution of the pending litigation for this matter.“
„It is not possible, however, for us to reasonably estimate the amount of loss, if any, we would incur in the event of an unfavorable outcome from the resolution of this uncertainty.“ LDK added the lawsuits to its list of risks, along with new risks pertaining to its silicon plants and its debt.

According to the company, risks related to the 1,000-ton and 15,000-ton silicon plants being built by LDK include: Failure to complete its polysilicon production plant and bring it up to full operation within budget and on schedule could „adversely affect“ its operating results and business expansion strategies. LDK „may not be successful in producing polysilicon cost-effectively.“

The manufacture of polysilicon „presents operational difficulties and dangers“ that could „materially adversely affect its business, operating results and financial condition.“ The company also said it has „substantial existing indebtedness“ and may incur more debt in the future, which could „adversely affect“ its financial condition and its ability to generate the cash it needs to satisfy its debt obligations.

LDK Seeks Big Time Capital..

Unruhige Woche voraus. Alcoa kann nicht beruhigen.

Alcoa eröffnet mit seiner Zahlenvorlage traditionell die Berichtssaison der großen US-Konzerne. Die Zahlen gelten daher als eine Art Marktbarometer und wurden mit besonderer Spannung erwartet. Gestern nachbörslich war es dann soweit der US-Aluminiumhersteller Alcoa hat im ersten Quartal einen Gewinneinbruch um mehr als die Hälfte erlitten. Die Gründe seien vor allem stark gestiegene Energiekosten sowie der schwache Dollar, teilte Alcoa am Montagabend nach Börsenschluss in New York mit. Dies machte die Mehreinnahmen durch Aluminiumpreise in Rekordnähe mehr als zunichte.

Unter dem Strich verdiente Alcoa im ersten Quartal 303 Millionen Dollar und damit fast 55 Prozent weniger als vor einem Jahr. Je Aktie fiel der Gewinn von 0,75 auf 0,37 Dollar. Bereinigt um Sondereffekte lag der Gewinn je Aktie bei 0,44 Dollar. Der Umsatz sank um knapp 7 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar (4,7 Mrd Euro). Analysten hatten einen weniger starken Gewinneinbruch erwartet. Der Umsatz fiel dagegen etwas besser aus. Die Aktie gewann im nachbörslichen Handel zunächst, pendelte dann aber zwischen Gewinnen und Verlusten. Im Tagesverlauf hatte das Papier vier Prozent nachgegeben.

Kein besonders guter Auftackt für die Berichtssaison, aber auch nicht katastrophal. Mal sehen was der Markt heute daraus macht. Gestern mussten die Tagesgewinne ja leider schon wieder abgegeben werden, und auch die asiatischen Märkte schliessen heute mit 0,5 bis 1,5 Prozent im Minus. Die Futures in Deutschland werden wohl auch eher negativ starten. Heute wird das FED Sizungsprotokoll veröffentlicht, und das könnte zusätzlich wiedermal für etwas Unruhe sorgen, da hieraus meistens die Perspektive für weitere Zinssenkungspläne der FED hervor gehen.

US Solartitel unter Druck, Nachkaufgelegenheit?

Heute ist mal wieder mächtig Druck auf dem amerikanischen Solarsektor. Alle Aktien aus dem Sektor sind sehr stark gestartet und haben ein kleines Gap hinterlassen. Nun ist die Frage ob diese Gaps lediglich geschlossen werden wollen, oder ob es nun wieder nach unten geht. Ich bin noch entspannt und sehe mir das Schauspiel an, vielleicht werde ich sogar bei dem ein oder anderem Wert nun nochmal nachlegen. Dafür fehlt mir allerdingst bis jetzt ein klares Signal.

Die Angst vor einer schlechten Berichtssaison scheint groß zu sein und wiedermal belasten heute diverse schlechte Nachrichten aus dem Finanzsektor die Börsen. Allerdingst sind die Erwartungen mittlerweile so weit nach unten geschraubt das die Möglichkeit für positive Überraschungen deutlich gegeben ist. Alcoa wird heute den Anfang machen und in den kommenden Tagen noch einige Unternehmen wie Bed, Bath & Beyond, Cirquit City Sores und Genentech..die ich allerdingst nicht unbedingt als marktbewegend erachten würde.

Anders könnte dies am Freitag werden, denn da stehen die Zahlen von General Electric an. Ausserdem die Import- und Exportpreise im März sowie der Index für die Verbraucherstimmung der Uni Michigan. In Deutschland sind diese Woche Daimler, Maxdata, Böwe Systec, Curanum und D.Logistic mit Zahlen an der Reihe.

Wie auch immer ich setze nach wie vor im Tradingdepot aus chinesische Solartitel und ausgesuchte deutsche Nebenwerte. Alle mit engen Stopps abgesichert und im Falle einer deutlichen Marktdrehung nach Verkauf alle deutlich im Plus. Die Shortrate ist sowohl bei Trina Solar, LDK Solar oder Suntech Energie immer noch sehr hoch und hier wird sicherlich nochmal versucht werden das Ruder zu Gunsten der Shorties rumzureißen. Dennoch glaube ich eher das jetzt wieder die Zeit für steigende Notierungen in dem Sektor gekommen ist. Die Umsätze sind verhältnismäßig hoch!

Solon und Comdirect mit guten Zahlen

Der heutige Handelstag dürfte wohl allgemein recht positiv verlaufen. Die asiatischen Märkte sind durch die Bank im Plus, und die europäischen Indizes sehen heute ebenfalls sehr gut aus. Alle Futures deuten auf weiter steigende Kurse hin. Einzelne Unternehmensdaten könne auch überzeugen. So hat unter anderem der Solarzellenhersteller Solon mal wieder hervorragende zahlen geliefert. Ebenso erfreulich waren die Zahlen der Comdirect Bank. Online Banker scheinen also nicht, oder noch nicht von der aktuellen Kreditklemme betroffen zu sein.

Alles in allem bin ich für den heutigen sehr positiv gestimmt. Besonderen Focus muß man heute auf die Quartalszahlen von Alcoa richten die die US Berichtssaison eröffnen. Die chinesischen Solarwerte sollten heute weiter steigen können. Ich bin ganz zuversichtlich das auch diese Woche für alternative Energien sehr positiv laufen sollte nach den Plänen zweier US Senatoren diese Energieformen in Zukunft deutlich stärker fördern zu wollen. Auf einen positiven Handelsstart!

Wieder Unruhe in Clintons Wahkampfbüro

Bereits im Februar hatten die Wahlkampfchefin Clintons, Patti Solis Doyle, sowie ihr Stellvertreter Mike Henry das Handtuch geworfen. Dies hing mit dem unerwartet schwachen Abschneiden bei den Vorwahlen am Super-Dienstag am 5. Februar zusammen. Clinton und ihr Team waren zum Jahresbeginn davon ausgegangen, den schwarzen Konkurrenten Barack Obama rasch schlagen zu können.

Nun wirft Hillary Clintons Wahlkampfstratege Mark Penn das Handtuch! Die Senatorin liegt laut einer Umfrage von vergangener Woche in der Wählergunst hinter ihrem innerparteilichen Rivalen Barack Obama zurück. In der Erhebung kommt Obama auf 46 Prozent vor Clinton mit 43 Prozent. In zwei Wochen finden wichtige Vorwahlen in Pennsylvania statt. Die Abstimmung wird als die wahrscheinlich letzte Chance von Clinton gesehen, zu ihrem parteiinternen Rivalen Barack Obama Boden gut zu machen.

Hintergrund des Rücktritts ist ein Treffen von Penn mit der kolumbianische Botschafterin, bei dem es um die Chancen eines Freihandelsabkommens ging. Clinton hat sich im Wahlkampf wiederholt gegen ein solches Abkommen ausgesprochen. Penn leitet dagegen eine private Lobbyfirma, die im Auftrag der kolumbianischen Regierung für Unterstützung eines Abkommens in Washington werben soll. Also man kann davon ausgehen das es hier bei Mark Penn alleine um wirtschaftliche Interessen geht. Er mußte sich wohl für eine Seite entscheiden, und das dürfte die für ihn weitaus lukrativere gewesen sein. Mark Penn wolle aber weiterhin beratend für die Präsidentschaftskandidatin tätig sein..

Spanien schliddert in die Rezession

Die spanischen Einkaufsmanager aus den Dienstleistungsfirmen senden derzeit in Umfragen die deutlichsten Krisensignale. Der entsprechende Index fiel im März von 46,1 auf 40,9 Zähler – das niedrigste Ergebnis seit neun Jahren. Erst ein Wert über 50 Punkten zeigt an, dass die Manager in der Mehrheit sind, die von einer Expansion berichten. Bereits seit Januar liegt der Einkaufsmanagerindex unterhalb der 50-Punkte-Marke.

„Die Geschäftstätigkeit fällt derzeit mit einem Rekordtempo“, hieß es beim Forschungsinstitut NTC Research, das die Umfragen durchführt. Solch ein Rückgang deute darauf hin, dass das normale Funktionieren der Wirtschaft zeitweise zum Stillstand komme, schrieb Javier Pérez de Azpilaga, Volkswirt bei Goldman Sachs. Auch die Befragungen in Industriefirmen hatten eine anhaltende Schwäche signalisiert: Hier sank der Index leicht von 46,7 auf 46,4 Punkte.

Als Auslöser für den Abschwung der spanischen Volkswirtschaft gelten die Immobilienkrise sowie straffere Kreditbedingungen für Unternehmen und Verbraucher. „Wenn man sich anschaut, wie sehr die Bilanzen einiger Geldinstitute vom Bau- und Immobiliengeschäft abhängen, macht das Angst“, sagte Miguel Blesa, Chef der Sparkasse Caja Madrid. Das Land erlebt derzeit eine heftigen Einbruch der Immobilienverkäufe – von um die 30 Prozent zum Vorjahr. Die Hauspreise verfallen ebenfalls kräftig. Zudem mehren sich derzeit Berichte, wonach die Ausgabe neuer Kredite scharf gesunken ist. Hinzu kommt, dass die Exportwirtschaft im europäischen Vergleich mit vergleichsweise stark steigenden Lohnstückkosten zu kämpfen hat.

Keine guten Nachrichten aus dem „alten“ Europa. Es dürfte wohl spannend werden wie die Märkte diese Nachrichten morgen aufnehmen und verdauen werden. Nach wie vor gilt aber wohl das die US Berichtssaison den Ton in der kommenden Woche angeben wird. Alles andere dürfte zwar erst einmal für leichtes Grummeln an den Börsen sorgen, aber die Meinungen über die künftige Entwicklung an den Aktienmärkten geht nach wie vor weit auseinander. Die Stimmen für eine weiterhin positive Entwicklung mehren sich.

Die US Berichtssaison wird eröffnet

Auch wenn der Aktienindex DAX zuletzt den jüngsten Milliardenabschreibungen der Banken und den Rezessionswarnungen der US-Notenbank trotzte – von ‚freier Fahrt‘ am Aktienmarkt kann in der kommenden Woche noch keine Rede sein. Das sagen zumindest die Marktstrategen der DZ-Bank. Ob es an den Börsen weiter rauf oder wieder runter geht, hängt nach Ansicht der Experten vor allem von der US-Berichtssaison für das erste Quartal ab, die ab Montag wieder langsam anläuft.‘

Noch sind sich die Marktteilnehmer nicht sicher, ob das Glas halbleer oder halbvoll ist‘, sagt Marktstratege Hans-Jürgen Delp von der Commerzbank. Die jüngsten Milliardenabschreibungen der Banken interpretierten einige als Hiobsbotschaften. Andere betrachteten sie als gründliches Aufräumen, bei dem notwendige Maßnahmen für die Zukunft getroffen wurden. ‚In der vergangenen Woche hatte letztere Interpretationen Oberwasser‘, sagte Delp.Die Erwartungen an die US-Unternehmenszahlen für das erste Quartal sind unterschiedlich. Wegen der schlechten Lage der Finanzindustrie werde ein Gewinnrückgang von gut neun Prozent erwartet, schreibt die DZ-Bank.

Ohne Finanzwerte werde aber ein Plus von sieben Prozent erwartet. ‚Die massiven Gewinnrevisionen könnten dazu beitragen, dass sich Enttäuschungen in Grenzen halten‘, meinen die Experten der Helaba. Die DZ-Bank ist für den deutschen Aktienmarkt vorsichtig optimistisch: ‚Wir sehen die Wahrscheinlichkeit eines nachhaltigen Aufschwungs über die kommenden sechs bis acht Wochen bei rund 70 Prozent‘, schreiben die Marktstrategen.

Den Auftakt in die US-Berichtssaison startet am Montag traditionell der Rohstoffkonzern Alcoa . In Deutschland wird ein Gerichtssaal Schauplatz des Anlegerinteresses sein: Der millionenschwere Prozess enttäuschter Kleinaktionäre gegen die Deutsche Telekom beginnt vor dem Oberlandesgericht Frankfurt. Mit harten Bandagen wird darum gestritten werden, ob der Verkaufsprospekt zum dritten Börsengang im Jahr 2000 alle relevanten Fakten enthielt oder nicht. Am Mittwoch lädt Daimler zur Hauptversammlung ein. Konzernchef Dieter Zetsche wird nach den erfreulichen Zahlen im Geschäftjahr 2007 eine Dividendenerhöhung von 1,50 auf 2,00 Euro vorschlagen.

Bei den zu erwartenden Konjunkturnachrichten aus der Eurozone ragt am Donnerstag die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) heraus. Der EZB-Rat dürfte den Leitzins nach Einschätzung der meisten Volkswirte trotz der anhaltenden Finanzkrise erneut unverändert bei vier Prozent belassen. Der Zwiespalt zwischen Inflations- und Konjunkturrisiken wird jedoch zunehmend größer.

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