Spanien schliddert in die Rezession

Die spanischen Einkaufsmanager aus den Dienstleistungsfirmen senden derzeit in Umfragen die deutlichsten Krisensignale. Der entsprechende Index fiel im März von 46,1 auf 40,9 Zähler – das niedrigste Ergebnis seit neun Jahren. Erst ein Wert über 50 Punkten zeigt an, dass die Manager in der Mehrheit sind, die von einer Expansion berichten. Bereits seit Januar liegt der Einkaufsmanagerindex unterhalb der 50-Punkte-Marke.

„Die Geschäftstätigkeit fällt derzeit mit einem Rekordtempo“, hieß es beim Forschungsinstitut NTC Research, das die Umfragen durchführt. Solch ein Rückgang deute darauf hin, dass das normale Funktionieren der Wirtschaft zeitweise zum Stillstand komme, schrieb Javier Pérez de Azpilaga, Volkswirt bei Goldman Sachs. Auch die Befragungen in Industriefirmen hatten eine anhaltende Schwäche signalisiert: Hier sank der Index leicht von 46,7 auf 46,4 Punkte.

Als Auslöser für den Abschwung der spanischen Volkswirtschaft gelten die Immobilienkrise sowie straffere Kreditbedingungen für Unternehmen und Verbraucher. „Wenn man sich anschaut, wie sehr die Bilanzen einiger Geldinstitute vom Bau- und Immobiliengeschäft abhängen, macht das Angst“, sagte Miguel Blesa, Chef der Sparkasse Caja Madrid. Das Land erlebt derzeit eine heftigen Einbruch der Immobilienverkäufe – von um die 30 Prozent zum Vorjahr. Die Hauspreise verfallen ebenfalls kräftig. Zudem mehren sich derzeit Berichte, wonach die Ausgabe neuer Kredite scharf gesunken ist. Hinzu kommt, dass die Exportwirtschaft im europäischen Vergleich mit vergleichsweise stark steigenden Lohnstückkosten zu kämpfen hat.

Keine guten Nachrichten aus dem „alten“ Europa. Es dürfte wohl spannend werden wie die Märkte diese Nachrichten morgen aufnehmen und verdauen werden. Nach wie vor gilt aber wohl das die US Berichtssaison den Ton in der kommenden Woche angeben wird. Alles andere dürfte zwar erst einmal für leichtes Grummeln an den Börsen sorgen, aber die Meinungen über die künftige Entwicklung an den Aktienmärkten geht nach wie vor weit auseinander. Die Stimmen für eine weiterhin positive Entwicklung mehren sich.

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