Die US Berichtssaison wird eröffnet

Auch wenn der Aktienindex DAX zuletzt den jüngsten Milliardenabschreibungen der Banken und den Rezessionswarnungen der US-Notenbank trotzte – von ‚freier Fahrt‘ am Aktienmarkt kann in der kommenden Woche noch keine Rede sein. Das sagen zumindest die Marktstrategen der DZ-Bank. Ob es an den Börsen weiter rauf oder wieder runter geht, hängt nach Ansicht der Experten vor allem von der US-Berichtssaison für das erste Quartal ab, die ab Montag wieder langsam anläuft.‘

Noch sind sich die Marktteilnehmer nicht sicher, ob das Glas halbleer oder halbvoll ist‘, sagt Marktstratege Hans-Jürgen Delp von der Commerzbank. Die jüngsten Milliardenabschreibungen der Banken interpretierten einige als Hiobsbotschaften. Andere betrachteten sie als gründliches Aufräumen, bei dem notwendige Maßnahmen für die Zukunft getroffen wurden. ‚In der vergangenen Woche hatte letztere Interpretationen Oberwasser‘, sagte Delp.Die Erwartungen an die US-Unternehmenszahlen für das erste Quartal sind unterschiedlich. Wegen der schlechten Lage der Finanzindustrie werde ein Gewinnrückgang von gut neun Prozent erwartet, schreibt die DZ-Bank.

Ohne Finanzwerte werde aber ein Plus von sieben Prozent erwartet. ‚Die massiven Gewinnrevisionen könnten dazu beitragen, dass sich Enttäuschungen in Grenzen halten‘, meinen die Experten der Helaba. Die DZ-Bank ist für den deutschen Aktienmarkt vorsichtig optimistisch: ‚Wir sehen die Wahrscheinlichkeit eines nachhaltigen Aufschwungs über die kommenden sechs bis acht Wochen bei rund 70 Prozent‘, schreiben die Marktstrategen.

Den Auftakt in die US-Berichtssaison startet am Montag traditionell der Rohstoffkonzern Alcoa . In Deutschland wird ein Gerichtssaal Schauplatz des Anlegerinteresses sein: Der millionenschwere Prozess enttäuschter Kleinaktionäre gegen die Deutsche Telekom beginnt vor dem Oberlandesgericht Frankfurt. Mit harten Bandagen wird darum gestritten werden, ob der Verkaufsprospekt zum dritten Börsengang im Jahr 2000 alle relevanten Fakten enthielt oder nicht. Am Mittwoch lädt Daimler zur Hauptversammlung ein. Konzernchef Dieter Zetsche wird nach den erfreulichen Zahlen im Geschäftjahr 2007 eine Dividendenerhöhung von 1,50 auf 2,00 Euro vorschlagen.

Bei den zu erwartenden Konjunkturnachrichten aus der Eurozone ragt am Donnerstag die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) heraus. Der EZB-Rat dürfte den Leitzins nach Einschätzung der meisten Volkswirte trotz der anhaltenden Finanzkrise erneut unverändert bei vier Prozent belassen. Der Zwiespalt zwischen Inflations- und Konjunkturrisiken wird jedoch zunehmend größer.

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