Author Archives: Lars

Initialzündung?

Trotz der großen Verunsicherung der Märkte gestern durch die Aussagen von George Sorros, der Enttäuschung über die mal wieder ausgefallenen Zinssenkung der EZB und den weiteren Unsicherheiten bei Lehman Brothers, konnten die asiatischen Märkte heute Nacht kräftig zulegen. Der Nikkei liegt aktuell mit satten 2,5 Prozent im Plus. Besonders Technologiertitel und Einzelhandelswerte waren heute an der japanischen Börse gefragt. Bankentitel und Versicherer wurden dagegen gestern in den USA wiedermal massiv verkauft, was den Löwenanteil der mittemäßigen Performance dort ausmachte.

Wie wird es heute weiter gehen. Nach vier Tagen mit leicht fallenden Kursen in Europa und den USA sollte es bald wieder zu einer Bewegung nach oben kommen, dann wäre auch die schwäche der letzten Tage als durchaus gesunde Konsolidierung zu sehen und die Weltmärkte hätten eine gute Chance weiter zu steigen. Charttechnisch sollte diese Bewegung auch heute oder spätestens Anfang der nächsten Woche einsetzen.

Besonders erfreut nahmen die Marktteilnehmer gestern die überraschend erhöhten Gewinnprognosen des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart und des Chemieriesen DuPont auf. Auch die Wendung im Milliarden-Monopoly um Yahoo stützte den Markt. Laut US-Medien verhandelt der Internet-Konzern mit dem Konkurrenten AOL über einen Pakt zur Abwehr einer drohenden Übernahme durch Microsoft

Was uns natürlich nach den guten Vorgaben aus Asien wiedermal die Stimmung verhageln könnte sind die Konjunkturnachrichten die heute in den USA anstehen, sowie die Veröffentlichung der Zahlen bei General Electric. Nach dem schwachen Alcoa-AMD-Auftackt bin ich persönlich sehr gespannt wie das Schwergewicht heute abschneiden wird. Der heutige Tag hat auf jeden Fall das Potenzial für eine Initialzündung in die ein oder andere Richtung zu sorgen.

US Arbeitslosenanträge deutlich gesunken

Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen der US-Arbeitslosenversicherung ist in der Woche zum 5. April saisonbereinigt um 53.000 auf 357.000 gefallen. Volkswirte hatten einen Rückgang um 17.000 erwartet. Für die Vorwoche revidierte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag die Daten auf plus 39.000 auf 410.000 (vorläufig: plus 38.000 auf 407.000). Die Angaben der Woche zum 22. März wurden zudem auf minus 4.000 auf 371.000 (zuvor: minus 6.000 auf 369.000) korrigiert.

Die Thielert Aktie taucht ab.

Die Aktie des Flugzeugmotoren-Herstellers Thielert geht heute auf Tauchstation. Fast 43 Prozent vreliert der Wert heute nochmal nachdem sich der Kurs in den letzten Wochen sowieso schon deutlich nach unten bewegt hatte. Mehrere Großaktionäre stellen der Thielert AG Finanzmittel zur Verfügung, da das Unternehmen seit Anfang März 2008 von einer akuten Liquiditätskrise bedroht ist, welche sich aufgrund bereits getätigter Investitionen und verzögert beginnender Serienlieferung von Flugmotoren an Flugzeughersteller entwickelt hat. Der Vorstand beziffert den Liquiditätsbedarf bis zum 30. Juni 2008 auf rund 13,6 Mio. Euro.

Nach den eh schon sehr schlechten Nachrichten über die falsche Bilanzierung bei Thielert ist das wohl ein erneuter harte Schlag für die Aktionäre. Das Problem soll zusaätzlich jetzt duch einen Barkapitalerhöhung und dem Bereitstellen neuer Kreditlinien durch die Hausbank vorübergehend behoben werden. Unklar ist jedoch wie es bei Thielert dann operativ weiter gehen soll. Es dürfte sinnvoller sein bis zur weiteren Klärung die Finger von der Aktie zu lassen.

Warren Buffet steigt bei der Münchener Rück ein

Der weltbekannte US Investmentguru Warren Buffet ist bei der Münchener Rückversicherung eingestiegen. Einem Zeitungsbericht zufolge hat der US-Investor Warren Buffett in den vergangenen Monaten eine Beteiligung an der Münchener Rück aufgebaut. Buffett habe mit seiner Holding-Gesellschaft Berkshire Hathaway innerhalb der vergangenen sechs Monate mehr als eine Million Aktien des Rückversicherers erworben, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das ist wie immer wenn der US Milliardär irgendwo einsteigt sicherlich ein Gütesiegel für die Aktie und dürfte dieser in den kommenden Wochen und Monaten auch weiterhin Auftrieb verleihen. Ob Warren Buffett seinen Anteil an der Münchener Rück in nächster Zeit weiter aufstocken werde oder ob er seinen 0,5-Prozent-Anteil bereits wieder verkauft hat, sei derzeit nicht klar. Eine Sprecherin von Berkshire war laut „FAZ“ für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Berkshire Hathaway, zu der der große US-Rückversicherer General Re gehört, hatte jüngst auch eine Beteiligung von drei Prozent am Weltmarktführer Swiss Re erworben

Ein ruhiger Tag?

Gemischtes Bild in Asien. Der Nikkei ist im Minus, alle anderen asiatischen Indizes sind im Plus. Besonders gut entwickeln konnten sich in Asien die Technologie- und Energiewerte.

Heute ist der Tag der Zinsentscheidungen. Die EZB wird den Leitzins wohl wie gewohnt unverändert lassen, wohingegen die Bank of England einen kleinen Zinsschritt nach unten bekannt geben dürfte. Alles in allem dürften heute keine großartig überraschenden Nachrichten aufs Parkett kommen.

Der Ölpreis machte gestern wieder einen Satz nach oben da die US Rohöl Lagerbestände überraschend stark gesunken waren und notierte teilweise bei 111 USD je Barrel. Das wiederum, und die Pläne der beiden US Senatoren alternative Energien stark zu fördern, sowie die allgemein gute Nachrichtenlage in diesem Sektor, sollte kurzfristig zu weiter steigenden Notierungen bei Solartitel führen. Generell ist dieser Ölpreisanstieg aber wiedermal Gift für die Börse und hoffentlich nur von kurzer Dauer.

Suntech hat sich gestern in einem eher schwachen Marktumfeld sehr gut entwickelt, Trina Solar und Solarfun seitwärts. Nur das Sorgenkind LDK Solar, nebenbei der Wert mit der günstigsten Bewertung, aber auch der höchsten Shortquote, war mal wieder schwächer als der Markt. Anscheinend soll hier unbedingt das Gap bei ca 30 Dollar nochmal geschlossen werden. Danach sollte es allerdings wieder zügig in Richtung 40 Dollar gehen.

Droht Island die Pleite?

Ja, nicht nur kleine und große Banken, sondern ganze Länder sind bedroht von der Kreditkrise. Mit Island hat die weltweite Finanzkrise erstmals ein ganzes Land in Gefahr gebracht. Spekulanten und Hedge-Fonds könnten es nun ganz niederreißen. Die isländische Finanzaufsicht FSA hat den Verdacht, Fondsmanager hätten mit Spekulationen Islands Währung, Bankensystem und Börse angegriffen. David Oddsson, Chef der isländischen Zentralbank und ehemaliger Ministerpräsident, wettert: „Es riecht unangenehm nach skrupellosen Händlern, die einen letzten Versuch unternehmen, das isländische Finanzsystem zu Fall zu bringen.“

Dass Island in Turbulenzen geraten ist, ist die Folge seiner Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren. Einst ein unbedeutendes Eiland mit 313.000 Einwohnern, die ihr Leben mit Fischfang bestritten, hat sich die Polarinsel rasant entwickelt und mit Dienstleistungen und Finanzgeschäften Geld verdient. Die Banken sind zu großen Spielern aufgestiegen. Vor zehn Jahren noch waren die Vermögenswerte der drei größten Institute – Glitnir, Landsbanki und Kaupthing – 96 Prozent des Bruttosozialprodukts wert. Heute zehnmal so viel.

Gewachsen sind die Banken vor allem im Ausland; sie haben dafür den Kapitalmarkt angezapft und nicht auf Einlagen zurückgegriffen. Gleichzeitig haben die Unternehmen in Nachbarländern investiert – mithilfe von hohen Krediten in Fremdwährung. Deshalb sind nun Zweifel an der Stabilität des Wirtschaftssystems aufgekommen. Ein wunderbarer Nährboden für die Hedge-Fonds, fürchten die Inselbewohner.

Isländische Banker werfen den Fondsmanagern vor, Gerüchte zu streuen, die ihre Kunden verunsicherten. Etwa, dass sich die Banken auf Interneteinlagen verlassen, die allzu schnell wieder abgezogen werden können. Auch hätten die Spekulanten den Handel von Finanzinstrumenten beeinflusst, mit denen Ausfallrisiken abgesichert werden – den Credit Default Swaps (CDS). Für diese müssen nun abenteuerliche Risikozuschläge gezahlt werden, sogenannte Spreads. Sie sind von 50 vergangenen August auf über 1000 Basispunkte angeschwollen.

Bemerkenswert an dem Krieg ist, dass zwei Gegner aufeinanderprallen, die mehr gemeinsam haben, als viele Beobachter ahnen. Der Island-Experte der Ratingagentur Fitch, Paul Rawkins, bezeichnet die Inselrepublik nämlich selbst als Hedge-Fonds im Gewand eines Staates. Der Grund: die enorme Auslandsverschuldung, vor allem der Banken.

Was ist wenn meine Bank Pleite geht?

Als die britische Hypothekenbank Northern Rock im vergangenen Jahr kriselte, bildeten sich lange Schlangen von Kunden vor den Filialen, die ihr Geld zurückhaben wollen. Das ist bei der nun von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht geschlossenen Bremerhavener Weserbank indes nicht zu befürchten – allein deshalb, weil das Institut mit einer Bilanzsumme von 120,4 Mio. Euro vergleichsweise klein ist. FTD-Online hat zusammengestellt, was Kunden wissen müssen, deren Bank in Zahlungsschwierigkeiten ist.

Komme ich sofort an mein Geld? Nein. Hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ein Institut geschlossen, ist ihm der Verkehr mit den Kunden grundsätzlich untersagt. Wer an sein Geld will, muss sich gedulden: Zunächst muss ein Insolvenzverfahren eingeleitet und ein Insolvenzverwalter eingesetzt werden. Erst der entscheidet, wann die Kunden ihr Geld ausgezahlt bekommen.

Sind meine Einlagen geschützt? Zum Großteil: ja. Gesetzlich abgesichert sind 90 Prozent der Einlagen, maximal jedoch 20.000 Euro. Dazu muss die BaFin aber zunächst offiziell den Entschädigungsfall feststellen. Die restlichen zehn Prozent muss der Kunde selbst tragen. Bei darüberhinaus gehenden Summen greift bei Privatbanken der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken (BDB). Er sichert Einlagen von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals des betroffenen Geldhauses ab. Im aktuellen Fall Weserbank ergäbe sich daraus laut BDB eine Summe von bis zu 1,832 Mio. Euro je Einleger. Noch besser ist der Schutz der Sparer bei genossenschaftlichen Banken, die gemeinsam für die komplette Einlagesumme haften. Bei den öffentlich-rechtlichen Sparkassen werden Pleiten grundsätzlich dadurch verhindert, dass Schwesterinstitute mit Zuschüssen und Darlehen zur Hilfe kommen. Reichen sie nicht aus, greift ein Sicherungsfonds der Landesbanken und Girozentralen, um die Pleite abzuwenden.

Was passiert dann mit meinem Wertpapierdepot? Ein Wertpapierdepot ist keine Einlage des Kunden, sondern wird von Bank nur für ihn verwahrt. Eine Übertragung des Depots auf ein anderes Institut ist daher kein Problem – zumindest theoretisch. In der Praxis haben sich solche Bankwechseln nach einer Pleite jedoch häufig als problematisch herausgestellt. Zudem ist die Übertragung nach dem Einschreiten der BaFin nur möglich, solange sie nicht als Sicherheit für Forderungen der Bank gegenüber dem Kunden hinterlegt worden sind, also etwa als Sicherheit für einen Kredit.

Wie werden die Kredite die ich aufgenommen haben behandelt? Wenn ein Darlehen bei einer Bank aufgenommen wurde, hat das Institut dem Kunden gegenüber Ansprüche. Sie bleiben auch bei einer drohenden Pleite und einer Schließung durch die BaFin erhalten. Die Weserbank etwa darf nach Anweisung der Behörde zwar nichts mehr auszahlen, aber noch immer Zahlungen entgegennehmen, die der Tilgung eigener Verbindlichkeiten dienen. Zins und Tilgung müssen die Kunden also weiterhin überweisen. Sie fließen den Gläubigern der betroffenen Bank zu. Die Kreditverträge können vom insolventen Institut möglicherweise auch zur Begleichung eigener Schulden an Dritte weiterveräußert werden – auch dann ändert sich für den Kunden erst einmal nichts.

Citigroup verkauft Kredite an Apollo, Blackstone und TPG

Apollo, Blackstone und TPG kaufen nach Informationen der Financial Times der angeschlagenen US-Bank Citigroup ein 12 Mrd. $ schweres Kreditportfolio ab. Der Preis für das Paket wurde nicht genannt, man geht aber von einem Abschlag von minimum 10% aus. Es werden also weiterhin Krdeite im großen Stil an Finanzivestoren verkauft, was zwar für die angeschlagene Citigroup zunächst mal Entlastung bringt, den Endverbrauchern und Schuldnern aber eventuell den Rest gibt.

Wie wir ja wissen haben Hedge Fonds die unangenehme Eigenschaft diese Kredite bei Wackelkandidaten sofort fällig zu stellen, und lösen damit nicht selten die Privatinsolvenz oder zumindest Zwangsversteigerung bei einem Schuldner aus. Letztendlich hat die Citigroup damit Ihr Problem auf den kleinen Mann abgewälzt, denn für die Bank beträgt der Verlust jetzt vielleicht 10% für den Schuldner können es im Extremfall 100 Prozent seines Privatvermögens sein.

Die Vereinbarung zwischen der Citigroup und den Finanzinvestoren sieht vor, dass Apollo die Hälfte der Kredite erwirbt und sich Blackstone sowie TPG den Rest teilen. Einen Teil der Darlehen hatte die Citigroup zuvor an die jetzigen Käufer der Kredite ausgereicht.

Nordex weiter Top

Wie bereits mitgeteilt, erhöhte Nordex seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2007 um 45% auf rund 747 (Vorjahr: 514) Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) erhöhte sich um rund 142% auf 40,1 (Vorjahr: 16,6) Mio. Euro. Damit stieg die Umsatzrendite auf 5,4% (Vorjahr: 3,2%). Treiber für den Gewinnsprung waren Skaleneffekte und die höhere Profitabilität der abgewickelten Projekte. So reduzierte sich die Personalaufwandsquote auf 6,8% (Vorjahr: 7,6%). Zudem sank die Materialquote ungeachtet gestiegener Beschaffungskosten leicht.

Der Jahresüberschuss vervierfachte sich annähernd auf 48,0 (Vorjahr: 12,6) Mio. Euro. Diese Entwicklung basiert unter anderem auf einem Steuerertrag von 8,9 Mio. Euro infolge der Bildung aktivierter latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge. Zudem verbesserte sich das Finanzergebnis auf minus 1,1 (Vorjahr: minus 3,9) Mio. Euro. Ausschlaggebend hierfür war die um 61% auf 212 Mio. Euro gestiegene Liquidität (Vorjahr: 132) Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie stieg auf 0,74 Euro (Vorjahr: 0,21 Euro). Die unverändert solide Finanzposition von Nordex zeigt sich auch in der höheren Eigenkapital-Quote von 38,6% (Vorjahr: 32,6%).

Der Auftragsbestand erhöhte sich um 142% auf 2,9 (Vorjahr: 1,2) Mrd. Euro. Das Auftragsbuch setzt sich aus 1,0 Mrd. Euro fester Verträge (Vorjahr: 531 Mio. Euro) und 1,9 Mrd. Euro bedingter Aufträge (2006: 674 Mio. Euro) zusammen. In Summe hat Nordex damit bereits seinen Umsatz für die Jahre 2008 und 2009 vollständig gesichert. Planungsbasis ist ein jährliches Umsatzwachstum von 50%.

Conergy mit katastrophalen Zahlen

Insgesamt 248 Millionen Euro Miese hat der Solarkonzern im abgelaufenen Geschäfstjahr 2007 „erwirtschaftet“. Das ist wirklich nochmal eine ordentliche Schippe drauf, denn die eh schon sehr schlechte Prognose über ein Minus von ca. 194 Millionen wurde nun nochmal deutlich übertroffen.

Bereits im Februar hatte Conergy die Anleger geschockt, als bekannt wurde, dass der Verlust vor Zinsen und Steuern mit 210 Millionen Euro die zuvor gesenkte Prognose von 150 bis 200 Millionen Euro noch überschritten hatte. Analysten zweifeln denn auch an den Prognosen für das laufende Jahr. Danach soll der Umsatz auf über eine Milliarde Euro steigen, nach 706 Millionen im vergangenen Jahr. Gleichzeitig erwartet die Firme eine Trendwende beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Dabei wird die Nulllinie angestrebt.

Nun sei alles wieder etwas anders war heute bei der Bilanzpressekonferenz zu hören. Conergy Chef Dieter Ammer erwartet auch im Geschäftsjahr 2008 einen erheblichen zweistelligen Millionen-Verlust. Damit dürfte die Conergy Aktie weiter auf Tauchstation gehen. Seit Ende Oktober ist das Papier nun von 66,- Euro auf aktuell 13,50 gefallen.

Ringen um Macht, Geld und Wählerstimmen

Es sei „unverantwortlich, an der Politik festzuhalten, die nicht die versprochenen Ergebnisse erbracht hat“, sagte Clinton. „Die gegenwärtige Strategie funktioniert nicht.“ Daher sei es „Zeit, mit einem geordneten Rückzug zu beginnen“, sagte Clinton in Washington.

Obama meinte, angesichts der anhaltenden Kämpfe und Unsicherheit im Irak dürfe sich das Militär keine zu hohen Ziele als Voraussetzung für den Abzug setzen. „Unsere Mittel sind begrenzt, unsere Ziele müssen moderat sein“, sagte der schwarze Senator. So sei es etwa unrealistisch, „auf die völlige Eliminierung von Al-Kaida“ zu hoffen. Auf die irakische Regierung müsse mehr Druck ausgeübt werden, mehr Verantwortung zu übernehmen. „Es ist wahrscheinlicher, den Konflikt durch steigenden Druck“ auf Bagdad zu lösen. Zudem forderte er einen Zeitplan für einen Truppenabzug.

Dagegen begrüßte der republikanische Präsidentschaftskandidat, Senator John McCain, die harte Haltung der Regierung. „Anstatt den Irak einem Zustand von Bürgerkrieg, Völkermord und Terror“ zu überlassen, müsse man für einen Erfolg des Einsatzes kämpfen. Mit Blick auf die Demokraten sagte McCain: „Das Versprechen nach Truppenrückzug ohne dabei die Folgen zu bedenken, wäre ein Versagen politischer und moralischer Führung.“ Wahrscheinlich hatte Herr McCain in erster Linie die wirtschaftlichen Folgen im Auge, denn die Ölquellen „unbeaufsichtigt“ zu lassen könnte sich die amerikanische Mineralöl-Lobby wohl auch nicht leisten.

Der große Abschwung?

Dies geht aus dem Sitzungsprotokoll der Fed für den 18. März hervor. Die Mitschrift zeigt, dass die Konjunktursorgen innerhalb der Fed noch ausgeprägter sind als bislang bekannt. Die Mehrheit der Fed-Mitglieder rechnet nur mit einer kurzen Rezession. Als Rezession bezeichnet man eine Wirtschaft, die mindestens zwei Quartale schrumpft. „Viele Sitzungsteilnehmer denken, dass ein Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität in der ersten Jahreshälfte 2008 nun wahrscheinlich erscheint“, so die Fed.

Einige Mitglieder der US-Notenbank Fed halten in den USA einen „schweren und langwierigen“ Wirtschaftsabschwung für möglich. Grund für ihre Befürchtungen sind die weiter fallenden Hauspreise und die anhaltenden Probleme an den Finanzmärkten.

Die Fed hatte am 18. März die Zinsen um 75 Basispunkte auf 2,25 Prozent gesenkt. Allerdings stimmten zwei Mitglieder des Offenmarktausschusses wegen erhöhter Inflationsgefahren gegen eine so deutliche Absenkung. Zwei Gegenstimmen hatte es zuletzt 2002 gegeben. Dennoch munkelt man das bald eine weiter Zinssenkung um 0,50 Prozent folgen könnte. Einer nochmals kräftigen Senkung am 30. April auf 1,75 Prozent geben Anleger nun eine Chance von 50 statt zuvor 40 Prozent In Japan hat man sich heute Nacht gegen eine Zinssenkung entschieden und beließ den Leitzinssatz unverändert. Das dürfte den Yen weiter gegenüber dem Dollar und auch dem Euro stärken. Dennoch sind asiatische und australische Bankentitel heute unter Druck und sämtliche asiatischen Indizes im Minus.

Weitere schlechte Nachrichten aus dem Bankensektor belasten heute wiedermal und es dürfte weiterhin schwierig werden die 7000er Marke im Dax bald wieder zu erreichen. Da werden wir uns wohl noch etwas gedulden müssen, den heute gehts erstmal wieder etwas runter..

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