Was auch immer 2012 bringt… Bleiben Sie flexibel !

Zu aller erst möchte ich Ihnen natürlich noch ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr wünschen bevor wir heute wieder fast nahtlos zum Marktgeschehen übergehen. Das Horrorjahr 2011 ist endlich zu Ende, und auch wenn ich persönlich ein nicht minder spannendes Jahr 2012 erwarte, so ist es doch gut die Turbulenzen der letzten Monate erst einmal abschütteln zu können. Ein neues Jahr ist immer auch ein Neuanfang an der Börse (zumindest kalendarisch!) auch wenn die sonstigen Rahmenbedingungen gleich geblieben sind. Zum Ende des zu Ende gehenden Jahres schmeißt man noch schnell die Verlustbringer aus dem Depot, eventuell um dieses sogar zwei Tage später wieder zu kaufen, und optimiert die verschiedenen Anlagen unter steuerrelevanten Gesichtspunkten. Wie jedes Jahr findet damit auch ein in gewisser Art reinigender Prozess statt. Verlustpositionen im Depot die sich grundsätzlich immer in irgend einer Weise hemmend auf das tägliche Handel auswirken, sind dann nicht mehr da, und man kann wieder nahezu unbefangen die alte Strategie fortsetzen, oder auch eine neue Taktik ausprobieren.

Der Jahreswechsel ist natürlich auch immer die Zeit an der ich meine persönliche Bilanz des vergangenen Börsenjahres ziehe. Die Verlustpositionen haben sich bei mir persönlich zum Glück in Grenzen gehalten. Ich habe das Jahr dann letztlich mit einer positiven Bilanz abgeschlossen, was angesichts der Verwerfungen im zweiten Halbjahr schon ein zufriedenstellendes Ergebnis ist. Der Deutsche Leitindex hat in der selben zeit etwas mehr als 15 Prozent verloren. Einzig die Commerzbank Aktie wäre als Verlustposition im nennenswerten Bereich, damit stehe ich aber wohl nicht alleine da…! Aus privater Sicht war das letzte Halbjahr eher unbefriedigend, da mich die Märkte zu sehr in ihrem Bann gehalten haben, und ich viel zu wenig Zeit für Familie, Freunde, Sport und dergleichen gehabt habe. Das ist definitiv etwas was ich in diesem Jahr wieder ändern werde.

Das neue Jahr wird wohl, zumindest in der ersten Hälfte ähnlich hektisch und durch politische Nachrichten getrieben sein wie die zweite Jahreshälfte 2011. Aber ich rechne auch damit dass der Knoten letztlich platzen dürfte, und die Märkte am Ende dieses Jahres höher stehen werden als heute. Ähnlich wie in den letzten Monaten wird aber auch in den kommenden das richtige Timing ganz entscheidend für eine positive, oder negative Handelsbilanz des Jahres sein. Und es wird wichtig sein im Vorfeld zu entscheiden wie sehr man sich künftig in die politischen Turbulenzen der Finanzmärkte mit hinein ziehen lassen möchte. Hier habe ich meine Grenzen nun deutlich enger gezogen. Insbesondere das erste Quartal des Jahres dürfte noch von solchen Ereignissen geprägt sein. Der hohe Umschuldungsbedarf einiger Südländer, sowie die tatsächliche Umsetzung der Beschlüsse des letzten EU Gipfels bis März, und nicht zuletzt der Konflikt mit dem Iran werden uns wohl in dieser Zeit noch weiter beschäftigen.

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Geldanlage in diesem Jahr wird auch sein, mit seinen Gedanken, Ansichten und schließlich seinen Erwartungen bzw. Prognosen sehr flexibel zu bleiben. Die aktuelle Zeit ist geprägt von einer historisch betrachtet ungewöhnlich starken politischen Einflussnahme auf die Kapitalmärkte. Selten war die Nervosität, und damit auch die Volatilität an den Märkten größer. Nie zuvor hatten die Algos, (computerbasierende Tradingprogramme der großen institutionellen Anleger) einen so offensichtlichen, und derart deutlichen Einfluss auf die Kurse wie in den letzten Monaten. Insbesondere dieser Faktor macht uns Anlegern zunehmend das Leben schwer. Kurzum, das Handeln wird vorerst weiterhin vom Tagesgeschehen und kurzfristigen Faktoren diktiert und von Computern multipliziert. Langfristige Prognosen machen in einem solchen Umfeld keinen Sinn, denn solche Prognosen bauen auf greifbare Rahmenbedingungen auf, die einfach nicht mehr vorliegen.

Flexibilität ist also das Motto des Jahres, dass auch für uns mehr denn je gilt. Man muss sich den Gegebenheiten des Marktes anpassen, oder man geht unter. Somit werden wir uns auch in diesem Jahr nicht mit einer Jahresprognose beschäftigen sondern viel mehr darauf konzentrieren in den einzelnen Swings, die es zweifelsohne geben wird, mit Ihnen zusammen Geld zu verdienen. Wo dann der DAX am Ende des Jahres stehen wird ist also für unserer Strategie eher zweitrangig. Konkret bedeutet das, dass wir noch häufiger als in 2011 spezielle Einzelsituationen aufgreifen und analysieren werden. Und wir werden auch mal die Seiten wechseln und wenn es die Situation erfordert…

In den ersten Tagen des neuen Jahres haben wir uns etwas intensiver mit den Verlierern des Jahres 2011 auseinandergesetzt. Einige davon werden wohl auch in diesem Jahr zu den Verlierern zählen, oder zumindest keine nennenswerten Gewinne produzieren. Andere wiederum sind für einen „echten“ Rebound gut, sprich einer Steigerung um 50 bis 100 Prozent, oder gar mehr. Bitte lesen sie dazu die Artikel unserer Serie auf dem Blog. Natürlich werden wir ihnen in den kommenden Wochen noch weitere aussichtsreiche Kandidaten vorstellen.  Soviel sei aber vorab verraten… Es wird sich lohnen nun den Blick wieder etwas mehr in Richtung USA zu richten. Die fundamentale Lage in Amerika hellt sich weiterhin deutlich auf, und diese bietet enorme Chancen im dortigen Aktienmarkt. Auch andere Faktoren wie z.B der normal übliche Börsen-Verlauf eines US Wahljahres, sowie weiter zyklische Faktoren, die wir hier im einzelnen noch alle hier besprechen werden, machen Mut das insbesondere der US-Amerikanische Aktienmarkt vor einen starken Aufwärtsbewegung, spätestens in der zweiten Jahreshälfte, stehen könnte.

Aber auch für Europa könnten ab der Mitte des Jahres wieder bessere Zeiten anbrechen. Kurzfristig sollte sich der positive Jahresauftakt noch ein wenig fortsetzten, und den Dax unter optimalen Bedingungen nun, in einem zweiten Anlauf, bis in den Bereich von 6.400 bis 6.500 Punkte führen. Hier sollte man dann auch erst einmal wieder die Karten vom Tisch nehmen, denn ein weiterer deutlicher Rücksetzer im Anschluss ist ebenso wahrscheinlich!  Oberstes Ziel in diesem Jahr ist es, das Verlustrisiko extrem klein zu halten und die wenigen Chancen möglichst effektiv zu nutzen, sprich Gewinne zu sichern. Denn der Kapitalerhalt ist in einem solchen Umfeld das oberste Gebot, um dann zum tatsächlich richtigen Zeitpunkt mit genügend Mittel wieder kräftig „long“ zu gehen.

Wir freuen uns darauf Sie auch in 2012 bei der erfolgreichen Kapitalanlage begleiten dürfen!

 

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One Comment;

  1. Matthew said:

    Welche Lehre kann man aus dem zweiten Halbjahr 2011 ziehen?

    Also für mich persönlich werde ich einfach wesentlich entspannter sein, zumal es in diesem Jahr aus beruflichen Gründen weniger Zeit für Aktien geben wird.

    Das Gefühl etwas zu verpassen, sollte man in dieser Hinsicht einfach relativieren, schließlich verpaßt man dann zwar die ein oder andere positive Entwicklung, erspart sich aber auch gleichzeitig den ein oder anderen Brasel, den die Märkte für einen so bereithalten.

    Wir leben in unruhigen Zeiten!

    Ich werde also in den ersten Monaten diesen Jahres einfach mehr am Seitenrand stehen und nur Szenarien mit hoher Wahrscheinlichkeit spielen.

    Und das zweite Halbjahr 2011 war eben genau so, wie Lars das beschreibt:

    zu wenig Zeit für Freunde, zu wenig Zeit für Sport, zu wenig Zeit einfach für die schönen Dinge des Lebens (man geht ja auch noch arbeiten) und gleichzeitig zu viel Ärger und eine wirklich miese Performance der letzten sechs Monate, die den Ärger nur deswegen etwas erträglicher macht, weil das erste Halbjahr extrem gut gelaufen ist.

    Die Füße ein bißchen mehr still halten ist für mich also die eine Erkenntnis und die andere, daß wir uns immer noch in einem übergeordneten, hoch volatilen Bärenmarkt befinden.

    Idealtypisch sollte sich jetzt weiter eine bearishe Flagge ausbilden, die meiner Meinung maximal bis in den Bereich 6260-6500 reichen kann.

    In diesem Bereich sollte man Lars Rat folgen, Geld vom Tisch nehmen und sich vielleicht mit der ein oder anderen Short-Idee befassen.

    Zu diesem Beitrag möchte ich dann aber auch noch ergänzend anmerken, daß es wohl nicht mehr lange dauern wird, bis wieder zunehmend Griechenland in den Fokus der Märkte geraten wird.

    Im Moment wird ja immer noch über den freiwilligen 50%igen Forderungsverzicht privater Gläubiger (ca. 100 Mrd.) debattiert, und es zeichnet sich jetzt schon ab, das eben nicht alle Gläubiger freiwillig auf ihre Forderungen verzichten werden.

    Am 20.3. werden dann 14,5 Mrd. griechische Staatsanleihen fällig, während die nächste Tranche in Höhe von 89 Mrd., die von der EU fließen muß, mit der Bedingung verknüpft ist, daß eben alle Gläubiger diesen Forderungsverzicht mitspielen und desweiteren es erkennbar sein sollte, daß die Reformvorhaben umgesetzt werden.

    Beides ist nach der heutigen Sicht nicht sehr wahrscheinlich.

    Eine Folge wäre der mögliche Zahlungsausfall Griechenlands!

    Was aber jetzt schon feststeht ist, daß zu den Risiken, die Lars aufgeführt hat, das Thema Griechenland schon sehr bald wieder für einigen Hick-Hack gut sein wird!

    Für die Unruhe an den Märkten ist also in dieser ersten Jahreshälfte 2012 schon mal gesorgt, möchte ich sagen!

    Euch allen für das neue Jahr, vielleicht einfach mehr Gelassenheit!

    Mr. Bee

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