Apple eilt von Rekord zu Rekord und übertrifft mal wieder alle Erwartungen

Apple hat gestern nach US Börsenschluss die Zahlen zum abgelaufenen Quartal präsentiert und konnte dabei einem mehr überzeugen. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn je Aktie lag der Tech-Gigant aus Cupertino deutlich über den Konsenz-Schätzungen der Analysten. Der Gewinn konnte im Berichtszeitraum von 1,18 auf 1,42 Dollar je Aktie gesteigert werden, was einem Gesamtertrag in Höhe von 8,46 Milliarden Dollar entspricht. Der Umsatz legte von 37,47 um satte 12 Prozent auf nunmehr 42,1 Milliarden US-Dollar zu. Im vierten Quartal wurden 39,27 Millionen und damit 16 Prozent mehr iPhones abgesetzt, nach zuletzt 33,8 Millionen Einheiten im Vorjahresquartal.

Soweit zu den harten Fakten, die nicht nur sehenswert sind, sondern einmal mehr jeden Apple-Skeptiker Lügen strafen. Kein „Bendgate“ oder anderen Kuriositäten aus der illustren Welt des Internet konnte dem Erfolg des seit September im Handel befindlichen iPHone 6 etwas anhaben. Tim Cook sprach gar vom besten Verkaufsstart einer iPhone-Generation „ever“. Seit knapp einer Woche werden die neuen Geräte nun auch in China angeboten, was diesen Effekt wohl noch verstärken sollte. Für das Weihnachts-Qaurtal geht der Konzern somit von einem gigantischen Umsatz in Höhe von 63,5 bis 66,5 Milliarden Dollar aus.

Apple Aktie nach Q4 Ergebnis

Die Apple Aktie reagierte gestern nachbörslich mit einem eher verhaltenen Kursanstieg um „nur“ 3,68% auf 101,27 Dollar, was aber nicht darüber hinweg täuschen kann, dass sowohl die gelieferten Zahlen als auch der Ausblick auf das kommende Quartal hervorragend gewesen sind. Der Markt braucht hier offenbar, nach den eher durchwachsenen Zahlen von Google, Netflix und IBM, ein wenig länger um neuen Mut zu schöpfen. Aus rein charttechnischer Betrachtung wäre nun ein weiterer Anstieg über die jüngste Abwärtstrendlinie wichtig um dann kurzfristig neues Potenzial bis in den Bereich um die 108,- Dollar freizusetzen.

Damit wäre dann auch meine bereits im Februar diesen Jahres aufgestellte Prognose für den Apple Aktienkurs fast vollständig erreicht, denn die Aktie hat den u.a. auch hier noch einmal prognostizierten „großen Sprung“ vollzogen. Dennoch habe ich nicht vor zu diesen Kursen, die wir in Kürze erreicht haben dürften zu verkaufen, da ich davon ausgehe dass der Lauf für die Aktie noch weiter gehen wird. Ich erwarte ehrlich gesagt keine großen Dinge von der Apple Watch, um so mehr bin ich aber von dem neuen Bezahlsystem Apple Pay angetan, dass das Zeug dazu hat das gesamte Thema Mobile Payment, in Zeiten der totalen Überwachung durch die Staaten, grundlegend zu revolutionieren.

Wie auch immer…wir dürfen noch so einiges von Apple erwarten, sowohl bezüglich der Absatzzahlen der „klassischen“ Apple Produkte als auch neuer Einnahmequellen…und natürlich als Aktionäre!

Related posts

24 Comments

  1. Thomas said:

    „ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich mit Saft, ausser zum Frühstück, nicht besonders auskenne. Das Einzige was mir dazu spontan einfällt sind natürlich irgendwelche Orangenbauen in Kalifornien. keine Ahnung ob es davon auch börsennotierte gibt :-)“

    Da geht’s den Menschen wie den Leuten. Vielleicht ne nette Spanische Aktie auf OSaft? Aber bei Kakao hört es dann zumindest bei mir sicher auf.

    Oder doch gleich ein Index-Zertifikat auf den MSCI Mongolia? Gute Mischung aus Yak-Milch- und seltene Erden-Minen 🙂 Die Diversifizierung!

  2. Thomas said:

    N’Aben Lars,

    zu meiner barschen, aber eher an mich adressierte, Frage:

    Heute ist evtl. ein schöner Tag, darüber zu diskutieren, ob SLV ein Helbel auf Silber oder umgekehrt ist. Ich denke, der Begriff Hebel trifft nicht zu. Korrelation oder „Surrogat“ sind m.E. eher zutreffende Begriffe.

    Wie schon erläutert, sollen die Einzelwerte in meinem Depot Silber, Palladium, Kakao, Mais, Baumwolle, OSaft und Zucker sein. Bei 2-3 der Rohstoffe fiel mir eine recht naheliegende Lösung Umsetzen als Aktie ein. Aber – fragen wir uns doch einmal laut: Was ist ein Aktiensurrogat auf den Preis von OSaft? Keine Einwände auch gegen einen ETF von OSaft-„Miners“.

    Diese Frage a) um zu sagen, dass ich nichts gegen Aktien habe und b) mal ernst gefragt: irgendeine Idee?

    (((Das ich vor wenigen Tagen etwas Silber gekauft habe, und der Verlauf Silber heute, ist nicht Anlass zu posten. Dass 17 oder 18 US$ eigentlich chart-technisches Niemandsland ist, hatte ich schon vor ein paar Wochen gesagt – das ganze bedeutet lediglich = demnächst billiger Nachkaufen.)))

    • Lars said:

      Hallo Thomas,

      ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich mit Saft, ausser zum Frühstück, nicht besonders auskenne. Das Einzige was mir dazu spontan einfällt sind natürlich irgendwelche Orangenbauen in Kalifornien. keine Ahnung ob es davon auch börsennotierte gibt 🙂

      Im Zusammenhang mit Silber allerdings sieht heute alles nach dem klassischen Kapitulations-Trade aus, was natürlich nicht zuletzt auch für Gold gilt. Die Miner liefern nun endlich schlechte Ergebnisse und werden den Aktienkursen damit auch teilweise gerecht. Zudem wird der Output reduziert, was auch naheliegend ist, um eine künstliche Verknappung zu schaffen. Über dieses Szenario habe ich hier vor knapp einem Jahr geschrieben…Wir sind nun also auf dem besten Wege um endlich einen Boden bilden zu können. Zumal wir uns ja nun ziemlich genau am langfristigen Aufwärtstrend befinden.

      Das soll nicht heißen, dass die Minenaktien nun ab morgen wieder wie wahnsinnig steigen werden, aber es ist eine durchaus realistische Annahme, dass wir das Schlimmste nun gesehen haben. Gold und Silber werden wohl noch eine Zeit lang unter dem starken Dollar leiden, der eher noch stärker wird. Für Goldanleger in physischem Gold ist das eher Wurst solange man nicht im Dollar Raum wohnt 😉 ich glaube also nicht dass es für Nicht-Amerikaner noch Solo viel billiger wird. Aber man weiß ja nie…

      viele Grüße

  3. Micha said:

    Abend,

    Cancom hatten wir ja damals recht treffend „analysiert“, daher wundert es nicht sonderlich und bei 25-26 EUR gab’s hier wirklich einen „günstigen“ Einstiegszeitpunkt. Was ich mich eben Frage ist, ob die Aktie morgen nochmal vor einem höchstwahrscheinlich weiteren Kursanstieg das GAP zwischen 30,10 und 30,56 EUR schließt?

    Dialog sieht auch nice aus (wie vermutet) und sollte morgen – je nach FED – auf Mehrjahreshoch notieren. Mein Kursziel hier sind 30 EUR. 20 Tage Linie hat die 40er und 100er durchbrochen, RSI > 70, Volumen sowieso top, Dreieck (Fortsetzungsformation) seit Aug 14 nach oben (zw. 1/2 und 2/3) dynamisch gebrochen, gutes Q3 und voraussichtlich super Q4 (iPhone 6 -> China!! + Weihnachten)… hmmm 😀 fast besser wie der Flammkuchen eben

    VG
    Micha

  4. Thomas said:

    N’Abend Lars,

    „die Frage ist grundsätzlich ja auch berechtigt 🙂 … Möglicherweise liege ich also mit dieser Sichtweise in der heutigen Zeit total falsch!?“

    Ich denke, die Frage hatte ich in Wirklichkeit wohl eher an mich selbst gerichtet. Im Sinne: Willste Gold oder Barrick Gold oder willste Zucker oder Südzucker.

    Ich habe für mich die Frage inzwischen beantwortet. PSEC als „Surrogat“ für „high yield US Unternehmensanleihen“? AGNC als „high yield“ Surrogat für EUR/USD? SLV als 1%-Dividendenstar als Hebel auf Silber?

    Verkürzt: Habe Zucker und Silber als Index-Zertifikate in meinem Depot – und waaaaaaarte. Bin Purist geworden und werde die Öl-Nasen-offline-surrogat-Bohrer demnächst wohl auch verkaufen. Öl passt nicht in mein Rohstoffdepot.

    Nix gegen Aktien. Nur meine Strategie ist antizyklisch. Und ob man antizyklisch 1 Monat zu früh oder prozyklisch 1 Monat zu spät investiert: Das macht keinen Unterschied. Ich denke Du und ich sollten da hinreichend Erfahrung haben. 😉

    LG

    Thomas

  5. Micha said:

    Abend,

    also Barrick finde ich nach wie vor nicht so interessant wie Goldcorp. oder Newmont, aber daran kann man sicherlich eine schöne Tendenz ablesen für Goldcorp. und Newmont, die beide mE am 30.10. die Q3 Ergebnisse liefern. Ähnlich wie vlt. bei BP (heute) und Total (morgen) im Bezug auf OMV!?

    Dialog würde ich je nach Q3 Zahlen und FED im Falle einer Bewegung über 25 EUR wohl riskieren.

    Evtl. lohnt sich bald der Einstieg bei TT electronics plc alias meiner Konzernmutter, denn da tut sich aktuell einiges in der Führungsebene/Struktur. 😉

    Von Vossloh hatten wir uns damals ganz schnell wieder getrennt. 😉

    VG
    Micha

    • Lars said:

      Moin zusammen,

      tja, ich glaube jetzt darf man sich schon etwas über Dialog und Cancom ärgern… Beide Unternehmen mit hervorragenden Zahlen!

  6. Micha said:

    Moin,

    kurze Frage… was haltet ihr von Dialog bzw. Sixt? Das neue iPhone verkauft sich ja ziemlich grandios (warum auch immer) und gerade gen Weihnachten sollte sich dies nochmal extrem zuspitzen, daher ist Dialog wohl aktuell echt spannend auch im Hinblick auf die Q3 Ergebnisse morgen.

    Bei Sixt finde ich eher das grundsolide Geschäftsmodell in Verbindung mit -40% Kursentwicklung in nur 5 Monaten sehr interessant.

    Gibt es hierzu Meinungen bzw. hat sich jm. diese Aktien ggf. in den letzten Wochen näher angeschaut? Ich wollte morgen mal ein wenig Recherche betreiben, da ich stark davon ausgehe, dass die Indizes nach der Sitzung/Bekanntgabe des FOMC morgen wieder ordentlich zulegen werden/könnten (soweit die Annahme bzw. der Grundgedanke).

    VG
    Micha

    P.S. Morgen liefert auch Barrick die Q3 Daten.

    • Lars said:

      Moin Micha,

      ja Barrick mit Zahlen dürfte angesichts des aktuellen Kursniveaus durchaus spannend werden! Wenngleich ich den Kursverlauf jetzt schon langsam für deutlich übertreiben halte. Vielleicht geht die Aktie aber auch noch auf ein neues 20-Jahres Tief bei gleichzeitig einem knapp achtfachen Goldpreis 🙂

      Sixt ist solide und kann man sicherlich kaufen wenn man mit einer Jahresendrally rechnet. Bei Dialog bin ich mir im Moment nicht so sicher. Habe bei 21,- Euro schon gezuckt und wollte anfangen zu kaufen, was ich leider nicht getan habe, weil u.a. noch ein deutliches Gap weiter unten zu finden ist. Dialog ist ja nicht gleich Apple auch wenn es da gewisse Korrelationen gibt 😉 Irgendwie habe ich hier eher den Eindruck dass die Luft erst einmal etwas raus ist…

      Hast Du noch Vossloh? Die sieht ebenfalls nicht mehr überzeugend aus!

      viele Grüße, Lars

  7. Thomas said:

    N’Abend Lars,

    meine freundliche, vielleicht etwas „rude“ klingende Frage war eigentlich:

    „Was willst Du? Einen Hebel auf einen Rohstoff oder eine Aktie?“

    Ich habe nichts gegen Aktien. Ganz im Gegenteil. Mich selbst mit 20 oder 30 rückblickend gefragt oder von einem 20 oder 30 Jährigen gefragt: Sollte ich eine Kapitallebensversicherung bei der Allianz abschließen? würde ich heute aus voller Überzeugung antworten:

    Nee, kauf’se Dir doch. Mach nen Sparplan auf die Allianz Aktie auf.

    Wenn eine Palladiummine bestreikt wird, steigt der mittlere Palladiumpreis langfristig weltweit. Das (in 1000 m Tiefe) herumliegende Palladiumgeröll rauszuhohlen, kostet einfach mehr als ohne den Streik (bzw. wird nach Verhandlungen mehr kosten). Von mir aus können danach die Palladiumpreise anziehen. Es aus der Süfafrikanischen Erde zu hohlen ist aber ab sofort teurer. Was ist mit der Gewinnmarge?

    Wenn ich mir morgen ein Index-Zertifikat/ETC/tritratrualla/physical in/auf Gold kaufe und das mit Euro bezahle: Sollte ich ein Quanto hinzukaufen?

    Meine Antwort:

    Wenn Du Gold haben möchtest, dann kauf Dir Gold.
    Wenn die Allianz Dir eine Versicherung/Quanto gegen fallende EUR/USD-Kurse bei Kauf von Gold verkaufen möchte, dann kauf bitte die Allianz aber nicht den Quanto.
    Wenn Du auf eine fallende USD/EUR ratio setzt … wie heißen die Kasinos, die die Wette anbieten?

    Sprache eventuell „rude“ aber

    LG

    Thomas

    • Lars said:

      Hallo Thomas,

      die Frage ist grundsätzlich ja auch berechtigt 🙂 Wie Du weißt bin ich ja nun eher der Aktienfreund, weil man da immer noch einen verbrieften Anteil an einem Unternehmen hat, egal was kommt. Bei Zertifikaten o.ä. ist das halt auch nur ein Stück Papier das u.U. wertlos verfallen kann. Also ich will grundsätzlich eher Aktien, weiß aber auch das sich manche Themen mit „Hebel“ besser spielen lassen. Das Thema Allianz Aktien Sparplan sehe ich somit genau so wie Du… Ähnlich würde ich das aber auch mit einer Barrick Gold sehen, wenn man denn genügend Geduld mitbringen kann. EUR/USD würde ich zudem mit entsprechenden Umschichtungen in meinem Aktiendepot spielen und nicht mit irgendwelchen gehebelten Produkten, alleine schon weil der Hebel hier noch brutaler wirken kann als bei anderen Basiswerten.

      Eine der wesentlichen Fragen in diesem Zusammenhang ist also auch die nach dem Zeithorizont von dem aus man das ganze Thema betrachtet.Bzw. genau genommen war das früher mal so, bevor die Notenbanken die Märkte, und so einige immer gültige Zusammenhänge, mit ihrem Geld ordentlich durcheinander gewirbelt haben. Möglicherweise liege ich also mit dieser Sichtweise in der heutigen Zeit total falsch!?

      viele Grüße, Lars

  8. Thomas said:

    Lars, doch noch ne Ergänzung nach der langen Rede:

    Zu dem:

    „Einen gehebelten ETC auf Crude Oil finde ich zur passenden Zeit und begleitend dann auch ganz spannend, aber wie bei Gold auch sind die Minen/Driller ja eh schon ein Hebel auf die Entwicklung des jeweiligen Rohstoffes dar!“

    Was willst Du? Einen Hebel auf einen Rohstoff oder eine Aktie?

    Wenn der Palladiumpreis steigt weil die Palladiumminenarbeiter streiken, ist dann eine Palladiumminenaktie ein 2, 3, oder 4facher Hebel auf den Palladiumpreis?

    • Lars said:

      Hallo Thomas,

      in dem Falle wäre bei der vom Streik betroffenen Mine wohl eher gar kein Hebel zu erwarten. Ich dachte da mehr an die mittelfristige Entwicklung bei den Palladium Minen wenn der Palladium Preis wegen höherer Nachfrage steigt. Den Hebel kann man hier sicherlich nicht festlegen. Die Erfahrung zeigt aber dass dann die Minenwerte diesen Mehrgewinn im Laufe des Anstiegs entsprechend einpreisen. Bei Gold wäre dies bspw. der Fall wenn der Goldpreis sich wieder in Richtung 1500,- Dollar bewegt. Momentan zahlt man für verschiedene Goldproduzenten nur noch ein Zehntel dessen was man bezahlen musste als der Goldpreis bei 1900 Dollar stand. Das ist doch mal was 😉

      viele Grüße, Lars

  9. Thomas said:

    Hallo Lars, gleichfalls einen schönen Sonntag,

    dann war es also richtig, gute Besserung zu wünschen – auch wenn’s bis jetzt noch nicht richtig geholfen hat.

    Hab grad mal gegoogelt. Einen (Driller owner +) „Driller-Verleiher“ ETF scheint es zu geben. Sieh Dir bitte mal IEZ bzw. WKN A0LG1H an.

    Hier http://www.spa-etf.com/drilling-down-oil-and-gas-etf-research/ ist das noch etwas näher beschrieben – im Tenor Deines Kommentars.

    Noch konkretere Informationen bitte unter http://www.ishares.com/us/products/239518/IEZ?referrer=tickerSearch ansehen (Reiter: All holdings). Quartalsausschüttungen addieren sich auf ca. 1% p.a.

    Ist aber nichts für Dich? Zu wenig reiner Service?

    Zu den Einzelinvestments in Form von Aktien kann ich auch nur sagen, langer Rede kurzer Sinn und erspare mir heute mal ausnahmsweise die lange Rede 🙂

    Langfristige Ölcharts und Gold. Wenn man sich die Ereignisse um 2008 ansieht, könnte man sagen, dass sich Öl in einer Trading range von 1-3 handelt, Brent grob 40-120 US$. Silber so 1-5 (10-50 US$) … Gold ist beiden gegenüber „stabiler – langweiliger“ (sagen wir 1-2, 800-1600 US$?). Die Überlegungen zu den Förderpreisen Öl/Gold kann ich nachvollziehen. Beim Gold (Angebot und Nachfrage) ist es nur nicht so sehr „Verbrauch“ was den Preis treibt sondern eine Art subjektive Wertschätzung. „Angst“ treibt Goldpreise. Eine Hungersnot treibt die Brotpreise (gemessen in Gold – wahrscheinlich kann mich sich trotzdem während einer Hungersnot von 1 Unze Gold noch den berühmten Maßanzug kaufen – ob da „nur“ 1 Unze Gold für ein Brötchen langt, ist eine andere Frage 😉 ).

    Langfristchart Gold: 2008 selbst hat fast kaum Spuren hinterlassen (im Gegensatz zu Öl), vielleicht ne kleine Delle von 25%. Danach gab es Eurokrisenübertreibung. Zur Zeit, das sind nun bald 2 Jahre, ist das eher Bodenbildung (bei übergeordnetem Abwärtstrend). Das was es tun soll, Werterhaltung, tut es (im Langfristchart) eigentlich.

    Ein letztes Wort, nicht um Dich von Aktien wegzubringen: Ich wollte mir vor über 1 Jahr ein „Dividendendepot“ aufbauen. Dieses habe ich zwischenzeitlich wieder aufgelöst. Ich hatte dann zunächst ein reines Rohstoffdepot angedacht, das dem Grundsatz folgt: Silber wird billig eingekauft und teuer verkauft – die Zeit dazwischen ist Warten – lustiges Warten. Man steht da unten mit einem Körbchen und wartet, bis mal Kakao oder Platin oder weiß der Geier was reinfällt. Das ist ein sehr lustiger Zeitvertreib 🙂 🙂 🙂 Ich denke, genau das möchte ich jetzt bis zur Pensionierung ausprobieren und je nach Erfolg dann einfach fortsetzen (oder [erst dann] in ein Dividend-/Rentenendepot umwandeln).
    Den Vorteil bei einem Rohstoffzertifikat/ETC sehe ich für mich (und meiner Strategie) darin, dass z.B. der Ölpreis, im Gegensatz zu z.B. Paragon, „nicht pleite gehen kann“. Selbst wenn Angebot und Nachfrage (oder Handelsvolumen) sich halbieren oder dritteln, wird es weiterhin einen Ölpreis geben (der eben von so was wie den Förderkosten nach unten abgesichert ist). Und mit so einem Zertifikat, solange der Kakao oder das Öl oder der Zucker nicht schimmeln (Emittentenrisiko), kann man waaaaaarteeeeen 😉

    Im Keller stehen 2 Säcke Zucker und ein paar Kilo Silber. Punkt.

    Ich habe mich auf nur 7 Rohstoffe beschränkt. Deren Auswahl erfolgte durch Beobachtung über Jahre. Öl und Gold gehören nicht zu den zu diesem Zweck ausgesuchten Rohstoffen (es sind: Zucker, Mais, OSaft, Kakao, Baumwolle, Silber, Palladium). Ebenfalls Punkt.

    Weiterhin gute Besserung und einen schönen Sonntag.

    Thomas

  10. Thomas said:

    Lars,

    noch ne Ergänzung:

    „dauerhaft niedrigen Ölpreises“ … darüber habe ich schon nachgedacht. Im Sinne von Einzelwerten meine Einschätzung wie folgt:

    RIG: Wegen des Langfristcharts und der Relation des Charts zu den Ölpreien für mich ein no-go. Analysiere das auch nicht weiter.
    SDRL: Bei dauerhaft niedrigen Ölpreisen ist genau das der Wert, bei dem ich am ehesten vermute, dass da mal der Kuckuck angeklebt wird/werden könnte. Die Verschuldungssituation beruht ja gerade auf der Annahme, die Ölpreise steigen langfristig. Wenn die Ölpreise steigen, ehe der Kuckuck angeklebt wurde, wohl der beste Wert.
    PGN: Wird wohl im November anfangen, Dividende zu zahlen. Eine Dividende nicht ganz so verwegen wie SDRL – aber auch nicht so verschuldet. Und ich denke, dass hier die Eigentümer auch mal auf Dividende verzichten würden – in Notsituationen. Das know-how eine Bohrinsel von der Küste Venezuelas vor die Küste Nigerias zu bringen, ist offensichtlich vorhanden.
    AWLCF: Die 2 „ollen“ Bohrinseln gehören ja im Wesentlichen der Deutschen Bank und Goldman Sachs. Prognose ist hier eher: Na, die werden sich so durchwursteln – aber vermutlich nicht vor der Küste der Krim nach Öl, Gas oder sonst was bohren. Und: Sorry but, iist halt so, „handelt sich Scheiße“.

    Grob gesprochen.

    • Lars said:

      Hallo und einen schönen Sonntag, Thomas,

      ja, altersgemäß erkältet heißt bei mir leider offenbar dass sich das ganze über Gebühr lange hinzieht…auf gut Deutsch ich bin immer noch ziemlich platt und hoffe das sich dieser Zustand bald wieder ändern möge. Zumal wir uns mal wieder in einer besonders spannenden Börsenphase befinden in der es durchaus ratsam ist einen klaren Kopf zu behalten…!

      Zum Thema dauerhaft niedrige Ölpreise sei noch kurz erwähnt das wir hier nun seitdem die USA mächtig aufs Gas getreten ist eine Sondersituation vorfinden, die noch eine ganze Weile anhalten könnte. Das Thema Shale Gas/Fracking ebenso wie die verstärkten Aktivitäten der USA sich im Ölsegment unabhängig von anderen Lieferanten zu machen, haben nicht nur das Kräfteverhältnis verschoben sondern den USA auch einen ungeahnten Boom verschafft, der diese Nation alleine durch diesen Umstand wesentlich besser aus der Krise kommen lässt als bspw. Europa.

      Die Krux an dem damit verbundenen Preisverfall beim Öl ist aber neben den durchaus gewünschten Nebeneffekten rohstofflästige Nationen wie bspw. Russland zu ärgern, dass der Preis eigentlich jetzt schon so niedrig ist dass sich das ganze Thema Schiefergas-Förderung bald eigentlich nicht mehr kostendeckend aufrecht erhalten lässt. Somit ist die durchaus spannende Frage in diesem Zusammenhang auch die, was daraus für den Ölsektor resultieren könnte? Vor allem aber auch für unsere Überlegungen wie es langfristig dann um die Zulieferer dieser Branche bestellt ist.

      Hier möchte ich nun kurz den langfristigen Öl-Chart einfließen lassen, der verdeutlicht wo wir uns inzwischen tatsächlich befinden: http://www.finviz.com/quote.ashx?t=USO&ty=c&ta=0&p=m Ähnlich wie beim Gold befinden wir uns an einem ganz entscheidenden Punkt. Jeder weiß dass Gold, ebenso wie Öl, zu diesen Preisen längerfristig nicht mehr produziert werden kann. Dennoch besteht die große Gefahr bei beiden Rohstoffen, dass es noch einmal zu einer deutlichen Übertreibung nach unten kommen kann, bevor dann eine neue Normalität einkehrt. Damit verbunden wäre – je nach Dauer dieser Phase – wohl auch eine Konsolidierung der Branche, sprich mögliche Insolvenzen der hochverschuldeten Player in diesem Segment.

      Das ist also die existierende Gefahr, die meiner Meinung nach die gesamte Branche hat abstürzen lassen, und die leider auch noch nicht vom Tisch ist. Dessen muss man sich bewusst sein! Ich rede also nicht nur von möglichen Kursverlusten sondern u.ungünstigsten Umständen über einen Totalausfall des eingesetzten Kapitals! Je höher verschuldet ein Unternehmen ist desto größer dürfte diese Gefahr sein. Die aktuell deutlich rückläufigen Charterquoten für Diller stellen somit eine Art Brandbeschleuniger dar.

      Unabhängig von diesem Risiko halte ich die Branche, ebenso wie Du, für hochinteressant. Paragon ist dabei wohl einer der spekulativsten Titel, aber auch einer der aussichtsreichsten wenn es nicht so kommt. Habe mich heute mal etwas intensiver durch die Informationen auf der HP gearbeitet und mir insbesondere auch den aktuellen Fleet Status Report zu Gemüte geführt: http://www.paragonoffshore.com/files/doc_downloads/10-13-14-FSR-Final.pdf mit einem Debt to Equity Ratio von 1,85 brennt hier allerdings auch die Hütte wenn die Tagesraten weiter sinken sollten. SDRL liegt bspw. bei einem Wert von 1,3 und gilt als hochverschuldet, Möglicherweise hat somit Transocean doch alles richtig gemacht indem weiter auf die alten Bohrinseln gesetzt wurde. Das Debt/Eq liegt hier bei 0,62!

      Lange Rede kurzer Sinn ich/wir kommen immer wieder auf den gleichen Punkt. Die Branche bleibt hochinteressant, das Risiko bei Einzeltiteln aber u.U. extrem hoch und somit wäre mir ein ETF der das ganze Umfeld abbildet gerade etwas lieber…Finde aber nix passendes! Einen gehebelten ETC auf Crude Oil finde ich zur passenden Zeit und begleitend dann auch ganz spannend, aber wie bei Gold auch sind die Minen/Driller ja eh schon ein Hebel auf die Entwicklung des jeweiligen Rohstoffes dar!

      viele Grüße, Lars

  11. Thomas said:

    N’Abend Lars,

    wenn es nicht zu spät ist, Dir gute Besserung zu wünschen, tue ich das hiermit.

    Ich habe die letzten Tage und Wochen (war ebenfall zwischenzeitlich mal – altersgemäß 🙂 – krank) mich kaum ums Depot gekümmert und nur gelegentlich hier mal Blicke drauf geworfen. Ich sehe Deine konkrete Frage oben erst gerade jetzt.

    Um so anzufangen: Das einzige was ich in letzter Zeit gemacht habe, war in meinem Rohstoffdepot etwas Silber hinzuzukaufen (weil es nach meinen Spielregeln inzwischen „billiger“ als Zucker (oder Mais) ist). Die beiden zu Deiner Frage gehörenden Werte, Awilco und Paragon, befinden sich also mit derzeit jeweils 20% Verlust seit Einstand in meinem Depot. Für mich persönlich denke ich weder an Verkauf von Awilco und Paragon nach noch mache ich mir irgendwie sonst tiefere Gedanken. Ist halt „Öl“ – und davon habe ich eigentlich genug im Depot.

    Wenn ich Deine Frage richtig verstehe, wäre meine Antwort aus innerer Überzeugung ein gehebelten ETC auf crude oil, Sorte such’se der aus. Du bist und bleibst aber halt Aktienfreak … möchtest Du einen ETF? Auf welche Unterform der Ölindustrie?

    In Form von Aktie und Hebel halte ich diese „Plattform/Bohrinselverleiher“ eigentlich für das ideale Instrument, Deine Idee zu spielen. Der Grund ist der, dass in deren Geschäftmodell der Ölpreis ja nur sehr indirekt eine Rolle spielt, aber sehr stark davon abhängte, weiterhin „Mietverträge“ abschließen zu können.

    Und das off-shore Bohren ist halt teurer als 1x den gesamten Wald und die darunter liegende Erde in Kanada umzugraben. Wenn man also alle an der Börse gehandelten „Off-shore-Bohrer-Verleiher“ in einem ETF zusammenfassen würde, wäre das aus meiner Sicht der ideale („Aktien-„)Hebel um auf steigende Ölpreise zu setzen da das Geschäftsmodell, zumindest mittelfristig, auf sinkende Ölpreise am empfindlichsten reagiert/reagieren wird. Im Prinzip wie SLV bei Silber – bloß keine eigene „Ölmine“ besitzen sondern anbieten, vorzufinanzieren (=die beiden Bohrinseln, die klein-Awilco besitzt), wenn denn dann mal tatsächlich Öl oder Silber „fließt“. Nicht ganz vergleichbar – aber ich hatte mich ja schon bei Euch bedankt, mich auf dieses Geschäftmodell aufmerksam gemacht zu haben.

    Im Sinne von Einzelwerten, Deinen Gedanken umzusetzen, schwanke ich zwichen Paragon und Seadrill hin und her. Paragon ist in meinem Depot gelandet, weil ich die Fähigkeit, Dividende langfristig zu zahlen, höher einschätze. Das tue ich im Grunde auch weiterhin. Kann leider nicht viel mehr dazu sagen.

    Ja, dann ein schönes Wochenende

    Thomas

    P.S.: Ich will noch das ergänzen – hat nichts mit Geld Anlegen zu tun: Ich war ca. 1985 Mitglied einer sich damals eher noch gründenden Grünen Partei. Ich kann nicht sagen, dass dies weiterhin meine politische Überzeugung sei. Aber vor 30 Jahren war dies eben so… Du sagst „und man die genauen Auswirkungen eines dauerhaft niedrigen Ölpreises noch nicht einschätzen kann“. Ich weiß nicht, ob dauerhaft niedrige Ölpreise Traum oder Alptraum eines Grünen sind. Vom Prinzip her würde ich zu Öl aus Grundüberzeugung sagen: Lasst doch des Zeugs bloß in der Erde (incl. der off-shore Erde). An der einen Ecke holen ses raus, an der anderen Ecke wollen se CO2 in die Erde zur „Endlagerung“ pumpen. Na, vielleicht wird da unter Druck und freundlicher Anwesenheit von H2O und mit viel Hoffnung in einer Millionen Jahre wieder Erdöl draus. Ich denke dennoch nicht, dass wir uns auf dauerhaft niedrige Ölpreise einstellen sollten. Öl ist NICHT in meinem Rohstoffdepot, da es vom Preis her einfach zu wenig volatil ist. Öl ist eigentlich unter den Rohstoffen mit einer der größten Langweiler und gehört aus diesem schlichten Grund zumindest nicht in mein Rohstoffdepot. Vergleich mal 17 (oder unter 10 … ist nicht so lang her) US$ vs. 50 US$ bei Silber. Hat sich Öl jemals in der uns bekannten Geschichte so verhalten? Ich denke die Ölpreise werden lediglich von den Medien benutzt, um Schlagzeilen zu generieren. Der Ölpreis, der US$ und die Weltwirtschaft … bla bla bla

  12. Micha said:

    dir sei verziehen Lars & gute Besserung. Das hier schon einige Faktoren derzeit etwas negativ erscheinen ist mir durchaus bewusst, daher auch die Frage unter mittel- bis langfristigen Gesichtspunkten eben auch im Bezug auf die Dividende und Stände des ATX.

    VG & hoch die Hände Wochenende 😉
    Micha

  13. Micha said:

    Moin… genau DIE meinte ich, aber wirklich eher unter mittel- bis langfristigen Gesichtspunkten. Also kaufen, schlafen und über den Gewinn freuen. ^^

    • Lars said:

      Hallo Micha,

      und sorry für die späte Antwort. Ich bin mal wieder etwas Grippe-geplagt und dementsprechend matschig im Kopf 😉 Musste mich mal ein paar Tage ausruhen. OMV habe ich mir angesehen und finde ich ebenfalls sehr interessant, was die Bewertungskennzahlen anbelangt. Buchwert bei ca 44,- KGV um die 7 und mit einer Dividendenrendite von 5,3 Prozent auch etwas für Thomas 😉 Also von der Seite gibt es sicherlich nichts zu meckern…

      Genau wie bei den Drillern bewegen wir uns aber in einem Feld das momentan von Investoren eher gemieden wird. Energie/Ölpreis/Schiefergas/Russland/Sanktionen/Wirtschaftswachstum…all diese Faktoren spielen hier eine gewichtige Rolle und könnten den Energiemarkt noch über Monate negativ beeinflussen. Insbesondere wenn man Russlands Daumenschrauben noch etwas „nachziehen“ möchte…. Also mit Vorsicht zu genießen. OMV wäre aber sicherlich ein interessanter Kandidat, auch wenn die österreichische Wirtschaft insgesamt gerade nicht so rund läuft!

      Und da kommt auch schon wieder eine Frage an den Fachmann…Thomas, wenn Du den gesamten Energiesektor mit Schwerpunkt Öl spielen wolltest, welches Instrument würdest Du Dir zurecht legen um dann zum richtigen Zeitpunkt long zu gehen und auf eine Trendwende zu setzen? Da Einzelwerte eher schwierig bleiben könnten und man die genauen Auswirkungen eines dauerhaft niedrigen Ölpreises noch nicht einschätzen kann…

      Ich bin gerade dabei mir diesbezüglich eine Watchlist zusammen zu stellen und freue mich über weitere Anregungen…

      viele Grüße, Lars

  14. Micha said:

    Abend,

    wirklich nette Zahlen, aber mal was anderes… mittel- bis langfristig OMV?!? Finde das auf dem aktuellen Niveau wirklich recht interessant.

    VG

  15. Pingback: Kleine Presseschau vom 21. Oktober 2014 | Die Börsenblogger

Kommentar verfassen

Top