Porsche und VW rücken immer enger zusammen

Es geht voran mit der Integration des Porsche Konzerns in die VW Familie. Gestern wurde bekannt, dass Volkswagen nun die Porsche Holding in Salzburg für insgesamt 3,3 Milliarden Euro kauft. Der größte Autohändler Europas, der bislang je zur Hälfte den beiden Familien Porsche und Piech gehört hat, wechselt damit vollständig in den Besitz der VW AG. Die Holding ist in Westeuropa, Südosteuropa und China tätig, und verkaufte im Geschäftsjahr 2009/10 insgesamt 421.000 Neuwagen was einem Gesamtumsatz in Höhe von 12,2 Mrd. Euro entspricht. „Mit dieser Entscheidung haben die Familien Porsche und Piech ein klares Bekenntnis zur Umsetzung des integrierten Automobilkonzerns abgegeben.“ Neben der Stärkung des Vertriebsgeschäfts „heben wir zudem Synergien und steigern die Performance des Vertriebs“, sagte Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG.

VW wird zu 50,76 Prozent von der Porsche Automobilholding kontrolliert, der auch der Stuttgarter Sportwagenhersteller gehört. Diese Holding gehört Mitgliedern der Familien Porsche und Piech, auch die arabische Investmentgesellschaft Qatar Holding LLC ist Großaktionär. Eine Verschmelzung der Porsche Holding SE auf die Volkswagen AG zu einem integrierten Automobilkonzern ist für 2011 vorgesehen.

Die Übertragung des Vertriebsgeschäfts von der Porsche Holding Salzburg ist ebenfalls für das erste Halbjahrs 2011, spätestens aber für den Zeitraum bis zum 30. September 2011 vorgesehen. Der operative Teil der Porsche Holding GmbH Salzburg umfasst „sämtliche Zweige, die mit dem Automobil zu tun haben“, also Porsche Austria, Porsche Inter Auto, aber auch die Porsche Bank, erläutert Porsche Salzburg-Sprecher Hermann Becker.Nur „marginale Bereiche“ verblieben in der Porsche Holding Salzburg. Die Dynastie Porsche/Piech wird seit vielen Jahren vom „trend“ als die reichste Familie Österreichs mit geschätzten 28,8 Mrd. Euro gereiht. Die historischen „Schnittstelle“ der beiden Familien liegt bei Ferdinand Porsche, dem Großvater des früheren VW-Konzernchefs Ferdinand Piech. Quelle: Salzburger Nachrichten

Unser Fazit für beide Aktien lautet unverändert. Hier handelt es sich wohl um eine der interessantesten Storys aus der deutschen Automobilbranche der letzte 20 Jahre. Beide Unternehmen sollten nach der erfolgten Verschmelzung deutlich von dieser Entwicklung profitieren können, auch wenn es bis dahin wohl noch einige Hürden zu nehmen gilt. Die Aktionäre sollte es letztlich auch freuen. Mit dem Verkauf der Anteile an der Porsche Holding wird auch ein wesentlicher Teil der für Porsche geplanten Kapitalerhöhung finanziert werden. Der momentane Schuldenberg des Sportwagenbauers sowie die drohenden Sammelklagen wegen der geplatzten VW Übernahme lasten noch immer auf dem Kurs. Fundamental dürfte der Stuttgarter Autobauer selbst nach einem entsprechendem Risikoabschlag deutlich mehr wert sein als sich dies im Aktienkurs widerspiegelt.

Auch der charttechnische Ausblick beider Aktien ist weiterhin hervorragend. Nachdem die Porsche Aktie kurzzeitig wieder abgetaucht ist befinden wir uns aktuell in der Nähe des letzten Hochs bei 43,- Euro. Dieses wurde bereits mehrfach in den letzten beiden Handelstagen überschritten. Gelingt der nachhaltige Ausbruch über 43,- Euro dürfte das nächste Kursziel bei 47,- Euro später 49,50 Euro liegen. Wir halten diese Kursziele noch in diesem Börsenjahr für erreichbar. Bei der VW Aktie, die ja bereits hervorragend gelaufen ist, sehen wir unverändert weiter steigende Kurse in den kommenden Wochen. Zunächst gilt es die Marke von 115,- Euro zu überwinden, danach dürfte die Marke von 122,- bzw. 126,- Euro angepeilt werden. Auch hier sind wir weiterhin optimistisch, dass dies in absehbarer zeit passieren wird.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Performance der VW Stammaktien in den letzten Handelstagen. Inzwischen haben die „Stämme“ kräftig aufgeholt. Mittelfristig war die Underperformance zu den Vorzugsaktien auch nicht zur rechtfertigen. Wer VW Aktien noch einmal unter 100,- Euro erwerben möchte sollte sich also die Stammaktien etwas näher ansehen. Wir haben gestern unsere Beteiligung am VW Konzern um ein paar Stammaktien erweitert, und besitzen nun beide Aktiengattungen.

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