Deutsche Bank, Commerzbank – Angst vor den Zahlen!

Die Aktien der beiden großen deutschen Bankhäuser waren heute, nach einem kurzen Anflug von Erleichterung nach der sogenannten Griechenland Rettung, erneut unter Druck! Als Grund dafür dient den Fachleuten immer die Theorie das ja in den USA bis dato keinerlei Lösung für die Schuldenproblematik gefunden worden sei, und somit die Risiken insbesondere bei Bankenaktien weiterhin bestehen würden. So weit so richtig! Das politische Geschachere der US Politiker ist wohl auch alles andere als professionell, denn leider geht es, wie fast immer, mehr um den Machterhalt als um die Sache an sich! Bleibt zu hoffen das letztlich doch ein wenig Vernunft in den Köpfen der Verantwortlichen Einzug hält. Eigentlich sollte man ja auch meinen das die Wirtschaftsnation Nummer Eins aus den Fehlern der Lehman Pleite gelernt haben könnte, aber bei den Amerikanern weiß man ja nie…

Aber, ist das wirklich der wahre Grund für die schwächeren Kurse bei der Deutschen Bank und der Commerzbank heute im Vorfeld des Quartalsberichtes der DB? Oder hat der Markt schlicht und ergreifend Angst vor negativen Überraschungen? Die Nervosität ist weiterhin spürbar groß, sieht man sich die Umsätze bei den beiden Aktien an fällt aber auf das diese deutlich geringer waren als in den letzten Handelstagen üblich. Ich gehe also eher davon aus, das die kein groß angelegter Verkauf von institutionellen Investoren ist, warum auch? Viel mehr dürften hier einige Anleger schlicht und ergreifend kalte Füße bekommen haben.

Fakt ist, dass sowohl die Deutsche Bank als auch die Commerzbank von der griechischen Lösung deutlich profitiert haben dürften. Die griechischen Anleihen im Bestand der Banken dürften schon zu einem Großteil entsprechend wertberichtigt gewesen sein. Man muss davon ausgehen das diese vorher noch mit einem Abschlag von 50% in den Büchern standen, nun aber durch die „Beteiligung des Privatsektors“ mit ca. 70 Prozent bewertet werden können. Neben dem zu erwartenden operativ guten Ergebnis bei der Deutschen Bank sollte also noch ein nettes Sümmchen obendrauf kommen. Ob sich diese positiven Effekte bereits in der Bilanz zum zweiten Quartal finden lassen werden wir morgen sehen. Relativ sicher bin ich mir aber das es spätestens mit dem nächsten Zahlenwerk einige positive Sondereffekte geben wird!

Beiden Bankentitel bleiben auf dem aktuellen Niveau für uns ein klarer Kauf. Zwar gibt es wie oben beschrieben noch ein paar Unwägbarkeiten, diese sollten sich aber in den kommenden Tagen ebenfalls im positiven Sinne auflösen. Die Messlatte für die Deutsche Bank hängt dieses Mal ordentlich hoch. Die US Geldhäuser konnten (fast) alle positiv überraschen. Ich gehe davon aus das die DB aber im internationalen Vergleich nicht nur gut mithalten sondern vielleicht sogar noch eins draufsetzen kann. Wenn dann noch die lästigen Diskussionen um die  Nachfolgeregelung für Josef Ackermann final verabschiedet werden steht einem kräftigen Kursanstieg wohl nichts mehr im Wege. Die Commerzbank Aktie sollte dann folgen…

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12 Comments

  1. Pingback: Commerzbank und Deutsche Bank – 100 Prozent Potenzial? | Investors Inside

  2. Micha said:

    Lars kannst du mir ein für dich besonders empfehlenswertes Buch über Charttechnik – Chartanalyse nennen. Ich bin eigentlich kein Charttechniker bin aber sehr interessiert daran. Wäre interessant was du empfehlen würdest, denn du bist unglaublich gut in deinen Geschäft.

    • Lars said:

      Hi Micha, da kann ich Dir nicht wirklich etwas empfehlen, da ich selber eigentlich nie eins gelesen habe 🙂 Also ich könnte nicht behaupten das ich mein Wissen aus einem bestimmten Buch bezogen habe. Viel mehr ist es eine gewisse Beobachtungsgabe und ein Gespür für Situationen die man im laufe der Jahre entwickelt.

  3. deathproof said:

    wie im wilden westen halt. ami ist und bleibt ein pokerland. wer letztendlich verliert, werden wir dann ja sehen 😉

  4. Micha said:

    Sehe ich auch so. Die Republikaner hätten nichts gewonnen und würden nächstes Jahr schlechtere Chancen bei den Präsidentschaftswahlen haben. Damit würden sie Obama in die Karten spielen. Das ist alles politisches Taktieren und zum letzt möglichen Termin kommt die Einigung. Das werden die Republikaner dann als großen Erfolg für nächstes Jahr nutzen.

    • Lars said:

      🙂 Ich ja nun leider auch! Gestern wurde der Versuch Obamas die Reichensteuer nicht als Bedingung mit in das Paket einfließen zu lassen ebenfalls von den Republikanern abgeschmettert. Das macht mich selber etwas nervös, denn spätestens hier hätten die Reps zuschlagen müssen um der Lobby gedient zu haben und ohne Gesichtsverlust den Ring zu verlassen.

  5. Thomas said:

    Wie schätzt Du eigentlich die Diskussion um die Schuldenobergrenze in den USA ein? Ich überlege, morgen ganz aus Aktien und US$ rauszugehen. Gute Idee?

    • Lars said:

      Glaubst Du wirklich die Amis sind so dumm und verpassen sich selber den Gnadenstoß? Man mag ihnen ja eine gewisse Ignoranz unterstellen können, aber wirtschaftlicher Selbstmord…? Ich schätze mal dann wäre es das mit der wirtschaftlichen Weltherrschaft für die Nordamerikaner und Sie können den Wanderpokal direkt an China durch reichen! Ich glaube da nicht dran…allerdings habe ich 2008 auch nicht daran geglaubt das sie so dumm sind Lehman Brothers pleite gehen zu lassen! Letztlich war der Preis dafür wohl um ein Zig-Tausendfaches höher als eine Rettung Lehmans gekostet hätte. We will see!!!

    • Lars said:

      Ja das sehe ich auch so! Nicht umsonst ist gestern Abend noch die Nachfolge Ackermanns geregelt worden 😉 das sollte die geschundene Anlegerseele nun wieder etwas beruhigen…und sooo schlecht waren die Zahlen wirklich nicht!

  6. Lars said:

    Ups, wer hätte das gedacht…Wegen des schwächelnden Investmentbanking-Geschäfts verdiente die Deutsche Bank „nur“ 1,2 Milliarden Euro und blieb unter den Prognosen.

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