Deutsche Banken „..hart getroffen“ ?

Deutsche Bank Chef Josef Ackermann wird in diesen Tagen nicht müde zu betonen wie hart die Beteiligung des privaten Sektors an der Rettung Griechenlands seine Bank, und natürlich auch die anderen Geldinstitute trifft. Ich weiß ja nicht wie es Ihnen beim Lesen solcher Aussagen geht, aber ich komme mir doch ein wenig verarscht vor. Insgeheim werden sich die Bankenvertreter am Donnerstag Abend wohl zu einem geheimen Gelage getroffen haben und klopfen sich jetzt noch auf die Schenkel. Leider ist es wohl so, dass Ihm das die breite Masse glauben wird und sich darüber freut dass nun endlich die bösen Banken, die ja Verursacher der Finanzkrise sind, auch mal dafür bluten müssen und nicht immer nur der arme kleine Steuerzahler. Auch unserer Kanzlerin verkauft dies Lösung für Griechenland als großen Sieg und geht jetzt erst einmal schön entspannt und endlich wieder lächelnd in den wohlverdienten Sommerurlaub, was ihr ja auch zu gönnen ist.

Tatsächlich wäre der Abschreibungsbedarf den die Banken und Versicherungen gehabt hätten, im Falle einer unkontrolliert Pleite Griechenlands, wohl um ein vielfaches höher gewesen. Die Banken haben bereits in den letzten zwölf Monaten ca. 35 Milliarden an griechischen Anleihen an die EZB abgetreten die nun auf diesen Papieren sitzt. Nicht nur das, EZB Chef Jean Claude Trichet hat gegen seine eigentliche Überzeugung nun zugesagt weitere Anleihen aufzukaufen, selbst wenn Griechenland vorübergehend pleite sein sollte. Letztlich macht aber auch die EZB dabei einen guten Schnitt, was wohl auch den plötzlichen Sinneswandel Trichets erklärt. Denn die griechischen Anleihen sind künftig mit einer Garantie aller Euro Staaten unterlegt, sprich satte Zinsen bei wenig Risiko. Bis hier hin also eine sogenannte Win-Win-Situation!

Noch ist nicht klar wie hoch die tatsächliche Beteiligung der Banken an dem Rettungspaket ausfallen wird. Summen zwischen 50 Milliarden und 135 Milliarden Euro machen die Runde. Letztlich wird dies aber keine der Banken, inklusive der Commerzbank, wirklich  „hart treffen“! Man hat sich erneut verzockt, und wiedermal eilen die Politiker indirekt zur Hilfe. Das mag nicht gewollt sein, letztlich blieb aber in einer verfahrenen Situation erst einmal kein anderer Ausweg und die jetzt angestrebte Lösung ist zumindest kurzfristig betrachtet die Wahl des kleineren Übels. Wie Sie wissen wäre ich für eine andere Lösung gewesen! Es steht zu befürchten dass das eigentliche Problem in ein paar Jahren wie ein Bumerang zurückkommen wird. Zwar wurde dieser Bumerang nun endlich einmal richtig kräftig geworfen, und das verschafft den Börsen die nötige Luft, aber er wird wieder kommen, und das dann auch mit entsprechender Wucht. Die Banken sind mal wieder gut durch die Krise gekommen, und genau dieses Szenario habe ich „befürchtet“ als ich Ihnen letztes Wochenende schrieb:

„Für Bankaktien ging es in der abgelaufenen Woche ordentlich abwärts. Die Unsicherheiten um die Eurokrise sowie die anhaltenden Diskussionen um die Erweiterung der Schuldenobergrenze der USA belasten den Sektor weiterhin deutlich. Nach meiner persönlichen Einschätzung dürfte die Reaktion des Marktes im Vorfeld dieser Ereignisse übertrieben gewesen sein. Insbesondere bei der Aktie der Deutschen Bank sehe ich langfristig enormes Potenzial, aber auch bei der Commerzbank Aktie. Inzwischen sind beide Titel deutlich überverkauft. Möglicherweise geht die Schwäche bei der CoBa noch bis in den Bereich um die 2,20 Euro obwohl der Kursverfall bereits jetzt verlockend für einen Wiedereinstieg ist. Bei der Aktie der Deutschen Bank erwarte ich für die kommende Woche einen Rebound bis in den Bereich 38,50 oder 39,- Euro. Ich gehe somit eher davon aus das der Ausverkauf nun langsam beendet sein sollte, eine Gegenreaktion des Marktes sollte entsprechend heftig ausfallen!  Man darf also gespannt sein wie sich die weiteren politischen Eriegnisse in der kommenden Woche auf die Aktienkurse der beiden Geldinstitute auswirken werden.“

Und genau darum geht es letztlich wohl auch. Die Börsen bedanken sich für die getroffenen Entscheidungen mit Kursgewinnen die  einem aktivem Trader dabei helfen die künftig zu erwartenden Kosten der ganzen Misere etwas abzufedern. Diese Möglichkeit haben aber leider nicht alle Menschen. Unsere Kinder werden spätestens die Zeche für diese ganzen Ereignisse zahlen, genau so wie ältere Menschen die nicht mehr die Möglichkeit haben dies zu kompensieren und Ihre Rente entsprechend aufzubessern. Aber ich will nicht zu depressiv wirken, denn die Welt ist eben wie sie ist und solche weitreichenden Ereignisse hat es schon immer irgendwie gegeben. Und immer hat die westliche Welt ein Weg gefunden aus der Krise gestärkt hervor zu gehen…

Bevor ich für heute zum Abschluss komme möchte ich Sie aber gerne noch um etwas bitten! Die Bilder aus Somalia haben mich in dieser Woche sehr berührt und ich möchte Sie ganz konkret bitten zu spenden wenn Sie können. Im Gegensatz zu uns Europäern fehlt es diesen Menschen wirklich an einer Alternative zu ihrem kargen Leben und die Probleme dort sind weitaus größer als die unsrigen… Die Hungersnot am Horn von Afrika ist die schlimmste seit Jahrzehnten, täglich verhungern tausende Kinder! Ich habe Ihnen hier den Link zur Seite Aktion Deutschland hilft beigefügt wo Sie sich über die verschiedenen Möglichkeiten der Hilfe für diese Menschen informieren können, und möchte mich bereits jetzt für Ihre Unterstützung bedanken!

In der letzten Woche habe ich eine gewagte These aufgestellt die ich hier gerne noch einmal wiederholen möchte. Natürlich ging es um die wichtigen politischen Ereignisse und deren direkte Auswirkungen auf die Börsen. Auch wurde im Börsenblog natürlich erneut über die Edelmetalle, Gold und Silber, und deren weitere Entwicklung diskutiert. Meine These dazu ist folgende: „Sollte es also gelingen die politischen Wirren zu bewältigen, was natürlich wünschenswert wäre, dann dürften die Aktienmärkte vor einer erneuter Rallye stehen die sogar in ungeahnte Höhen führen könnte. Ohne die momentanen Belastungsfaktoren würde der DAX wohl bereits heute deutlich über der Marke von 8.000 Punkten notieren und spätestens im kommenden Jahr die 10.000 Punkte Marke angreifen. Denn betrachtet man die harten Daten vieler deutscher Unternehmen sieht es bei weitem nicht so schlecht aus wie manche Propheten es vorhersagen. Die Edelmetalle sollten in dem Zeitraum dann natürlich entsprechend schwächer notieren!

In der nun kommenden Woche wird es noch einmal richtig spannend, diverse Quartalsberichte stehen im Börsenkalender. Allem voran aber müssen die Amerikaner allmählich zu einer Entscheidung über die Anhebung der Schuldenobergrenze kommen. Präsident Barack Obama hat sich bereits am Dienstag kompromissbereit gezeigt und damit auch für eine gewisse Erleichterung an den Aktienmärkten gesorgt. Der Dow Jones konnte daraufhin um  200 Punkte zulegen, und markierte damit den besten Handelstag des Börsenjahres 2011. Alleine die Hoffnung auf eine baldige Lösung hat die Börsen deutlich beflügelt, sollten in der kommenden Börsenwoche nun auch in den USA Nägel mit Köpfen gemacht werden so ist das von mir aufgezeigte Szenario sehr wahrscheinlich. Bleiben Sie also konsequent bei Ihrer Strategie und lassen Sie sich nicht von kurzfristigen Ereignissen verunsichern. Am Goldpreis wird man in den kommenden Wochen sehen ob der neue Aufschwung nachhaltig sein wird…Und denken Sie daran, am Donnerstag ist VW und Porsche Tag 😉

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8 Comments

  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 25. Juli 2011 | Die Börsenblogger

  2. Thomas said:

    Hallo Lars, der Artikel in der Süddeutschen sprach mir aus der Seele. I.ü. spricht er nicht über einen speziellen deutschen Egoismus. Den musst Du hineingelesen haben.

    Wenn die Deutschen, wie der Artikel in Börse am Sonntag einflüstern will, kein Vertrauen in den Euro hätten, warum haben Sie dann den größten Teil ihres Vermögens auf dem Sparbuch (in Euro)?

    Ich habe Vertrauen in den Euro. Ich diversifiziere jedoch in Währungen und in Edelmetalle. Mein Goldanteil im Depot ist zur Zeit noch 20%. Der wird aber fallen. Geplant sind mittelfristig nur ca. 7-8%, Silber soll etwas übergewichtet werden. Zudem ist das nächste Edelmetall Rhodium, das ins Depot wandert (Diversifizierung). Es wird aber sicherlich noch über ein Jahr dauern, bis ich wieder bei Edelmetallen zulange. Zur Zeit spare ich auf 7 Teile ZZ2 🙂 – wie schon mehrfach erläutert.

  3. Pingback: Deutsche Bank, Commerzbank – Angst vor den Zahlen! | Investors Inside

  4. Lars said:

    Den Löwenanteil der Verluste dürften der Analyse zufolge nun griechische Banken zu tragen haben. Die sechs am Stresstest teilnehmenden Institute halten demnach in den kommenden zehn Jahren fällig werdende Anleihen im Volumen von 43 Mrd EUR. Dies könnte Verluste von bis zu 9 Mrd EUR für sie bedeuten. Französische Banken könnten auf Verluste von 1,4 Mrd EUR kommen, und deutsche Kreditinstitute auf 843 Mio EUR.

  5. Lars said:

    …Die Rettung Griechenlands dürfte bei den Banken in Europa nur zu moderaten Verlusten führen. Eine Analyse des „Wall Street Journal“ (WSJ) auf Grundlage der Ergebnisse des europaweiten Stresstests geht davon aus, dass den 90 wichtigsten Banken Verluste von insgesamt 7 Mrd bis 14 Mrd EUR entstanden sein dürften.

    Zwei Drittel dieser Verluste würden bei griechischen Banken anfallen. Insgesamt ist die Summe deutlich kleiner, als Analysten im Vorfeld der Griechenland-Rettung befürchtet hatten. Die Verluste bei griechischen Anleihen belaufen sich beim geplanten Umtausch in neue Papiere mit längerer Laufzeit nun auf 10% bis 21%, befürchtet worden waren bei einem Schuldenschnitt 50% oder mehr an Verlusten…

  6. Thomas said:

    „Triumph über die Egoisten

    Es ist eine Sensation, dass den Europäern dieser Beschluss in einer Atmosphäre gelungen ist, in der nationale Interessen die europäischen zu verdrängen drohen, Euro-Skeptiker großen Zulauf haben und die Bürger müde geworden sind, ständig neue Hiobsbotschaften rund um den Euro zu hören. Diesem Abdriften ins Nationale setzen die Staats- und Regierungschefs eine starke Botschaft entgegen. Einen Europäischen Währungsfonds zu etablieren, bedeutet nichts weniger, als dass 17 Länder endlich als das auftreten, was sie vorgeben zu sein: eine Gemeinschaft.“

    http://www.sueddeutsche.de/geld/euro-krise-triumph-ueber-die-egoisten-1.1123740

    • Lars said:

      Vielen Dank für den Beitrag Thomas…naja. Egoismus kann man uns Deutschen eigentlich nicht nachsagen, da wir immer die ersten sind die für andere zahlen wenn es irgenwo brennt, und auch dieses mal wieder ganz vorne mit dabei sind. Letztlich ist es zu begrüßen das nun endlich eine lösung gefunden wurde und natürlich auch das die Gemeinschaft dies gemeinschaftlich beschlossen hat. Ich habe noch etwas für Dich gefunden das Dich interessieren könnte…
      http://www.boerse-am-sonntag.de/artikel/spezial//3626_Die_Billionen-Euro-Frage.html

      viele Grüße, Lars

  7. Ramsi said:

    Ich stecke da in einer moralischen Zwickmühle bezüglich der Hilfe für Afrika. Ich bin generell geneigt, zu spenden. Allerdings müsste ich dafür ein paar Porsche-Papiere verkaufen und ich bin überzeugt, dass ich sie bald nicht mehr so billig bekomme. Hoffen wir das beste für Donnerstag. Vielleicht gehe ich einfach an meine Bargeldreserven um zu helfen.

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