Die Bilfinger Aktie vor erneutem Ausbruch in Richtung 54,- Euro?

Das Bankhaus Lampe hat heute sein Kursziel für die Bilfinger Berger Aktie angepasst bzw. die Empfehlung von Halten auf nun Kaufen gesetzt. Zwar sieht man das Kursziel nun nur noch bei 53,- statt zuvor 56,- Euro, aber aus rein charttechnischer Betrachtung könnte das Analysenhaus damit goldrichtig liegen. Auch ich bin ja nun seit längerem schon hier engagiert und vertrete die Meinung, dass man als Aktionär das katastrophale Jahr 2014 abhaken, und nach vorne schauen sollte.

Der Baukonzern konnte zuletzt den Verkauf eines Großteils des Ingenieurbaugeschäfts an die Schweizer Implenia AG verkünden, was ich als ersten Schritt in die richtige Richtung erachte. Letztlich kommt es aber nicht darauf an was man so „erachtet“ sondern viel mehr ist immer wieder das was man tatsächlich sehen kann ausschlaggebend für eine Anlageentscheidung. Und da gibt es erneut ganz hoffnungsvolle Signale …

Anschlussanalyse Bilfinger Berger Aktie

Anschließend an den letzten Artikel zur Bilfinger Aktie in dem ich auf die Rebound Chance hingewiesen habe, und der Vorstellung der Aktie als Turnarround Kandidaten 2015,  möchte ich Ihnen nun kurz die wahrscheinliche Fortsetzung der Geschichte präsentieren. Wie damals beschrieben, ist die Aktie nun an den entscheidenden Ausgangspunkt für die nächste Aufwärtswelle herabgelaufen und hat den Abwärtstrend nach oben verlassen.  Der Re-Test dieses Bereiches verlief ebenfalls mustergültig, sodass man davon ausgehen kann, dass das neue Chartsignal demnächst getriggert wird.

Die Rede ist einmal mehr von einer sogenannten Tassen-Formation, deren Kursziel sich aus dem Abstand zwischen dem Tiefpunkt des Tassen-Bodens und dem Tassenrand bemisst. Im Falle Bilfinger würde dies also bedeuten, dass mit dem Überschreiten des letzten Hochs bei ca 47,85 Euro ein neues Kursziel von 54,20 Euro in greifbare Nähe rückt. Das faszinierende daran ist, dass dieses Kursziel dann genau im Bereich der hier vor Wochen eingezeichneten grünen Linie liegen würde. Einen Test der oberen Begrenzung der übergeordneten Keilformation halte ich somit für immer wahrscheinlicher!

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18 Comments

  1. Micha said:

    Moin,

    danke für die Ausführungen, sollte es eine wirklich ernsthafte Überlegung werden, würde ich mich nochmal melden. 😉 Der Gagfah-Chart ist schon allererste Sahne, aber schau dir mal den von der Adler Real Estate an. Der Kurs hat sich ca. verzwangzigfacht in den letzten Jahren und aktuell sind wir nach einer Korrektur wieder auf ein neues Mehrjahreshoch ausgebrochen (knapp unter dem ATH). Ob sich allerdings jetzt noch ein Einstieg lohnt… hm

    • Thomas said:

      Micha – ich denke es gibt gute und schlecht REITs. Meine Punkte waren lediglich: a) Lieber einen Sparplan auf einen REIT-ETF als einen Bausparvertrag b) REITs sollten gerade jetzt (außer Putin marschiert nächste Woche in Dresden ein) besonders von dem QE profitieren – oder von mir aus, jetzt nochmals …

      Gruß

      Thomas

  2. Thomas said:

    Lieber Lars!

    Als ich so alt war wie Micha, hatte ich einen Bausparvertrag. Die dümmste Anlageform, die ich je in meinem Leben hatte!

    Da gibt es zum einen mal die „Abschlussgebühr“ (in der Regel 1% von der Bausparsumme … also bei 200.000 € Bausparsummer darfst Du erst einmal 2.000 € Eintritt bezahlen. Dann gibt es häufig Bausparkontoführungsgebühren die bei einer schon angesparten Summe von 10.000 leicht die Zinsen übersteigen können etc. etc. … und dann der Ärger mit der Zuteilung. Man hat sein Traumobjekt gefunde, der Vertrag ist aber nicht reif oder der Vertrag kann zugeteilt werden nur man hat kein Kaufobjekt etc. etc. etc.)

    Um es auf den Punkt zu bringen: Das ist staatlich gefördert = Bitte kilometerweit alles umgehen, was staatlich gefördert ist.

    REIT hatte ich eingebracht, da (zumindest von meiner Prognose her die nächsten 2 Jahre) die Häuserpreise und die Mieten steigen, die Hypothekenzinsen aber fallen. Wer profitiert am meisten davon? REITs! Möglichst „hochverschuldete“ REITs…

    Ich selber habe sehr gute Erfahrungen damit, aus ***(100%) Fremdkapital*** bzw. aus nichts bzw. lediglich aus der Bonität gute Renditen mit Häusle-Kaufen gemacht zu haben. Bei Hypothekenzinsen um die 1% … bin ich denn blöde, zu deren Tilgung Eigenkapital einzusetzen (was Du auch mit einem Bausparvertrag letztendlich machst)???

    „Ich persönlich finde eine mögliche Rendite von 3-4% p.a. “mickrig”

    Bei 1% Hypothekenzinsen ist die Rendite der Tilgung (bzw. des eingesetzen Eigenkapitals) mickrig – nämlich 1%. Der eventuelle Gewinn (das Verlusrisiko) beim Wiederverkauf des Hauses ist vorhanden – unabhängig von der Frage, wie sich das eingebrachte Eigenkapital zwischenzeitlich verzinste. D’acord…
    Wenn ich 200.000 Euro habe lege ich die lieber in PSEC an … monatliche Ausschüttung trotz Dividendenkürzung derzeit ca. 1% — also 2.000 € … pro Monat (!!!) … als damit die Hypothek abzubezahlen … Bei 2000 € Ausschüttung im Monat kann man bei 1% Fremdfinanzierungs-/Hypothekenzinsen (200 €) und 1,5% Tilgung (300 €) sich auch ein Haus, fremdfinanziert, für 200.000 leisten. Die verbleibenden 1500 € sollten im Alter ausreichen, um 1x im Monat schön Essen gehen zu können 😉

    Nur REITs … die haben eine AUSSCHÜTTUNGSrendite von – ich schätze mal 4%. ABER: Lege mal den Chart der Gagfah über den der Apple – die letzten 2, 3, 4 Jahre … Da sieht die Apple aber ganz schön alt aus (das meine ich im Ernst: Siehs Dir halt einmal an und nicht einfach immer nur Voruteile)!!! 😉

    Wenn man darauf angewiesen ist, Fremdkapital in die Eigenheimfinanzierung einzubringen und dazu erst einmal ansparen muss, halte ich die Idee eines Sparplans auf einen REIT (oder entprechenden ETF) für eine sehr gute Idee. Der Punkt dabei ist, dass sich der REIT so ähnlich verhält wie das Traumhaus: Grob: Läuft der Häusermarkt heiß läuft auch meine Bausparsumme im REIT mit heiß, steigen die Mieten steigt die Ausschüttungsrendite des REITs etc.

    Wenn der Wert meines REIT-Sparplan sinkt … fallen gerade die Häuserpreise in DE.

    Mein Rat an Micha wäre aber: Wenn Du zu 100% finanzieren kannst … dann such Dir etwas nettes. Ich spinne jetzt etwas, aber wie wär’s mit 100 qm in Dresden, Whirlpool, 2 Bäder, Keller, Waschkeller, Tiefgaragenstellplatz zum Sonderangebot von 300.000 €. 100% finanziert, 10 Jaher fest, 1% Zins, 2% Tilgung .. sind „250 € kalt“, „500 € in „Sparplan Tilgung““ = 750 € „Miete kalt“ … mit den Whirlpools und den Bädern kann man dann sicherlich nochmal 750 € Nebenkosten drauflegen. Naja … aber für unter 1500 € warm wirst Du so eine Traum-ETW in Dresden wohl auch nicht mieten können.

    Umzug? Lebensplanung?

    Das Risiko dabei ist relativ gering. Zumindest geringer, als ich in jungen Jahren dachte:

    Bei 300.000 Kaufpreis sind mindestens 30.000 (und das muss leider Eigenkapital sein) erst mal futsch. In den Sand gesetzt. Notar, Grunderwerbsteuer (+/-Makler). Unter der Annahme aber, dass die Häuserpreise in Dresden die nächsten Jahre so mit 5% zulegen werden … 300.000*5% = 300.000 + 15.000, d.h. nach 2 Jahren sind diese 30.000 bei „Notverkauf“ schon längst wieder drin (zudem hast Du ja 2 Jahre lang 500 € pro Monat getilgt = 12.000 … vorsicht Falle: 8 Jahre vor Ende der Zinsbindung wird für 8 Jahre Vorfälligkeitsentschädigung fällig, das sind grob die noch über 8 Jahre zu zahlenden Zinsen. Aber auch das ist wenig=3000/Jahr * 8 = 24.000). Aber so nach 3 Jahren rechnet sich das in etwas so:

    Verkaufspreis/Marktwert: 347.000
    Hyopthek: 282.000
    Vorfälligkeitsentschädigung:21.000
    = Bank will 303.000
    = Käufer will Dir 347.000 geben

    = 3 Jahre in der Traumvilla gelebt + 44.000 € in cash für 30.000 € vor 3 Jahren beim Notar und beim Steueramt abgegeben.

    Anders ausgedrückt: Ja sicher, wenn mir morgen droht, nach Buxdehude versetzt zu werden, kaufe ich mir heute kein Haus in Dresden (sondern einen Strick). Als ich 29 Jahre alt war, wusste ich nicht, ob ich in West- bzw. später Gesamt-Berlin bleibe. Blieb dann nicht. Nur der „Umzug“ zog sich aber insgesamt über 14 Jahre hin. Wenn mir mit 29 eine Bank meine Traumvilla in West-Berlin für 300.000 DM zu 1% finanziert hätte … Spielen wir die Annahmen oben nur mal 10 Jahre durch:

    300.000+30.000 DM Notar/Grunderwerbsteuer
    10 Jahre später:

    Kaufpreis/Verkaufspreis 444.000 DM
    Bank will 240.000 DM (noch etwas weniger, wegen der 1%-igen Verzinsung der Tilgung)

    Sind dann schon 170.000 DM Eigenkapital für 30.000 DM ursprünglich eingesetzt … gut, nach 10 Jahren ist mal was zu renovieren. 170.000 sollten aber ausreichen, um dann die Kloschüsseln zu vergolden … Ist ja immerhin ein Nebenverdienst von 17.000 DM im Jahr, oder (mehr als) 1000 DM pro Monat…

    @ Micha: Faustregel: Wenn Du die nächsten 2-3 Jahre nicht umziehen musst, lohnt sich (gegenwärtig) der Kauf gegenüber der Miete. Mit jedem Jahr, das Du länger dieses Eigentum selbst nutzen kannst, wird der finanzielle Nutzen immer größer (MIeten steigen, Hypotheken werden dagegen immer kleiner … und das ganz unabhängig vom Markwert der Immobilie).

    @ Lars: Ich will Dich nicht überreden, ein Haus zu kaufen. Wir haben gekauft wegen der FREMDKAPITALrendite … da kann ich eventuell mehr erzielen als Du. Bei Eigenkapitalrendite, Du sprichst bei Dir ja von 30% p.a. … bloß nicht in ein eigenes Haus … allerding schließe ich es nicht aus, dass deutsche REITs in den nächsten 1-2 Jahren ähnliche „Eigenkapitalrenditen“ erzielen könnten.

    Nochmals @ Micha: Wenn Du annimmst, die Häuslepreise in Dresden ziehen die nächsten paar Jahre so um die 5% an … 5% von 300.000 sind 15.000 im Jahr. 300.000 fremdfinanziert, 1%, sind 3.000 im Jahr. Bleiben 12.000 im Jahr oder 1.000 pro Monat. Im Ernst: Das schaffst Du nicht mit 2.000 Euro (Eigenkapital) auf CHF/EUR gehebelt 😉

  3. Micha said:

    Thomas,

    ich glaub du hast mich falsch verstanden. Aktuell würde ich mir, da ich 29 Jahre bin und man nicht weiß was die Zukunft bringt, lieber eine ETW als ein Haus kaufen und nur deshalb, weil man eben jenes entspannter im Ernstfall (Wegzug, plötzlicher Reichtum, …) vermieten kann. Ich würde keine ETW kaufen, um als Vermieter aufzutreten, da mir das viel zu stressig wäre (siehe deine Aussage oben).

    • Thomas said:

      Moin Micha,

      fühle mich immer noch missverstanden. Mit 29 fing ich gerade in West-Berlin an zu arbeiten. Hatte ein Appartment gemietet. Dann fiel die Mauer. Dann wurde Berlin zur Hauptstadt. Dann wurden wir aus Berlin rausgeschmissen.

      Rückblickend: Ob das nun eine 100 qm ETW oder ein 80 qm Minihaus ist: Das ist nur eine Frage des Volumens und der Wiederverkaufbarkeit (und der Wohnungsmarkt für Singles ist halt größer als der für eine 6 köpfige Familie). Ich war früher noch extremerer Eigentumsmuffel als Lars – das hat sich erst 2002 durch meine Ehe geändert. Meine Frau wollte unbedingt Eigentum haben – wurscht ob sich das rechnete oder nicht. Mit den inzwischen gesammelten Erfahrungern würde ich raten, soweit dies die Lebenssituation erlaubt, möglichst früh Eigentum zu bilden — insbesondere, wenn dies über eine ***100%-Finanzierung*** möglich ist (ich bin Bundesbeamter mit seit 25 Jahren unverändertem Arbeitgeber …).

      “ im Ernstfall (Wegzug, plötzlicher Reichtum, …) vermieten kann.“

      Diese Vermietung im Ernstfall — Du kannst Dich ja nicht mehr um die ETW kümmern, da Du dann 300 km entfernt Deiner Arbeit nachgehen musst — kostet Dich auf der Stelle seehr viel Geld. Der Punkt ist der: Wenn Du verkaufst, ist der Verkaufserlös steuerfrei, da eigengenutz. Der Verkauf in den nächsten 10 Jahren kostet Dich, 1 Sekunde nach der Vermietung, ca 25-30% vom Verkaufserlös. Hinzu kommt, dass die Vermietung selbst den Verkaufswert nach unten drückt. Wenn Du dann noch die richtigen Mietnomaden findest, drücken die dann den Wiederverkaufswert noch weiter, ohne dass Du selbst noch etwas dazu tun musst.

      Also für mich: Selbstgenutztes Eigentum, zu 100% fremdfinanziert: Ziehe ich inzwischen 50mal jeder Mietlösung vor!!! Fang damit so früh an, wie Du kannst – und möglichst groß, gleich mit 500.000 oder so … wenn’s geht.

      Vermieten (in unserem Fall trat die Frage bei einem 3-Zimmerappartment als Minihäuslein verkleidet fußläufig [kaum 100 m] von unserem jetzigen Eigentum auf): Never ever!!!

      Renditen … mit viel Glück 3-4% p.a. — da kann man sich auch einen REIT dafür kaufen.

      • Lars said:

        Wenn ich dazu kurz etwas sagen darf…bzw. eine Alternative aufzeigen darf um die wirklich günstigen Finanzierungskosten von Immobilien auszunutzen…Letztlich sollte eine solch „große“ Entscheidung wohl immer individuell betrachtet werden! Und natürlich ist es sinnvoll in jungen Jahren damit anzufangen um möglichst früh in die Komfortzone einer eigengenutzten Immobilie zu kommen oder aber Mieteinnahmen zu generieren die als Baustein für die Altersvorsorge taugen….

        Wie wäre es denn mit dem Abschluss von ein paar Bausparverträgen um sich die Konditionen jetzt langfristig zu sichern? Dann hat man später die Möglichkeit mit entsprechendem „Eigenkapital“ etwas zu erwerben, wenn die sonstigen Rahmenbedingungen passen. Bei jungen Leuten ist das ja mit der Planbarkeit der Zukunft noch nicht immer gegeben…

        Ursprünglich waren wir ja in diese Diskussion eingetreten um festzustellen ob REIT´s ein gutes Investment sein könnten. Ich persönlich finde eine mögliche Rendite von 3-4% p.a. „mickrig“ und würde mein Geld langfristig gerne doch anders anlegen… Wenn man aber ein Eigenheim haben will könnte. die Bauspar-Strategie durchaus interessant sein 😉

  4. Micha said:

    Abend,

    durch das QE der EZB i.V.m. den wohl „dauerhaft“ niedrigen Zinsen sind Immobilienfirmen schon SEHR interessant. Die Preise sind teilweise natürlich entsprechend gestiegen und in einigen Regionen kann man sicherlich von einer Blase sprechen. Wenn ich mir z.B. aber Städte wie Dresden anschaue (sehe es ja täglich), dann ist hier bei weitem noch kein Ende in Sicht. Aktuell leben hier rund 530.000 Menschen und 2030 angeblich bereits 580.000 (ich gehe eher von mehr aus). Zudem ist es die letzten Jahre die kinderreichste Großstadt, sodass auch hier ausreichend nachrücken wird. Die Mietpreise sind in den letzten Jahren im Schnitt zwischen 5-10% p.a. gestiegen und ein Ende ist nicht in Sicht. Für unsere Wohnungsbesichtigung vor 2,5 Jahren musste ich quasi mehrfach die Maklerin anrufen und anflehen, da eigentlich schon zu viele Interessenten vorhanden waren. Soll heißen generell eine Überbewertung zu prognostizieren halte ich für überaus gewagt, jedoch sind bspw. in München, Hamburg, … schon blasenartige Verhältnisse vorhanden, die sich sicherlich in den nächsten 1-2 Jahren nicht bessern werden, aber es gibt auch vereinzelte Regionen die ich für überaus interessant halten würde. Hatte letztes Jahr mal einem Vortrag beiwohnen dürfen auf dem eine Prognose über die Bevölkerungsentwicklung thematisiert wurde. Dunkelrot = absoluter Anstieg und helles Grün = alle reißen aus. ^^ Dabei waren bis 2025 oder 2030 Dresden, München und die Region um Augsburg/Ingolstadt im dunklen Rot, Leipzig Rot, Meck-Po.+Brandenburg hellstes grün usw., war wirklich interessant. Aktuell wird hier auch jede freie Lücke (LEIDER!!!) zugebaut mit solch häßlichen Blöcken, die aber meist schon zu 100% verkauft sind bevor der erste Stein gesetzt wurde. Was ist mit HeidelbergCement?

    VG

  5. Thomas said:

    Moin Lars,

    da scheinst Du mich gründlich missverstanden zu haben. Ich sagte nicht, man solle sich jetzt ein Haus kaufen, 100% finanziert mit 30-jähriger Zinsbindungsfrist. Meine message war, dass deutsche REITs direkter von der Billionen von Mario profitieren als Bilfinger. Die REITs sind zwar schon seit ca. November im Höhenflug. Meine Erwartung ist aber, dass der (bis Ende 2015) einfach so weitergehen wird. Würde daher eher eine Gagfa als eine Bilfinger kaufen, um etwas von der Billioen in die eigenen Taschen umzulenken.

    Deutsche Immobilien sind bei EUR/US$ von 1,13-1,15 unterbewertet. Ist einfach so.

    • Lars said:

      Hallo zusammen,

      Ok, ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Ich bin mir da echt unsicher was die Erfolgsaussichten von REITs anbelangt und ich gebe zu ich habe eine etwas vorgefertigte Meinung zum Immobilienmarkt ansicht. Habe mir gerade mal ein paar der bekannten Aktien etwas näher angesehen und komme immer noch zum gleichen Schluss, bin aber für Vorschläge und Anregungen zu haben 😉

      Heute Abend wir z.B. Sierra Zahlen berichten – das finde ich wirklich spannend weil es hier um einen „echten“ Zukunftsmarkt geht…

      viele Grüße, Lars

      • Thomas said:

        Moin Lars,

        ich bin zunächst einmal froh, dass Micha eine etwas von Dir abweichende Position einnimmt.

        Deutsche REITs … nunja, mit einem KGV von üblichen 20 und einem Kurswert, der regelmäßig 50% über Buchwert liegt, scheinen diese Werte im Vergleich zu einer BMW oder Daimler „überteuert“.

        Was war Dein Schluss, als Du Dir REIT-Aktien angesehen hast?

        Nur auf MDAX bezogene Werte: Gagfa … wieß nicht, gefällt mir nicht richtig, da hier eventuell eine Fusion mit der Annington ansteht.

        Von unterschiedlichen Geschäftsmodellen her halte ich es daher für reizvoll, etwa die Euroshop gegen die LEG, nein, TAG ist vielleicht noch schöner …

        Wenn Du denkst, es ist Blödsinn, für 200.000 € seine Aktien zu verkaufen um sich davon eine deutsche Immobilie zu kaufen, würde ich Dir recht geben. Man kann aber auch anders denken:

        Ehe ich heiratete, wäre mir Wohneigentum nie in den Sinn gekommen. Meine Frau bestand aber darauf. Wir kauften uns dann 2006 ein Minihäuslein (3 Zimmer 80 qm – Reihenhaus!) – zu 100% fremdfinanziert ohne jedwedes Eigenkapital (und das ist mein Punkt). Meine Erwartungshaltung (in 2006, bitte zurückdenken) war: Bis zur Rente ist das eventuell abbezahlt und hat dann den Wert von ca. 0 Euro (ich bin nicht von steigenden sondern eigentlich von fallenden Immobilienpreisen in DE ausgegangen). Das ist aber immer noch günstiger als Mieten (geschätzt zahlten wir für Zinsen UND Tilgung etwas 100-200 Euro weniger, als ein vergleichbares Objekt 2006 zur Miete). Reparaturen, es war Neubau, fielen in den 6 Jahren, in denen wir dort wohnten, nicht an.

        Uns wurden die 80 qm jedoch auf die Dauer zu klein. Wir kauften (2012-13) etwas größeres und verkauften das kleine 80 qm Minihäuslein. Der Verkauf spülte uns etwa 50% des ehemaligen Kaufpreises in die eigene Tasche — wir hatten getilgt und die Häuserpreise waren anlässlich der Euro-/Griechenland-/PIIIGS-Krise in die Höhe gerast.

        Da ich selbst nicht so auf Wohneigentum besessen bin … Ich hätte als Alternative auch ein großes Haus angemietet … nur das rechnet sich einfach nicht (wenn man 100% finanzieren kann). Kurze realitätsnahe Rechnung: Ich finde gegenwärtig Angebote 10 Jahre Zinsbindung, 100% Finanzierung, für knapp über 1%. Haus, 150 qm, sagen wir 2.000/qm = 300.000. 1% sind 3.000/pro Jahr. 150 qm zur Miete? 10 Euro/qm kalt… sind 1.500 Euro kalt pro Monat oder 18.000 im Jahr. Vergleich das mit 3.000/Jahr … und renoviere gern für 10.000 pro Jahr … neue Heizung neues Dach … Miete rechnet sich einfach nicht (mehr).

      • Lars said:

        Moin Thomas,

        leider sieht die Rechnung in Süddeutschland und gewissen Ballungsräumen Deutschland etwas anders aus. Da bekommst gar nix mehr für 300.000,- Euro und schon gar keine 2000m2 Grund mit einem Haus drauf. „..sagen wir 2.000/qm = 300.000. 1% sind 3.000/pro Jahr“ Das ist aber nur die Tilgung – die Zinsen machen ja auch noch ein paar Oiro aus 😉 Wahrscheinlich adengrößeren Teil! Aber unabhängig davon ist es heute aufgrund der niedrigen Finanzierungsraten durchaus eine Überlegung ob man kauft oder mietet. In manchen Fällen ist die monatliche Belastung tatsächlich auch niedriger als eine vergleichbare Miete, etc.

        Ich persönlich habe da unterschiedliche Erfahrungen gemacht, war schon Hausbesitzer und wohne nun zur Miete. Es hat etwas Befreiendes 😉 Aus vielerlei Gründen, und, wenn ich heute noch ein Haus hätte würde ich es wohl zu den momentan erzielbaren Wahnsinnspreisen verkaufen! Dementsprechend stehe ich irgendwie auch zu REIT Aktien….

        Gruß, Lars

      • Micha said:

        Hm, in Starnberg bzw. Region München ist das sicherlich auch einfach krank was die Immopreise angeht, aber es gibt eben auch Regionen wo das aktuell (noch) anders ist. Ich wüsste auch nicht zwingend ob ich mir ein Haus zulegen würde, wäre eher für ne schöne ETW, die kannst im Regelfall auch entspannter vermieten.

      • Thomas said:

        @Lars

        “ 1% sind 3.000/pro Jahr” Das ist aber nur die Tilgung – die Zinsen machen ja auch noch ein paar Oiro aus ;-)“

        Nein — 1% sind ganz genau die ZINSEN, zur Zeit sind das die ZINSEN (!!!)… bitte mal nachsehen, wenn Du es nicht glaubst. Tilgung ist nach meiner Erfahrung eher Verhandlungssache. Tip: Möglichst viel Tilgungsaussetzung und möglichst viele Sondertilgungsoptionen (wenn möglich 100% für die Laufzeit – reduziert bei Verkauf die Vorfälligkeitsentschädigung erheblich) aushandeln…

        „wäre eher für ne schöne ETW, die kannst im Regelfall auch entspannter vermieten.“

        @Micha und Lars:

        Wir haben uns, an Stelle von 3 Zimmern 80 qm (1 Toilette) nunmehr 150 qm mit 3 Toiletten (was für ein unglaublicher Zuwachs an Lebensqualität!!!) gekauft … kaum 100 m Luftlinie von den 80 qm entfernt.

        80 qm (eigentlich Reihenhaus, kann man aber auch als 3 Zimmer ETW auf 2 Etagen verteil mit Garten und Garage anbieten) rechnete sich vor nunmehr 2 Jahren etwa so: 4% Zinsen waren ca. 400 Euro, 1,5% Tilgung waren ca. 200 Euro … vermietet bekommen hätten wir das grob für 700 Euro (+/- 50 Euro Garage). Fast ein Nullsummenspiel – außer, dass unsere jeweiligen Mieter für und die Tilgung übernommen hätten (und wir die Kosten für Reparaturen).

        Heute würde sich das etwas anders rechnen. Wir hatten 2006 mit 10 Jahre Zinsbindung gekauft. Mario schießt ja aller Voraussicht auch noch 2016 mit der ganz großen Bazooka um sich, so dass eine Hypothek, Hauswert inzwischen nahe 200.000, Restschuld nächstes Jahr um die 100.000, dann kaum mehr (lassen wir Tilgund außen vor) als 100 Euro pro Monat (=1%) kosten würde = 750 Euro – 100 = 650 Euro (sofern die Mieter ok sind).

        650 Euro Miete (die zu versteuern sind) über 10 Jahre?

        Der Kaufpreis unseres Minihäusleins in 2006 – schlüsselfertig mit Garage – war grob 130.000 Euro. Nach Abschluss aller Transaktionen (=Endgültiger Verkauf/Auszahlung der Bank) befanden sich 65.000 Euro – steuerfrei (da selbst genutzt) auf meinem Konto… bis ich das über Miete …

        Da Kaufe ich mir lieber für 65.000 einen REIT und warte 10 Jahre. Das ist wesentlich entspannter als selbst zu vermieten …

  6. Micha said:

    Was meint ihr zum aktuellen Verlauf? Gerade sieht es ja richtig interessant aus + im Hinterkopf die Geldschwemme der EZB die nächsten Monate bzw. Jahre. Die Frage stellt sich mir nur, ob man direkt jetzt einsteigen sollte oder lieber auf einen Rücksetzer beim DAX und damit evtl. auch bei Bilfinger warten sollte? Was meinst du dazu Lars? Bist du überhaupt aktuell noch drin bie GBF?

    • Lars said:

      Wieder 😉 würde aber weiter aufstocken wenn es noch einen Rücksetzer gibt. Momentan lasse ich die meisten Sachen einfach laufen und schaue mir sehr genau an was der Gesamtmarkt so treibt. Rücksetzer muss ja nicht kommen wie wir wissen 🙂 Mein Thema ist also grundsätzlich immer noch rauf bis max 11300 dann runter bis 10300. Dementsprechend würde ich auch bei 11300 erst einmal viele deutsche Positionen auflösen und später zurückkaufen…

    • Thomas said:

      Wenn ich meinen Senf dazu geben darf:
      a) Wenn Rücksetzer bei DAX, dürfte der bei Bilfinger eher weniger stark ausgeprägt sein als im Gesamtmarkt. = Kein Grund, jetzt nicht zu kaufen
      b) Ist zwar irgendwie Infrastruktur und insbesondere auch deutsche Infrastruktur, die erwartete Geldschwemme wird sich aber eher indirekt auf Infrastruktur auswirken (= wie lange hält Schäuble, bei einem drohenden Steuereinnahmtsunami, noch die schwarze Null durch)

      Wenn wir nicht selbst Hauseigentümer (in DE und emerging markets) wären, würde ich das direkter machen: einen deutschen REIT. Als (ausschüttender) iShares ETF wäre das im Wesentlichen der IQQP. Die 10 größten Bestandteile wie folgt:

      UL FR0000124711 UNIBAIL-RODAMCO SE REIT 23,48 Financials 327.275.947
      LI FR0000121964 KLEPIERRE REIT SA 7,01 Financials 97.669.875
      ANN DE000A1ML7J1 DEUTSCHE ANNINGTON IMMOBILIEN 6,52 Financials 90.862.248
      DWNI DE000A0HN5C6 DEUTSCHE WOHNEN AG 6,22 Financials 86.629.032
      SPSN CH0008038389 SWISS PRIME SITE AG 3,99 Financials 55.627.712
      GFJ1 LU1152862774 GAGFAH SA TENDERED SHS 3,83 Financials 53.339.082
      GFC FR0010040865 GECINA 3,80 Financials 53.006.571
      LEG DE000LEG1110 LEG IMMOBILIEN N AG 3,69 Financials 51.427.158
      PSPN CH0018294154 PSP SWISS PROPERTY AG 3,39 Financials 47.259.011
      FDR FR0000064578 FONCIERE DES REGIONS REIT SA 2,92 Financials 40.716.236

      Annington finde ich zu teuer, Gagfa (trotz Sitz in Luxemburg sind das [Ost-] Deutsche Mietwohnungen) ist interessant. Deutsche Wohnen eventuell noch besser … und mal bei den kleineren Werten nach was passendem suchen …

      Deutsche Immobilien werden steigen – noch weiter als es deutsche REITs in den vergangenen Monaten getan haben. Meine Denke.

      SWISS PRIME SITE AG evtl. etwas für ein Luxusgüter Depot?!

      • Lars said:

        Moin Thomas,

        das mit deutschen Immobilien ist so eine Sache… ich persönlich glaube ja eher dass wir uns bereits seit längerer Zeit in einer Blase befinden, auch wenn einem die Fachleute immer wieder etwas anderes suggerieren wollen…! Das hängt schlicht mit dem einfachen Gemüt des Deutschen Michel in Sachen Geldanlage zusammen. Denn des deutschen liebste Kinder sind nach wie vor das Sparbuch die Lebensversicherung und eben die Immobilie und da kümmert es ihn auch wenig wenn man bei a.) keine Zinsen bekommt oder bald noch welche zahlen muss, bei b.) sein eingezahltes Kapital langfristig vernichtet und bei c.) schon mal gerne 30 Jahre oder mehr braucht um durch die Vermietung den Kaufpreis wieder einzuspielen – Nebenkosten und Reparaturen sowie Finanzierungskosten sind in dieser Rechnung noch nicht einmal vollständig berücksichtigt!

        Langer Rede kurzer Sinn – wer das tun will der soll machen für mich ist das nix! Gleiches gilt auch für Immobilien Aktien und selbstverständlich für Fonds jeglicher Art in diesem Zusammenhang, wo man dann noch eine schöne Management-Fee bezahlen darf oder das Geld u.U. ganz weg ist wenn das Management keine Ahnung hat oder sich nur selber die Taschen füllen will. Ich behaupte ja nicht dass man mit den oben beschriebenen Anlagen kein Geld verdienen kann, weil Trends ja bekanntlich länger anhalten können als man denkt, aber ich persönlich versuche das Investieren in überbewertete Märkte eben strikt zu vermeiden…

        viele Grüße

        Lars

  7. Pingback: Aus anderen Finanzblogs – KW 02/2015 u.a. mit Deutsche Telekom, Merck, Bilfinger, Gazprom, Balda, DAX | Kapitalmarktexperten.de

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