Wer kaufte gestern 25 Millionen Deutsche Bank Aktien???

Für Deutsche Bank Aktionäre war heute einmal mehr ein aufregender Tag. Josef Ackermann bestätigte die Ziele des Deutschen Geldhauses erneut und erfreute damit natürlich zunächst die Anleger. Der weitere Verlauf der gestrigen Hauptversammlung machte dann aber wohl den ein oder anderen Investoren etwas nachdenklich, was zur Folge hatte, dass die Aktie nicht nur den Tagesgewinn wieder abgeben musste sondern auch noch leicht im Minus schloss. Wichtig wäre ein Schlusskurs über der Marke von 41,- Euro gewesen, mit 40,95 wurde dieses Ziel knapp verpasst. Damit wäre -laut Charttechnik – die DB Aktie eigentlich erst einmal wieder eine Verkaufs-Position mit dem Kursziel 40,- oder 39,60 Euro. Aber…

Der Stein des Anstoßes scheint die immer noch nicht gelöste Ackermann Nachfolge gewesen zu sein. Der 63jährige Schweizer will spätestens zur Hauptversammlung im Jahr 2013 die Deutsche Bank verlassen, vielleicht sogar schon etwas früher, einen Nachfolger gibt es aber offiziell noch nicht, und so fürchten Aktionäre wohl die Zeit nach Ackermann könnte weniger lukrativ werden als die letzten Jahre. Als mögliche Kandidaten für den Job werden momentan der aus Indien stammende Investmentbanking-Chef Anshu Jain, Risikovorstand Hugo Bänziger und der zurückgetretene Bundesbank-Chef Axel Weber gehandelt. Dennoch ist man sich einig, dass es nicht leicht werden wird für den Nachfolger, egal wer dies dann sein wird.

Ein ganz anderer Umstand fand dann aber gestern Abend meine volle Aufmerksamkeit. In der Xetra Schlussauktion wurden knapp 25 Millionen Deutsche Bank Aktien gekauft. Um genau zu sein waren es 24.747.045 Stücke die da nochmal schnell über den Tisch gegangen sind. Bei einem zuvor erreichten Gesamtumsatz von nicht ganz 8,4 Millionen Aktien auf Xetra erscheint diese Position dann doch etwas „verdächtig“. Umgerechnet handelt es sich hierbei um ein Investitionsvolumen von über einer Milliarde Euro. Welche Schlüsse man daraus ziehen kann überlasse ich jetzt mal jedem Leser selber… Ich gehe aber davon aus, dass es bei der Deutschen Bank Aktie in Kürze zu einer heftigeren Bewegung kommen könnte. Hier positioniert sich offensichtlich eine größere Adresse…unbedingt beobachten!!

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18 Comments

  1. Thomas said:

    „tantris Says:
    May 27th, 2011 at 3:11 pm

    Hallo Thomas,

    das Dividendenstripping hat Vorteile für den ausländischen Investor. Näheres dazu findet man unter “http://de.wikipedia.org/wiki/Dividendenstripping”“

    „Mit der Einführung des Halbeinkünfteverfahren im Jahr 2000 entfiel die Möglichkeit des Körperschaftsteuerabzugs und damit die Basis für das Dividendenstripping.“

    (Jetzt, 2011 hamma die Doppelbesteuerung – Einkommenssteuer unseres Unternehmens + Besteuerung unserer Divideneinkünfte/-gewinne, die wir an uns Aktionäre/Eigentümer nach Entrichten der Einkommenssteuer überwiesen hatte…)

    Und wie ham die gestern, dem 26.05.2011, mit Strippen Geld verdient?

  2. Thomas said:

    „Wer kaufte gestern 25 Millionen Deutsche Bank Aktien???“

    ICH!!! Ich hab nen Rahmenkredit bei der IngDiba 🙂 🙂 🙂

  3. tantris said:

    Hallo Thomas,

    das Dividendenstripping hat Vorteile für den ausländischen Investor. Näheres dazu findet man unter „http://de.wikipedia.org/wiki/Dividendenstripping“

  4. Anonymous said:

    @thomas….genau ..es wird eher wohl blackrock gewesen sein. Also kurz nochmal dazu..gestern kurz vor schluss sind an NYSE etwa 19000k gekauft und etwa 14000K verkauft worden.alle sind zu einem preis von 58,37 USD abgewickelt worden.ein gesamtvolumen von etwa zwei millarden USD. Ich denke schon,dass wir spaetestens heute eine Meldung bekommen,bezueglich meldepflichtiger tranksaktionen.

    • Lars said:

      das macht doch irgendwie keinen Sinn..sowohl die Stückzahlen als auch der Betrag…da macht die Erklärung von tantris wirklich mehr Sinn: Auszug aus Wikipedia..
      Ein inländisches Unternehmen kaufte kurz vor dem Dividendentermin die Aktie vom ausländischen Anleger, erhielt die Dividende und verkaufte die Aktie direkt wieder mit Dividendenabschlag an den Ausländer.

      Beispiel:

      Aktie hat vor der Dividendenzahlung einen Kurs von 100 €, die Dividende beträgt 2 €, die Körperschaftsteuer 1,5 €.

      Der Inländer kauft nun die Aktie für 100 €, erhält die Dividende und verkauft wieder für 98 €.

      Der Inländer hat 100 € gezahlt und 101,50 € (98 € Verkaufspreis, 2 € Dividende sowie 1,5 € Körperschaftsteuergutschrift) erhalten. Steuerlich hat er 2 € Dividende zu versteuern sowie 2 € Kursverlust, die er von der Steuer absetzen kann. Da beide Werte sich aufheben, hat er steuerlich keinen Nachteil.

      Der Ausländer macht einen Gewinn von 2 €, da sein Kaufpreis niedriger liegt als der Verkaufspreis. Dies entspricht der gezahlten Dividende.

      Sinn der Transaktion ist also die Nutzung der Körperschaftsteuergutschrift auch für Ausländer.

  5. Thomas said:

    Das Steuersparmodell von tantris erschließ sich mir nicht. Quellensteuer zahlt man auf Dividende und Verkaufsgewinn. Ich kaufe für 100.000 Euro Aktien, kassiere 10.000 Euro Dividende, zahlen davon 2.500 Euor Quellensteuer und verkaufe die Aktien für 90.000 mit 10.000 Verlust. Die 10.000 Verlust kann ich evtl. gegen die 10.000 Dividende anrechnen lassen. Danach habe ich 100.000-90.000-10.000 = NULL.

  6. tantris said:

    Danke für die vielen Informationen. Hier meine Interpretation.

    Zunächst entsteht beim Lesen der Texte Verwirrung, ob die Aktien gekauft oder verkauft wurden. Tatsächlich geschah beides, denn einer hat das Aktienpaket verkauft und einer anderer gekauft. Ich nehme an, dass es sich hierbei um das „Dividendenstripping“ handelt.

    Ein inländisches Unternehmen kaufte kurz vor dem Dividendentermin die Aktie vom ausländischen Anleger, erhielt die Dividende und verkaufte die Aktie direkt wieder mit Dividendenabschlag an den Ausländer. Das spart Steuern.

    Der Kurs wird dadurch wenig bewegt, weil die Aktien lediglich von A nach B verschoben werden, d.h. beide Marktteilnehmer waren sich über den Deal einig. Der Kurs würde sich nur dann ausschlagen, wenn „neue“ Käufer / Verkäufer für 25 Mio. Aktien gesucht werden müssten.

  7. Thomas said:

    DB Aktionärsstruktur
    Streubesitz 88,07%
    BlackRock, Inc. 5,14%
    Credit Suisse.. 3,86%
    Société Génér.. 1,67%
    eigene Anteile 1,08%
    Ackermann 0,06% ….

    Dann kämen als Verkäufer eigentlich nur BlackRock und CS in Frage? Und die Aktionärsstruktur wird in wenigen Tagen up-ge-dated?!

    • Lars said:

      Möglich, vielleicht hat man ja auch die eigenen Anteile aufgestockt??? Die Theorie von tantris bzgl. Dividendenstripping finde ich aber ebenfalls plausibel…

  8. Thomas said:

    „Damit sind weitere 2,5% der sich im Umlauf befindlichen Aktien in feste Hände gewandert, …“

    Ab wann setzt die Publikations-/Offenlegunspflicht in Deutschland an: 2 oder 3%?

    • Lars said:

      Gute Frage, ich dachte so richtig ab 5% aber die Meldung kommt ja immer erst Tage später…wir werden es wohl noch erfahren was da los war!

  9. Thomas said:

    Mag sein dass sich 10.000 Orangen für 51 Cent und 100 nur für 50 Cent verkaufen lassen. Nicht auszuschließen. Der Normalfall ist jedoch, … ich saß letzten Mai am Computer als der Dow einbrach. Damals soll ja Ursache gewesen sein (?) dass ein Händler der Citigroup Aktien im Wert von 16 Mrd an Stelle von 16 Mio verkaufte. Wenn zutreffend: Die Reaktion der Märkte war nicht, dass sie gen Norden sondern nach Süden liefen. Volumen = Kurs!

    • Lars said:

      🙂 da saß ich auch am Computer und bin kurzzeitig blaß geworden…der hat ja auch Verkauft, für mich sah das gestern eher so aus als ob da einer gekauft und viele verkauft haben. Aber nichts genaues weiß man nicht, deswegen beobachten und ggf. handeln in welche Richtung auch immer 😉

  10. beantworter said:

    naja, der kurs richtet sich nicht nach dem volumen sondern nach dem gleichgewichtspreis. wenn jemand zu 41,- € bereit ist diese menge an aktien zu kaufen und ein anderer die gleiche menge zu 41,- € verkauft, dann ist der preis eben 41,- €.

  11. Thomas said:

    „Leider sagt mir das als Laie wenig.

    – warum stieg der Kurs der DB dann am 26.05. nicht sprunghaft an ?
    – wird erwartet, dass der Kurs jetzt steigt, aber warum, denn das Geschäft ist ja bereits getätigt. Wird dieses Paket wieder verkauft, dann fällt doch der Kurs.“

    Die von Lars erwähnten 25 Mio DB Aktien stellen gut 2,5% der sich im Umlauf befindlichen DB Aktien dar (insgesamt 929,50 Mio Stücke).

    Wenn ein derartig großer Anteil an den Markt gelangt, würde man eigentlich rasch fallende und nicht „sprunghaft“ steigende Kurse erwarten. Stell Dir das so vor: Den ganzen Tag preisen die Obsthändler Ihre 100 Orangen für 50 Cent das Stück an und verkaufen am Tag davon so 90 Stück. Am Abend kommt ein LKW vorbei und möchte nun 10.000 Orangen auch für 50 Cent verkaufen. Würdest Du erwarten, dass dieser Verkäufer kurz vor „Toresschluss“ jetzt noch alle seine Orangen für 50 Cent an den Mann bringen würde? Für 20 Cent evtl.
    Bei Aktien, wenn große Pakete auf einmal auf den Markt geworfen werden, müssen die NORMALERWEISE vom Markt erst „verdaut“ werden. D.h. der Kurs rutsch nach unten. Der Kurs, zu dem die 25 Mio DB Aktien über den Tisch gingen, war 40,95 EUR. Das überrascht. Von „Verdauen“ am anderen Morgen ist nichts zu sehen. Das ist das Bemerkenswerte.

    Wenn das Paket (= gut 2,5% DB Aktien auf einem Schlag) erneut an den Markt kommen sollte, würde man erneut eher fallende Kurse erwarten. Aber die Erwartung wurde ja schon beim ersten Verkauf des Pakets enttäuscht …

    I.ü. denke ich nicht, dass Lars mit seinem Beitrag sagen wollte, er erwarte steigende Kurse bei der DB („…dass es bei der Deutschen Bank Aktie in Kürze zu einer heftigeren Bewegung kommen könnte.“). Die Griechenlandkrise schwelt, die DB hat griechische Staatsanleihen im Keller liegen und nach einem haircut wird Herr Ackermann die Bilanz etwas umschreiben müssen.

    Ich gehe daher davon aus, dass Lars einen Kursrutsch nach unten erwartet.

    (Auf dem ‚Papier‘ sind Banken derzeit unterbewertet – das hat aber ja auch einen Grund :-))

    • Lars said:

      Hallo Thomas, vielen Dank für die Beantwortung der Frage von tantris. 😉 Obwohl ich hier noch ein paar andere Aspekte anführen möchte. Richtig ist das natürlich auch 25 Mio. Aktien verkauft wurden, aber wie Du schon richtig anmerkst ist dies alles sehr kursschonend abgelaufen und heute nichts weiter passiert. Ebenfalls sollte man bedenken, dass die DB Aktie heute EX Dividende in Höhe von 0,75 Euro gehandelt wird…und es ist wieder nichts passiert!!! Charttechnisch betrachtet befindet sich die Aktie an den unteren Bollinger Bändern, sodass ich grundsätzlich einem Ausbruch nach oben eine größere Wahrscheinlichkeit einräumen würde..die Stärke die die Aktie seit Tagen schon zeigt ist ebenfalls ein mögliches Zeichen dafür.

      Der gestrige Trade ist also möglicherweise entstanden weil sich ein größerer Fond hier positioniert hat und die Dividende von 18,75 Mio. noch schnell mitnehmen wollte. Damit sind weitere 2,5% der sich im Umlauf befindlichen Aktien in feste Hände gewandert, die offensichtlich davon ausgehen, das ein Investment in die DB neben der Dividende lohnenswert sein dürfte. Oder aber die kommen heute nach der Dividende wieder auf den Markt…man darf also gespannt sein!!!

  12. tantris said:

    Welche Schlüsse man daraus ziehen kann überlasse ich jetzt mal jedem Leser selber…

    Leider sagt mir das als Laie wenig.

    – warum stieg der Kurs der DB dann am 26.05. nicht sprunghaft an ?
    – wird erwartet, dass der Kurs jetzt steigt, aber warum, denn das Geschäft ist ja bereits getätigt. Wird dieses Paket wieder verkauft, dann fällt doch der Kurs.

    Kann mir jemand diese Fragen beantworten ?
    Vielen Dank

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