HeidelbergCement – Lafarge oder Saint-Gobain?

HeidelbergeCemet hat heute morgen nun die lang erwarteten Quartalszahlen veröffentlicht, und diese zeigen durchaus ein gemischtes Bild. Das Unternehmen konnte den Umsatz auf 3,30 Mrd. Euro steigern, was ungefähr den Erwartungen des Marktes entsprach. Das operative Ergebnis kletterte auf 492 Mio. Euro und lag damit deutlich über dem Marktkonsenz von 446 Mio. Euro. Das EBIT sank hingegen auf 461 Mio. Euro. Hier hatten sich die Markteilnehmer mit 515 Mio. Euro deutlich mehr erwartet. Somit fiel auch das  Nettoergebnis mit „nur“ 120 Mio. Euro aus. Anleger hatten auf ca. 200 Mio Euro gehofft. Leider gab das Unternehmen auch für das Gesamtjahr 2010 erneut keine Prognose ab.

Im laufenden Jahr sollen bei HeidelbergCement weiterhin 300 Mio. Euro an operativen Kosten eingespart werden. Somit liegt der Fokus des Unternehmens immer noch auf dem langfristigen Schuldenabbau, was aus Anlegersicht sicherlich zu begrüßen ist. Der Mitbewerber Saint Gobain hatte bereits gestern die Zahlen zum abgelaufenem Quartal veröffentlicht, und den positiven Trend der Branche bestätigt. Man gehe weiterhin von einer anziehenden Nachfrage aus, hieß es. Saint Gobain bestätigte noch einmal seine Jahresprognose und erwartet eine kräftige Steigerung des operativen Gewinns im laufendem Jahr. Der Umsatz legte in den ersten sechs Monaten des Jahres um 4,3 Prozent auf 19,53 Milliarden Euro zu, im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres konnte der Gewinn um 50% auf 1,45 Milliarden Euro gesteigert werden.

Lafarge, der weltgrößte Zementhersteller senkte heute seine Prognose. Die Schätzungen des Unternehmens belaufen sich weltweit, in den Lafarge-Märkten 2010 im besten Fall auf drei Prozent Zuwachs, im schlechtesten Fall werde die Nachfrage gar um ein Prozent sinken. Das Unternehmen war bislang von einem Plus von fünf Prozent ausgegangen. Die Franzosen wiesen im ersten halben Jahr einen Umsatzrückgang von drei Prozent auf 7,7 Milliarden Euro aus. HeidelbergCement bleibt für uns der interessanteste Kandidat aus dem Sektor. Der Aktienkurs hat heute, nach der Veröffentlichung der Daten deutlich nachgegeben, und ich rechne bei weiter schwachem Börsenumfeld, noch einmal mit einem Test der Unterstützungszone zwischen 37,50 und 37,80 Euro. Auf diesem Niveau könnte die Aktie dann wieder ein mittelfristig sehr interessantes Investment sein…

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