Wunschanalyse Coca Cola Company

Coca Cola Company (WKN 850 663, ISIN US1912161007, Marktkapitalisierung: ca. 120,86 Mrd. US$, ca. 98,69 Mrd. Euro)

Firmenlogo Coca Cola Company

1.) Fundamentale Analyse

Der Beginn – als Medizin mit Kokain

Als Erfinder des Getränks Coca Cola, bis heute das Hauptprodukt der Coca Cola Company, gilt John Stith Pemberton aus Atlanta, Georgia (USA), der nach dem Vorbild von Vin Mariani aus Wein, Kolanüssen, Damiana sowie einem Extrakt aus Blättern der Cocapflanze einen Sirup als Mittel gegen Müdigkeit, Kopfschmerzen und Depressionen braute und diesen Pemberton’s French Wine Coca nannte. Ziel von Pemberton war es dabei das damals beliebte aber mit Nebenwirkungen behaftete Morphin durch das, so glaubte man damals, weniger problematische Kokain zu ersetzen. Nachdem am 25. November 1885 Atlanta und Fulton County beschlossen versuchsweise für 2 Jahre die Prohibition einzuführen, sah sich Pemberton gezwungen den Wein (als alkoholisches Getränk) aus dem Rezept herauszunehmen und erfand damit Coca Cola. Der Name leitete sich dabei aus den Zutaten Kokablatt (englisch: coca leaves) und Kolanuss (englisch: cola nut) ab. Am 8. Mai 1886 wurde schließlich das erste Glas, als Medizin, in Jacob’s Pharmacy für damals 5 Cent (ein Nickel) verkauft.

Der Siegeszug von Coca Cola

Vermutlich um seine Morphinsucht zu finanzieren verkaufte Pemberton sein Rezept sowie die Rechte an Coca Cola mehrfacht, so dass der Apothekengroßhändler Asa Griggs Candler am 30. August 1888 in Besitz der Markenrechte gelang. 1892 gründete er daraufhin die Coca Cola Company, ließ sich Coca Cola als Marke schützen und vermarktete sein Produkt ab 1895 in den gesamten USA und ab 1896 sogar im benachbarten Ausland. Sein Partner dabei war der ehemalige Buchhalter Pembertons, Frank M. Robinson, der sich später insbesondere für die Werbung der Gesellschaft verantwortlich zeigte. Da damals in immer mehr US-Bundesstaaten die Prohibition eingeführt wurde, hatte es Coca Cola – insbesondere auch dank seines günstigen Verkaufspreises von 5 Cents – nicht sehr schwer sich als „Ersatzdroge“ zu etablieren. Zumal unter Asa Griggs Candler schon damals ungewöhnlich hohe Summen für Werbemaßnahmen (1900: 85.000 US$, 1912: 1 Mio. US$) ausgegeben wurden.

Nachdem der Sohn von Asa Griggs Candler, Howard Candler, die Coca Cola Company hinter dem Rücken seines Vaters für ca. 25 Mio. US$ an ein Konsortium um Ernest Woodruff und Eugene Stetson verkauft hatte, beschleunigte sich der Aufstieg der Gesellschaft nochmals, wofür mehrere Faktoren ausschlaggebend waren. Dabei half zum Einen der technologische Fortschritt in Form von Kühlschränken (weshalb Verbraucher größere Mengen Coca Cola auf einmal kaufen konnten) und Getränkeautomaten (Coca Cola schaffte es innerhalb kurzer Zeit ca. 1,5 Mio. Tankstellen mit Getränkeautomaten auszurüsten), zum Anderen aber auch die vom neuen Management betriebene internationale Expansion. Ferner unterhielt die Gesellschaft schon damals beste Kontakte in die Politik, so dass die Coca Cola Company die GIs im 2. Weltkrieg mit Coca Cola „ausrüstete“.

Weitere Expansion dank neuer Produkte

Nachdem die Coca Cola Company anfangs nur das Getränk Coca Cola produzierte und vermarktete, kam 1940 ein neues Erfrischungsgetränk hinzu, Fanta. Dieses Getränk, zunächst auf Molkebasis wurde in Deutschland entwickelt, weil man kriegsbedingt nicht mehr in ausreichendem Maße an die entsprechenden Rohstoffe gelangte. Ab 1950 war Fanta jedoch dann kein Milchgetränk mehr, sondern eine orangenhaltige Limonade. 1962 kam dann Fanta Klare Zitrone, später und bis heute unter dem Namen Sprite bekannt, auf den Markt. Danach kam es jahrelang zu keinen neuen Produktentwicklungen, ehe die Gesellschaft ab 1980 ein wahres Feuerwerk neuer Produkte auf den Markt brachte, als da wären Fanta light, Diet Coke/Coca Cola light, Cherry Coke, Coca Cola koffeinfrei, Fanta Mango usw. So wurde Coca Cola zur wertvollsten Getränkemarke der Welt und zugleich zur drittwertvollsten Marke der Welt überhaupt mit einem derzeitigen Markenwert von ca. 58 Mrd. US$ (ca. 47,35 Mrd. Euro).

Umsatz- und Gewinnschätzungen – fundamentale Bewertung

Im Geschäftsjahr 2008 erzielte die Coca Cola Company einen Umsatz in Höhe von 31,944 Mrd. US$ sowie einen Nettogewinn in Höhe von 5,807 Mrd. US$. Im Geschäftsjahr 2009 verringerte sich der Umsatz um knapp 3% auf 30,990 Mrd. US$, steigerte dabei jedoch zugleich den Nettogewinn um ca. 17,5% auf 6,824 Mrd. US$ oder 3,06 US$/Aktie.

Für das Geschäftsjahr 2010e erwarten wir, dass die derzeit 92.800 Mitarbeiter einen Umsatz in Höhe von 32,50 Mrd. US$ sowie einen Gewinn/Aktie in Höhe von 3,40 US$ erwirtschaften. Im Geschäftsjahr 2011e sollte der Umsatz unseren Erwartungen nach dann bei knapp 35 Mrd. US$ sowie der Gewinn/Aktie bei 3,80 US$. liegen.

Die Coca Cola Company verfügt derzeit über liquide Mittel in Höhe von 8,79 Mrd. US$ bei Schulden in Höhe von 11,64 Mrd. US$. Insofern kann bzw. muss der Konzern als solide durchfinanziert gelten. Auf Basis dieser Geschäftszahlen bzw. unserer Gewinnschätzungen liegt das KGV 2009 bei ca. 17, das KGV 2010e bei ca. leicht über 15 und das KGV 2011e bei ca. knapp 14. Da wir uns bereits mitten im Jahr 2010 befinden, halten wir es für angemessen die Umsatz- und Gewinnschätzungen für 2011e zur Bewertung der Aktie heranzuziehen. Dabei erachten wir ein KGV in Höhe von 17 für angemessen, woraus sich ein fairer Wert der Coca Cola Aktie in Höhe von ca. 65 US$ errechnet (3,80 US$/Aktie x 17 = 64,60 US$) errechnen lässt. Dies würde einem Kurspotenzial in Höhe von knapp 24% auf Sicht eines Jahres entsprechen, was bei einem solchen Bluechip eine BUY Empfehlung rechtfertigt.

2.) Charttechnische Analyse

Coca Cola Company – so sieht eine V-förmige Erholung aus!

Wie immer, so habe ich Ihnen auch heute zwei Charts mitgebracht: Zum Einen den langfristigeren 3-Jahres-Chart und zum Anderen den kurzfristigeren 1-Jahres-Chart. Im langfristigeren 3-Jahres-Chart können Sie sehen, wie die Aktie der Coca Cola Company im Zuge der Finanzkrise zwar ebenfalls unter Druck geriet, sich jedoch als grundsolider Bluechip deutlich besser halten konnte als viele andere Werte. So verlor die Aktie der Coca Cola Company „nur“ etwas mehr als 40%, wohingegen ja selbst der Dow Jones im Zuge der Finanzkrise mehr als halbierte. Doch sehen Sie selbst!

Coca Cola Company, Chart, 3 Jahre

Allerdings verlief auch die anschließende Erholung des Dow Jones deutlich dynamischer als die Erholung der Aktie der Coca Cola Company. Während der Dow Jones so seit seinem Tief inzwischen ca. 56,5% zulegen konnte beträgt das Plus bei der Aktie der Coca Cola Company „nur“ ca. 38,5%. Insgesamt schlug sich die Aktie damit jedoch knapp 8% besser als der amerikanische Leitindex. Da zugleich der Euro gegenüber dem US$ in den letzten Monaten deutlich an Wert verloren hat, sieht die Bilanz auf Eurobasis sogar noch besser aus, denn auf Eurobasis notiert die Aktie der Coca Cola Company nur knapp unter ihrem Ende 2007 erreichten Mehrjahreshoch.

Coca Cola Company, Chart, 1 Jahr

Im kurzfristigeren 1-Jahres-Chart habe ich nur noch den seit August 2009 bestehenden Aufwärtstrend eingezeichnet, an dem entlang die Aktie zuletzt wie an der Schnur gezogen nach oben stieg. Derzeit spricht eigentlich wenig bis nichts dagegen, dass die Aktie diesen Aufwärtstrend weiter fortsetzen kann. Zwar könnte man auf den ersten Blick vermuten, dass die Coca Cola Company unter dem starken US$ im Vergleich zum Euro leiden sollte, aber dem ist nicht so. Denn zum Einen produziert die Coca Cola Company ihre Getränke immer vor Ort, so dass Wechselkursschwankungen kein besonders großes Risiko für den Konzern bedeuten, zum Anderen ist der US$ zwar vielleicht gegenüber dem Euro stark, aber gegenüber vielen anderen Währungen eben nicht, so dass sich die Vor- und Nachteile bei diesem weltweit agierenden Konzern mehr oder weniger ausgleichen.

Insofern ist davon auszugehen, dass sich der seit August 2009 bestehende Aufwärtstrend der Aktie weiter fortsetzen dürfte, so dass jeder kleinere Rücksetzer („dip“) eine Kaufchance darstellt. Dabei kann dieser Bluechip jedoch mit einem sehr engen Stoppkurs im Bereich knapp unter 41,00 Euro abgesichert werden, so dass sich das Risiko für Kursverluste stark reduzieren lässt. Insofern unterstützt die charttechnische Analyse das Ergebnis der vorherigen fundamentalen Analyse: Coca Cola Company, BUY!

3.) Sentimenttechnische Analyse

Kommen wir damit wie immer zur Sentimentanalyse. Aktuell gibt es 4 Empfehlungen privater Sharewise Mitglieder zur Aktie der Coca Cola Company, darunter 3 Kaufempfehlungen und nur eine Verkaufsempfehlung bei einem durchschnittlichen Kursziel von 43,75 Euro. Dies ist eine eher positive Grundstimmung der privaten Sharewise Mitglieder gegenüber der Aktie, aber einerseits passt diese leicht positive Stimmung zum zuletzt gesehenen Kursverlauf und zum Anderen sieht Euphorie anders aus.

Auch bei den professionellen Analysten ist das Bild ähnlich. Zwar verzeichnet die Sharewise Datenbank derzeit nur eine Empfehlung professioneller Analysten zur Aktie der Coca Cola Company, doch schaut man sich die Empfehlungen der amerikanischen Analysten bei Google Finance, MarketWatch.com oder YAHOO! Finance an, so sehen die Einstufungen dort ähnlich aus. Insofern ist also auch bei den professionellen Analysten eine leicht positive Stimmung festzustellen, die aber zum zuletzt gesehenen Kursverlauf passt und auch hier ist von Euphorie noch keine Spur.

Eine leicht positive und zur zuletzt gesehenen Kursentwicklung passende Grundstimmung, jedoch ohne das Euphorie aufkommen würde, eigentlich eine sehr gute Mischung für eine solche Aktie. Auch aus Sicht der sentimenttechnischen Analyse daher: BUY!

4.) Zusammenfassung

Die Aktie der Coca Cola Company ist als eines der größten Unternehmen der USA und damit der Welt natürlich Mitglied im amerikanischen Bluechip Index Dow Jones Industrial Averages. Derzeit wird die Aktie dabei mit einem KGV 2011e von ca. 14 bewertet, was wir für günstig halten. Denn der Konzern ist weltweit breit aufgestellt, wodurch er immerhin schon zwei Weltkriege überlebt, so dass auch die aktuelle Finanzkrise ihm nichts anhaben konnte oder kann, wie der gerade mal knapp 3%ige Umsatzrückgang im Krisenjahr 2009 bewiesen hat. Zudem erscheint der Konzern auch bestens gegen jegliche Wechselkursturbulenzen abgesichert, da das Unternehmen seine Getränke ja immer vor Ort produziert und somit genauso stark von Wechselkursänderungen profitiert, wie es womöglich darunter leidet. Daher haben wir die Aktie aus fundamentaler Sicht mit BUY, Kursziel 65 US$, bewertet!

Wenngleich die fundamentale Bewertung einer Aktie aus unserer Sicht am wichtigsten ist, so ist die Charttechnik zu Timingzwecken nicht zu unterschätzen. Bei der Aktie der Coca Cola Company erscheint der Blick auf die charttechnische Analyse jedoch nicht ganz so entscheidend. Denn die Aktie stieg zuletzt entlang des seit August 2009 eingeleiteten Aufwärtstrends wie an der Schnur gezogen, so dass hier einfach „Buy every dip“ gilt. Aber wenn auch die Charttechnik bei der Aktie der Coca Cola Company keine so entscheidende Rolle für den Einstieg spielen mag, so gibt uns die Charttechnik aber wichtige Informationen zur Risikobegrenzung via Stoppkurs. So wäre der seit August 2009 bestehende Aufwärtstrend mit Kursen unter 41,00 Euro gebrochen, so dass man den Stoppkurs nach einem Einstieg im Bereich 40,17 Euro platzieren sollte.

Last but not least bestätigte auch die Sentimentanalyse das Ergebnis von fundamentaler Analyse und charttechnischer Analyse. Denn sowohl die privaten Sharewise Mitglieder als auch die professionellen Analysten sind leicht positiv für die Aktie der Coca Cola Company gestimmt, jedoch nicht euphorisch. Und da auch die zuletzt gesehene Kursentwicklung zu diesem leicht positiven Stimmungsbild passt, ergibt sich somit ein rundes, leicht positives Gesamtbild: Coca Cola Company, BUY, Kursziel 65 US$ (ca. 53 Euro).

Über den Autor

Sascha Huber, Jahrgang 1978 und wohnhaft in Trier, ist schon seit Zeiten des damaligen Neuen Marktes als intimer Kenner der Hightechbranche bekannt. Er betrieb in den Jahren 1998 bis 2001 zusammen mit einem Partner eine der damals führenden Börsenhotlines sowie eines der damals führenden Börsenportale und gehörte damit zu den Ersten, die das Potential von Aktien wie Amazon.com, eBay oder Intershop Communications erkannten. Im Gegensatz zu vielen anderen Experten riet er allerdings rechtzeitig im März 2000 zum Ausstieg aus dem Neuen Markt und warnte sehr frühzeitig vor Luftnummern wie ComROAD, Gigabell oder Infomatec. Mittlerweile gehört er zu den aktivsten Sharewise Mitgliedern und zeichnet sich dabei durch exzellentes Börsen Know How aus. Dabei liegt seine Spezialität unverändert im Hightechsektor, den er aufgrund eines Informatikstudiums auch bestens einschätzen kann.

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