ThyssenKrupp und Salzgitter – kaufen, oder lieber doch nicht…?

Es war nicht das Jahr für ThyssenKrupp Aktionäre, soviel kann man vorab wohl mal festhalten. Managementfehler aus der jüngsten Vergangenheit des traditionsreichsten Stahlkochers Deutschlands haben eine völlige Neubewertung der Aktie erforderlich gemacht. Die beiden in Übersee errichteten Stahlwerke erwiesen sich als Milliardengrab und sollen nun schnellstmöglich wieder verkauft werden. Der Thyssen Vorstand träumt immer noch davon diese wenigstens wieder zum Buchwert ( knapp 7 Milliarden Euro!) an den Mann bringen zu können und hat nun die zweite Runde im Bieterverfahren eingeläutet. Ich persönlich gehe nicht davon aus dass es dem Unternehmen gelingen wird in dem Umfeld und unter dem allgemein bekannten Druck auf das Unternehmen den gewünschten Preis zu erzielen. Auch Analysten zeigten sich diesbezüglich eher deutlich skeptischer. Hier geht man eher von einem Verkaufserlös zwischen drei und vier Milliarden Euro aus, was ich auch für realistisch halte. Zuletzt war zu lesen dass auch die Anzahl der interessierten Bieter von sechs auf fünf geschrumpft ist.

Heute berichtet die Presse über eine mögliche Welle von Schadensersatzklagen gegen das Unternehmen. Grund hierfür sind angeblich illegale Preisabsprachen im Schienengeschäft. Die zwischen 1998 und 2011 geschädigten Länder und Gemeinden wollen nun das zuviel bezahlte Geld von ThyssenKrupp zurück fordern, die Höhe der möglichen Forderung, ebenso wie die der Vertragsstrafe ist aber noch unbekannt. Alles in allem also eher keine gute Nachrichtenlage, die in naher Zukunft deutlich steigende Aktienkurse bei der ThyssenKrupp Aktie erwarten lässt. Von dem allgemein schwachen Umfeld und den niedrigen Stahlpreisen möchte ich an dieser Stelle ja gar nicht mehr reden…!

ThyssenKrupp versucht sich bereits seit längerem unter Konzernchef Heinrich Hiesinger umzustrukturieren. Erst kürzlich wurde die gesamte Edelstahlsparten des Konzerns verkauft, die Technologiesparte soll hingegen weiter ausgebaut werden. Die Strategie mag richtig sein, die Umsetzung wird aber noch etwas dauern. In Kürze legt Deutschlands Stahlunternehmen Nummer 1 die Quartalszahlen vor und beeendet damit die aktuelle Berichtssaison. Hier würde ich persönlich erst einmal die harten Fakten abwarten, bevor ich über einen Kauf der Aktie nachdenke. Inzwischen notiert die Aktie nur noch um die 16,- Euro, nachdem zwischenzeitlich allerdings schon Kurse unter 12,- Euro gesehen wurden. Dennoch sieht der Chart (> hier <) weiterhin nicht sehr vielversprechend aus. Ein erneuter Rückgang der Aktie auf unter 15,- Euro erscheint aus meiner Sicht durchaus denkbar. Der Test des langfristigen Trends bei 15,30 Euro in Kürze sehr wahrscheinlich.

Auch bei der Nummer zwei in Deutschland, der Salzgitter AG, sieht es, aus meinem persönlichen Blickwinkel, gerade alles andere als rosig aus. Die schwache Stahlnachfrage ebenso wie die niedrigen Preise und die Aussichten auf chinesische Strafzölle auf Röhrenprodukte haben auch in diesem Chart deutliche Spuren hinterlassen. Inzwischen dürfte die kurzfristige Richtung damit klar sein. Einen Test des kurzfristigen Aufwärtstrends bei ca. 29,50 Euro halte ich für sehr wahrscheinlich, einen Rückgang bis auf 28,20 Euro für möglich. Ob sich die Aktie dem langfristig negativem Trend irgendwann entziehen kann bleibt weiterhin fraglich. Erst ein nachhaltiges Überwinden der Zone um die 35,- Euro würde das Chartbild wieder deutlich aufhellen. Vorher geht es aber wohl erst einmal noch ein Stückchen nach unten…! Den Chart dazu sehen Sie (> hier < )

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