Solar Millennium – wie gehts nun weiter?

Die Solar Millennium hat kürzlich Zahlen vorgelegt und die Prognose für das Gesamtjahr massiv gesenkt. Ein Grund sich wieder einmal etwas näher mit dem Unternehmen zu befassen. Grundsätzlich waren wir sehr optimistisch eingestellt was die weitere Zukunft des Unternehmens anbelangt. Neben der Hoffnung, dass das Management etwas aus der ganzen Misere um Utz Claassen gelernt haben könnte, und man sich nun wieder etwas mehr auf das operative Geschäft konzentrieren würde, deutete auch die Nachrichtenlage zuletzt auf wieder besserer Zeiten für Solar Millennium Aktionäre hin. Die nun veröffentlichten Zahlen verdeutlichen aber die durchaus angespannte Lage des Unternehmens. Unser Ausstieg aus der Aktie im Juli hat sich somit wohl als richtig erwiesen.

Die Erlöse waren in den ersten acht Monaten um 30 Prozent auf nur noch 37,1 Millionen Euro gesunken. Im Vorjahreszeitraum konnten im gleichen Zeitraum immerhin 48,5 Millionen Euro erlöst werden. Dennoch soll der angepeilte Umsatz von 350 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr laut Unternehmensangaben erreicht werden. Das EBIT rutschte tief in den roten Bereich auf minus 26,7 Millionen Euro – nach einem Plus von 20,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Wie diese doch recht ambitionierten Ziele nun erreicht werden sollen wurde nicht deutlich. Auch wir sind diesbezüglich eher skeptisch, um es mal vorsichtig auszudrücken.

Das Minus resultierte nicht zuletzt der Korrektur der Geschäftsabschlüsse für die Geschäftsjahre 2005/2006 und 2008/2009, die nach einer Sonderprüfung durch die Wirtschaftsprüfer von Deloitte nötig wurde. Dies führte auch dazu, dass das Unternehmen seine Zwischenergebnisse nicht im August, sondern erst gestern veröffentlichen konnte. Ob eine außergerichtliche Einigung mit Utz Claassen tatsächlich noch getroffen werden kann, oder welcher Betrag nun an das Unternehmen zurück fließen wird dürfte mittelfristig für das Unternehmen eher eine untergeordnete Rolle spielen. Das was hier wohl neues Vertrauen schaffen kann, scheint die kurzfristige Umsetzung der in der Pipeline befindlichen Projekte zu sein. Harte Fakten wie die Umsetzung und Genehmigung der Ibersol- und Blythe-Projekte müssen nun her. Unser persönliches Kursziel für die Aktie haben wir inzwischen bis auf weiteres auf deutlich unter 15,- Euro gesenkt.

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