Microsoft nach Zahlen unter Druck – was tun?

Wie kürzlich hier auf Investors Inside schon berichtet, haben u.a. auch die aktuellen Währungsturbulenzen einen deutlichen Einfluss auf die Aktienkurse – in beide Richtungen. So auch beim weltgrößten Softwarehaus Microsoft, das vergangenen Nacht seine Daten zum abgelaufenen Quartal präsentiert hat. Der US IT-Riese hat dennoch mit einem Gewinn in Höhe von 0,71 Dollar und einem Umsatz von 26,47 Milliarden Dollar die Erwartungen des Marktes ganz klar getroffen, aber..

Der Konzernumbau immer mehr weg vom reinen Softwareentwickler und -Vertrieb hin zum Smartphone etc. und Cloud Geschäft trägt erste Früchte und ist angesichts der deutlich rückläufigen Zahlen von Windows Nutzern wohl auch dringend angeraten. Insgesamt war das Geschäft mit dem Microsoft Betriebssystemen im Berichtszeitraum um satte 13 Prozent rückläufig. Auch das Xbox Konsolengeschäft im Weihnachtsquartal war um ca 11 Prozent rückläufig. Hier hatten sich Anleger ebenfalls deutlich mehr erwartet, auch wenn die grundsätzlichen Zahlenvorgaben getroffen wurden.

Die Bilanz hätte ohne diverse Sonderfaktoren, wie bspw. erste Kosten für den Stellenabbau von weltweit 18.000 Arbeitsplätzen nach der Nokia-Übernahme und auch ein paar zusätzlichen Belastungen durch den extrem starken Dollar, eigentlich sehr gut aussehen können. Es wird beim Lesen der Bilanz klar, dass die eingeschlagene Richtung stimmt und sich die Bemühungen in ein paar Quartalen deutlich auszahlen sollten. Wobei hier aus meiner Sicht der „Rückschritt“ zu Windows 10 noch die unsicherste Komponente bleibt, da wohl niemand heute schon beurteilen kann, ob dieses Semi-Kachel-Modell jetzt besser beim Kunden ankommen wird als die vollgekachelte Variante…?

Anleger zeigten sich gestern im späten US Handel von den vorgelegten Eckdaten enttäuscht und schickten die Microsoft Aktie nachbörslich fast fünf Prozent in den Keller. Mit Kursen um die 45,- Dollar könnte man die charttechnische Lage der Aktie nun als durchaus angespannt bezeichnen. Hier liegt die letzte nennenswerte Unterstützung, die nicht wesentlich unterschritten werden sollte, was wiederum eigentlich ein gutes Kaufniveau für längerfristig orientierte Anleger sein könnte, wenn der Aktienkurs hier wieder nach oben dreht. Nächster Unterstützungsbereich ist dann die Region um die 42,- Dollar.

Der heutige Handelstag sollte wohl noch abgewartet werden, bevor man diese Entscheidung trifft. Grundsätzlich sehe ich das Niveau um die 45,- Dollar als interessanten Bereich für eine Erstposition, mit dem Risiko von ca 3,- Dollar, bzw. entsprechendem Stopp-Loss. Der Markt hat aber in dieser Woche eine wahre Datenflut zu verdauen, die gerade im Tech-Sektor für extreme Bewegungen sorgen kann. Vorsicht bleibt somit zunächst angeraten…!

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