InterSolar, neue Chance für Solarworld und Q-Cells?

Heute beginnt die weltgrößte Messe für die Solarbranche, die InterSolar in München. Bereits im Vorfeld der Messe gab es die ein oder anderen vollmundige Versprechen für die Zukunft einiger Branchenvertreter. Q-Cells hat kürzlich angekündigt sich nun zum deutschen Billiganbieter für komplette Solarstromanalagen aufschwingen zu wollen, und somit der harten Konkurrenz im eigenen Lande, wie Solarworld und Conergy paroli bieten zu wollen. Der neue Chef des ehemaligen Börsen-Highflyers baut den Konzern gerade massiv um. Mit der Herstellung von Solarzellen sei kein vernünftiges Geld mehr zu verdienen, hieß es in einem kürzlich veröffentlichten Interview mit Nedim Cen, der nun (endlich) Anton Milner an der Unternehmensspritze abgelöst hat.

Auch bei der Produktion haben sich inzwischen deutliche Veränderungen bei einem Großteil der deutschen Anbieter ergeben. Um halbwegs konkurrenzfähig zu bleiben lässt man nun auch verstärkt in Asien produzieren. Für Q-Cells werden die neuen Module, mit denen man den Markt aufmischen will, in Malaysia hergestellt. Auf der Intersolar kann man diese Module nun das erste Mal bewundern. Mittelfristig will sich Q-Cells nun zu einem Full-Service-Anbieter auch für Endkunden wandeln und die gesamte Produktpalette anbieten können. Man darf also durchaus gespannt sein ob diese Strategie nun aufgehen wird, denn auch im Markt für Module sind die Margen deutlich dünner, und die Konkurrenz größer geworden..

Bei Solarworld wird ebenfalls kräftig umgebaut. Firmenchef Frank Asbeck bemüht sich trotz aller politischer Unwägbarkeiten, weiterhin gute Mine zum bösen Spiel zu machen. Die Strategie ist weiterhin klar – man will sich in den Preiskrieg nur bedingt einreihen, und setzt weiterhin auf Qualität. Diese Strategie kann sogar durchaus vernünftig sein, Fachleute rechnen mit einer baldigen Konsolidierung im Solarmarkt, die wohl nur die Hälfte aller deutschen Solaranbieter überleben werden. Solarworld dürfte wohl einer der Überlebenden sein. Man will weiter an der Effizienz der Module arbeiten, Wirkungsgrade erhöhen, und die Marke Solarworld stärken.

Als Vertrauensbeweis kaufte die Solarworld AG nun eigene Aktien und überschritt kürzlich die Marke von 3% an den Stimmrechten (3.562.723 Stück) der eigenen Firma. Weiterhin beteiligt sich auch ein überzeugter Frank Asbeck wieder an seinem eigenen Unternehmen. Über die Solar Holding Beteiligungsgesellschaft mbH, die sich im Besitz der Familie Asbeck befindet, wurden kürzlich insgesamt 70.000 Aktien im Gegenwert von 591.003 EUR gekauft. Ich persönlich bin sehr gespannt welche Innovationen die Intersolar also nun hervorbringen wird. Welches Konzept langfristig überlebensfähig ist, kann noch nicht eindeutig gesagt werden. Mein Favorit bleibt aber Solarworld, wenn die Branche sich stabilisiert hat..

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