EON und RWE oder Innogy und Uniper?

Das lange Leiden der E.ON und RWE  Aktionäre könnte bald ein Ende haben. Heute ist ein großer Tag für Aktien der beiden Energieversorger. Die neuen Töchter Innogy und Uniper steigen demnächst in den MDax auf  und die Mutterkonzerne ringen mit dem Staat um eine Entschädigung für den spontanen Atomausstieg nach der verheerenden Katastrophe in Fukushima…

Mit Spannung wird das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes bezüglich der Klage der Energieversorger heute erwartet. Hierin geht es um einen entsprechenden Ausgleich für die „Enteignung“ der Energiekonzerne im Jahr 2011, als die Bundesregierung den Atomausstieg beschloss und die Anbieter E.ON, RWE und Vattenfall zur Schließung der meisten Atomkraftwerke verdonnerte. Von den ehemals 17 Atommeilern sind heute nur noch acht in Betrieb. Auch diese sollen bis zum Jahr 2022 dann geschlossen werden, womit ein Großteil des Kerngeschäftes der Konzerne wegfällt. Insgesamt geht es hier um die geschätzte Summe von 19 Milliarden Euro.

EON Aktie im Chartcheck

Gerade kommt die Meldung rein, dass das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, dass den Energiekonzernen eine „angemessene“ Entschädigung zusteht! Was das am Ende heißt weiß wohl niemand so genau. Dennoch ist dies der erste ernstzunehmende Hoffnungsschimmer seit Jahren für die arg gebeutelte Branche. Vergessen werden sollte aber nicht, dass gerade auch die Verhandlungen der Konzerne mit der Bundesregierung über die Kosten zur Entsorgung der atomaren Altlasten laufen. Hier werden die Konzerne sehr auf das Wohlwollen der Regierung angewiesen sein um mit einem blauen Auge davon zu kommen! Es ist also noch gar nichts in trockenen Tüchern, auch wenn beide Aktien inzwischen ernsthafte Anzeichen eine Bodenbildung zeigen.

Es bleibt schwierig für die beiden Energieversorger und deren Aktionäre. Die Tochtergesellschaften Innogy und Uniper hingegen haben gute Chancen durch den baldigen Aufstieg in den MDax mehr Aufmerksamkeit von Investoren auf sich zu ziehen. Die Aufnahme erfolgte nach der Fast-Entry-Regel. Beide Aktien haben sich durch ihrer Marktkapitalisierung und ihren Orderbuchumsatzes für eine Aufnahme in den MDAX qualifiziert. Man kann also davon ausgehen, dass die Nachfrage nach den beiden Aktien demnächst noch einmal durch Fonds die den Index abbilden anziehen wird.

Aus meiner Sicht besteht für echte Euphorie aber nach wie vor kein Grund. Bis zur endgültigen Klärung aller offenen Fragen darf man sich keine Wunder erwarten. Jedoch könnte der Zeitpunkt nun allmählich gekommen sein an dem man sich diese Branche wieder etwas intensiver anschauen sollte, bzw. erste Stücke unter langfristigen Gesichtspunkten einsammelt. Ob die Mutterkonzerne hier die bessere Wahl sind, oder aber die neu ausgegliederten Tochterunternehmen, wage ich beim besten Willen allerdings nicht zu beurteilen. Das werden letztlich dann wohl die Charts zeigen…

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11 Comments

  1. Micha said:

    Was hälst du momentan von Innogy Lars? Finde ich charttechnisch interessant und bald kommen die 2016er Zahlen. Sollte man sich ggf. mal auf die Watchlist legen.

    • Lars said:

      Hi Micha,

      dazu können wir hier gerne mal diskutieren. Ich bin mir da auch noch nicht ganz sicher welcher Wert von beiden der bessere ist. Ich bin aktuell in der ehemaligen Mutter RWE investiert und das läuft soweit gut. Überlege auch noch ein paar Vorzüge zu kaufen… Was ist denn eigentlich bei GFT heute los? Hattest Du die nicht?

      viele Grüße

  2. Micha said:

    @Andrea: ggf jetzt mal bei IRBT hinschauen, sind seit längerer Zeit mal an den 20er gelaufen

  3. Pingback: Kleine Presseschau vom 8. Dezember 2016 | Die Börsenblogger

  4. Micha said:

    Hi Marcus, schau dir z.B. http://etfdb.com/etfdb-category/volatility/ an. Ich handel im Moment den SVXY (mit einem Testballon!), sprich einen ETF von PowerShares mit Short VIX Futures (aktueller + kommender Monat). Dieser hält quasi Shortpositionen auf den VIX Future Dez und Jan Kontrakt. Per heute (siehe vixcentral.com) läuft der Dezemberkontrakt in 13 Tagen und der Januarkontrakt in 41 Tagen aus. Da der ETF (Short Term) 30 Tage abbilden will, muss er demnach etwas mehr Januarkontrakte halten. Je näher wir an den 20.12. rücken, desto mehr Januarkontrakte muss er verkaufen (shorten) und die entsprechenden Dezemberkontrakte eindecken (kaufen). Daher entstehen hier auch fortlaufend Rollgewinne, denn heute würde er z.B. den Dezemberkontrakt 13,18 kaufen und den Januarkontrakt 15,33 verkaufen (= 2,15 Rollgewinn). Schau Dir hierzu einfach auf YouTube „Jens Rabe VIX“ an, dann hast du dafür sicherlich ein grundlegendes Verständnis entwickelt. Du kannst auch den VXX oder andere Long-ETFs shorten, da diese i.d.R. fortlaufend Rollverluste einfahren (sie verkaufen den näheren Kontrakt und müssen den nächsten (teureren) kaufen). Der Vorteil beim SVXY ist dieser lässt sich ohne Margin-Depot handeln und kann im worst case „nur“ auf Null fallen während der VXX theoretisch „unendlich“ steigen kann (siehe Finanzkrise ~verfünffacht). Genau hierin besteht natürlich das Risiko, da diese ETFs großen Schwankungen unterliegen und Bewegungen von 10-20% pro Woche eher normal als selten sind. Du kannst auf den VIX auch Optionen handeln, aber damit kenne ich mich nicht aus.

  5. Marcus said:

    @Lars/Micha: habt ihr exemplarische Zertifikate und VIX zu handeln oder was habt ihr im Blick, würde mich gerne auch damit näher befassen.

    Danke vorab

  6. Micha said:

    Gold halte ich auch mittel- bis langfristig für interessant, nur eben auf Sicht der nächsten Wochen nicht zwingend. 😉

    Was meinst mit VIX? VIX long, mach das nicht Lars, siehe Comment von eben bei Freeport. 😉 Da segelst du gg den Wind wenngleich wir gerade mit VIX 11,… extrem niedrig liegen, dennoch kann das total in die Hose gehen. Hatte sowas auch mal gedacht und versucht zu handeln (mittels dem TVIX), aber das ging daneben. Damals habe ich nicht gecheckt warum, aber heute weiß ich es, daher VIX long = Kneifzange. ;P

  7. Maximilian Zittel said:

    Hi Lars,

    wie siehst du, auch nach dem Referendum in Italien, die Aussichten der deutschen Bank? Charttechnisch sieht es hier nach einer Haussephase und einem Ausbruch aus.

    Grüße, Max

    • Lars said:

      Hi Maximilian,

      ich persönlich halte die Kursbewegung bei der DB für ziemlich übertrieben, wenn man hier auch nur ansatzweise fundamentale Gedanken mitspielen lässt. Das ist aber Wurscht, denn letztlich zählt nur das was man sehen kann, also der Chart und der ist unverkennbar bullish. Bin aber auch gespannt wie lange das noch gut geht… Bis 17,50 Euro und dann nochmal einen gesunden Rücksetzer auf die 14,- könnte man wieder kaufen!?

      viele Grüße
      Lars

      • Micha said:

        Da bin ich ganz bei dir Lars. 🙂 Wollte wie gestern geschrieben schon beide fast shorten, finde die Bewertungen auch übertrieben bzw. kann ich die Anstiege in dieser Form nicht nachvollziehen und halte ich für eine Übertreibung (als ob die Zinsen bei uns nachhaltig steigen würden?!).
        Heute die 10.800 geknackt, Jahresendrallye wir kommen?!

      • Lars said:

        Alle Welt hofft darauf dass der Italiener Draghi jetzt mal wieder das große Füllhorn ausschüttet…das wird langsam wirklich lächerlich! Aber gut ich schau mir das Schauspiel an und habe einen Fehlausbruch im Hinterkopf. Beschäftige mich immer noch mit Alternativszenarien in Gold und VIX, die ich (noch) nicht verwerfen möchte…

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