Euro bald unter 1,30?

Wer meinen Blog schon länger liest weiß, dass ich eigentlich fast immer eine optimistische Haltung einnehmen. Dennoch gefällt mir der Markt zur Zeit irgendwie nicht. Ich kann es nicht so genau definieren, es sieht einfach nicht mehr überzeugend aus. Aber keine Angst ich werde sicherlich nicht vom Perma-Bullen zum Pessimisten mutieren… Die Nachrichtenlage von der Konjunkturfront stimmt mich eigentlich weiterhin positiv, auch die Unternehmensdaten waren überwiegend besser als erwartet. es deutet also vieles auf eine weitere Erholung an den Aktienmärkten hin. Wären da nicht Faktoren wie Griechenland, Bankenregulierung, Japan, die Unsicherheiten um eine Blase in China, die Ölpest vor Amerika, und noch ein paar weitere…Der Dax tut sich gerade sehr schwer damit die 6.200 Punkte wieder zurück zu erobern und in den einzelnen Aktien lässt sich weiter eine gewisse Schwäche feststellen.

Nun meldete sich auch noch Marc Faber zur Wort und prognostiziert einen Crash in China innerhalb der nächsten neun bis zwölf Monate. Der Börsenprofi verweist dabei insbesondere auf den Shanghai Composite Index der seit dem Jahresbeginn 2010 ein Minus von neun Prozent erlitten hat. Die Entwicklung der Inflation in der Region gibt Anlass zu Sorge, der Immobiliensektor ist überhitzt und auch der Aktienmarkt der asiatischen Börsen will trotz strafferer Geldpolitik nicht so richtig Dampf ablassen. „Der Markt erzählt uns, dass irgendetwas nicht ganz stimmt“, sagt Faber. am Montag blieben die meisten Börsen in Asien erst einmal geschlossen. Am Freitag mussten aber auch hier bereits kräftige Abschläge hingenommen werden. Je nach Handelsverlauf heute bin ich sehr gespannt wie sich die asiatischen Märkte diese Woche entwickeln werden…Sollte es in China irgendwann zu einem Kursrutsch kommen dürfte klar sein was dies dann für die restlichen Börsen bedeutet. Vielleicht ist dieses Thema aber noch ein bisschen zu weit weg um sich jetzt bereits den Kopf darüber zu zerbrechen…

Die US Börsen haben sich gestern noch einmal sehr stark präsentiert und konnten an die alten „Bestmarken“ anknüpfen. Der Dax hat die Marke von 6.140 Punkten zunächst auch sehr überzeugend überwunden und notiert heute zu Handelsbeginn mit leichten Aufschlägen. Der zweifache Ausbruch nach unten in der vergangenen Börsenwoche könnte sich also nun als klassisches Fehlsignal entpuppen, was wiederum bullish zu werten wäre. Ebenso ist ein erneutes Abtauchen der Indizes immer noch möglich. Um sicher zu gehen welche Richtung nun tatsächlich eingeschlagen wird warte ich noch etwas ab. Sollten die Indizes in den kommenden beiden Handelstagen weiter Stärke zeigen habe ich mich wohl geirrt, und muss dann wieder long gehen..Dann wäre das Kursziel von 6.500 bis 6.600 Punkte im Dax wieder in greifbarer Nähe. Ansonsten bleibt mein kurzfristiges Kursziel eher 5.800 bis 5.900 Punkte.

Angesichts der europäischen Probleme habe ich mich in den vergangenen Tagen mal wieder etwas intensiver mit US Aktien beschäftigt, denn wie man auch heute bereits wieder sehen kann helfen auch die Nachrichten um ein Rettungspaket für Griechenland derzeit nicht den Preisverfall des Euros nachhaltig zu stoppen. Vielleicht ist es also eine gute Idee das Risiko in den kommenden Monaten auf mehrere Währungen zu verteilen. Der Dollar ist hier natürlich nur eine Variante, das britische Pfund und der Schweizer Franken haben dabei durchaus auch Ihren Charme. Aber bleiben wir beim Dollar, warum sollte man beispielsweise in US Aktien investieren? Die Antwort erscheint logisch: Sollte es wider erwarten zu einem Dominoeffekt in Europa kommen ist der Euro wohl in seiner heutigen Form gescheitert, und war wie manche Amerikaner heute schon behaupten, von Anfang an nicht mehr als ein Experiment. Ein sehr teures Experiment für die Bürger der Euro Staaten!

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