Regierung distanziert sich von Deutsche Bank Chef Ackermann

Josef Ackermann mach einmal mehr von sich Reden. Heute viel er den europäischen Rettungsmaßnahmen zu Griechenland kräftig in den Rücken und zweifelte öffentlich an, dass der Mittelmeerstaat seine Schulden zurückzahlen könne. Die Bundesregierung hat sich inzwischen ausdrücklich von den Äußerungen distanziert! Eine Regierungssprecherin sagte: „Es gebe aber keine Zweifel an der Entschlossenheit der griechischen Regierung, dieses Sparprogramm umzusetzen. Zu derartigen Spekulationen über die Fähigkeit des südeuropäischen Landes, seine Schulden zurückzuzahlen, gebe es „keinen Anlass und keinen Nutzen“

Das trifft es wohl auf den Punkt. Welchen Sinn und Zweck sollte es haben wenn sich der oberste Bankenführer unseres Landes dazu hinreißen lässt in einer solch fragilen Situation solche Äußerungen zu tätigen? Entweder ist die Deutsche Bank gerade selber massiv short im Euro, oder man will einfach von den eigenen Problemen, die nicht unerheblich sind, ablenken. Laut Presseberichten soll der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo den deutschen Branchenprimus und sieben weitere Institute aus den USA, der Schweiz und Frankreich wegen möglicher Irreführung von  Investoren und Ratingagenturen über die Bewertung von Hypothekentiteln vorgeladen haben

Zudem muss die US-Wertpapiertochter Deutsche Bank Securities ein Bußgeld von umgerechnet 460.000 Euro zahlen, weil sie regelwidrig sogenannte ungedeckte Leerverkäufe ermöglicht hatte. Alles nicht unbedingt positive Nachrichten für den deutschen Branchenprimus, und dazu noch die eigenen Verwicklungen in die Griechenland-Krise. Erst kürzlich hatte Ackermann über einen möglichen Beitrag seiner und anderer Banken zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland mit der Bundesregierung verhandelt. Die da großzügig angebotene Mithilfe scheint nun in Angst umgeschwenkt zu sein, dass sein Institut am Ende auf den Krediten sitzenbleiben könnte.

Dies allerdings in einem öffentlichen Interview kund zu tun hilft wohl niemandem in der aktuellen Situation! Das Ackermann dann auch noch das Wort „Kernschmelze“ im Zusammenhang mit dem Euro verwendete, dürfte dann die Spekulanten zum erneuten Abverkauf der europäische Leitwährung über Nacht eingeladen haben. Sollten die Aktienmärkte nun also erneut abtauchen gibt es wohl auch seitens der europäischen Regierungen nicht mehr viel was sie dagegen tun könnten. Vielen Dank dafür, Herr Ackermann!

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2 Comments

  1. ebook leser said:

    Die Finanzkrise in Griechenland artet langsam in eine reale Krise aus. Explosion vor Gefängnis in Athen Die Explosion eines Sprengsatzes hat am Donnerstagabend die Vorstadt des Hafens von Piräus-Korydallos erschüttert. Ich frage mich wirklich, wie das wohl weitergeht. Die Griechen sollten wirklich mal das demonstrieren sein lassen und sich darauf konzentrieren, wie sie wieder auf die Beine kommen.

  2. Pingback: Tweets die Regierung distanziert sich von Deutsche Bank Chef Ackermann | Investors Inside erwähnt -- Topsy.com

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