Bilfinger verkauft das Tafelsilber – Und dann…?

Man durfte sich gestern mal wieder etwas wundern wenn man den sprunghaften Anstieg der Bilfinger Aktie beobachtet hat. Aus dem Stand konnte der Titel kräftig zulegen und erreichte kurzzeitig sogar die 41,- Euro Marke. Dies alles geschah aber ohne nennenswerte Umsätze, weswegen ich das Ganze eher skeptisch gesehen habe und seit heute erst recht sehe…

Der angeschlagene Baukonzern verkauft nun sein Bau- und Immobiliengeschäft und hofft offenbar darauf durch diese Maßnahme das Tal der Tränen demnächst verlassen zu können. Die spannende Frage ist nun aber… was bleibt dann noch vom ehemals stolzen Unternehmen? Die Zerschlagung sogt zunächst einmal dafür dass künftig ca. 40 Prozent des Umsatzes nicht mehr in der Bilanz zu finden sein werden. Schwerwiegender ist aber der Umstand, dass gerade diese Sparte bisher oft die Stütze des Konzerns dargestellt hatte, nachdem hier mit einer operativen Rendite von knapp unter fünf Prozent noch die besten Erträge sprudelten. Verbleiben sollen im Konzern dann die Industriedienstleistungen, sprich das Geschäft mit Dienstleistungen rund um das Thema Kraftwerke. Nicht zwingend ein Bereich mit echter „Zukunftsmusik“ möchte man meinen!

Bilfinger Aktie Chart vor Zerschlagung

Der geplante Verkauf der Sparte für 1,2 Milliarden Euro an den schwedischen Finanzinvestor EQT zeigt aus meiner persönlichen Sicht eher auf wie ernst die Lage um den Baukonzern tatsächlich stehen muss. Wenn erst einmal das Tafelsilber veräussert wird, bleibt den Entscheidern meist keine andere Wahl. Und das wiederum deutet darauf hin, dass bald wieder mit schlechten Nachrichten zu rechnen ist, auch wenn man unternehmensseitig den Kaufpreis natürlich als „sehr gut“ bezeichnete…

Die Quittung für die Glücksritter von gestern kam dann auch prompt. Die Aktie fällt erneut und dürfte sich demnächst auch wieder auf dem Ausgangsniveau der Bewegung befinden. Die Nachrichtenlage um die Bilfinger Aktie bleibt auch nach diesem Notverkauf  äusserst angespannt. Denn der ganze Schlamassel aus der Ära Koch hallt heute offensichtlich noch immer nach, Anmerkung der Redaktion: (Das passiert wohl wenn man Politiker ans Ruder lässt und ist für mich persönlich teilweise leider auch sinnbildlich für das allgemeine Verständnis von Wirtschaft der politischen Führung unseres Landes im Zusammenhang mit der Energiewende!) und wird möglicherweise letztlich dazu führen, dass der letzte noch in deutscher Hand verbliebene Baukonzern nun auch demnächst vom Kurszettel verschwinden wird (!?)

Mit der Meldung des Verkaufs dieses Filetstücks ist die Bilfinger Aktie leider im Moment komplett uninteressant gewordenen verschwindet von meiner Watchlist! Ob hier nochmal die große Wende, unter den gegebenen Umständen gelingen kann, bleibt aus meiner persönlichen Sicht äußerst fraglich.

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