Primacom – voll verzockt!

Die „Financial Times Deutschland“ hatte am Donnerstag in einem Artikel berichtet, dass der „zahlungsunfähige Netzbetreiber bald komplett in der Hand von Finanzinvestoren sein“ werde. Laut dem Bericht sollten noch im Laufe dieser Woche die vier Hauptgläubiger sämtliche Anteile übernehmen. Leider war diese Darstellung etwas missverständlich was einige Anleger dazu veranlasst hat heftig auf steigende Kurse zu spekulieren. Der Primacom Aktienkurs schoss gestern mit über 1000 Prozent durch die Decke. Brancheninsider zeigten sich sehr verwundert von der heftigen Börsenreaktion: „Die Transaktion hat mit der AG nichts zu tun“, erklärte ein anonymer Experte. Die AG werde nicht verkauft. Fakt sei, dass die bereits im November bekanntgegebene neue Struktur von Primacom steht, sodass die Finanzinvestoren Avenue Capital, Tennenbaum und Alcentra sowie die Großbank ING wie geplant zu gleichen Teilen die neuen Eigentümer des Konzerns werden. Lediglich einzelne Vertragsdetails würden derzeit noch fixiert.

Fakt ist wohl auch, dass die Primacom Management GmbH das einzig lukrative Kabelgeschäft der AG übernommen hat. Die Primacom AG ist hingegen nur noch eine Unternehmenshülle. Einige Anleger hatten offenbar angenommen, dass es sich bei dem Deal um den Verkauf der Primacom AG handelt. Nach der Aufklärung ist der Katzenjammer nun natürlich für viele Kleinanleger groß die wiedermal auf den schnellen Reichtum gehofft hatten. Einmal mehr bewahrheitet sich die These, dass es den schnellen Reichtum an der Börse nicht gibt. Börsenerfolg ist langfristig zu sehen und jeden Tag harte Arbeit! der Primacom Aktienkurs gibt heute wieder entsprechend stark nach, das dürfte es aber noch nicht gewesen sein.

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