Commerzbank – das Falsche zur falschen Zeit…

Die Commerzbank Aktie kommt einfach nicht zur Ruhe. Das ist an einem Tag wie heute besonders tragisch, da die Aktie zum Handelsbeginn bereits deutlich im Plus notierte und die wichtige Marke von 1,47 Euro getestet hat. Die weiterhin unklare Situation in Griechenland ebenso wie die immer noch steigenden Renditen spanischer Anleihen und der Hilferuf der dortigen Regierung haben heute erneut deutlich negative Auswirkungen auf die Finanz-Aktien. Hinzu kommt noch dass die Aussagen des Chefvolkswirts der Commerzbank, Jörg Krämer, nicht gerade als vertrauensbildende Maßnahme bezeichnet werden können.

Ich frage mich persönlich an solchen Tagen immer wieder wie man als „Chefvolkswirt“ so ein schlechtes Timing haben kann. Der Mann mag ja Recht haben das Timing ist aber besch…und die Aussage ansich zum jetzigen Zeitpunkt wenig hilfreich, da das geschilderte Szenario wohl auch deutliche Auswirkungen auf sein Geldinstitut haben dürfte. Leider sind solche Fehlgriffe ja in den letzten Wochen bei Politikern und Fachleuten keine Seltenheit…Charttechnisch hat sich das Bild bei der Commerzbank Aktie damit heute mal wieder etwas eingetrübt. Die Chance auf eine Stabilisierung wurde vertan.

Grundsätzlich bleibt die Situation bei der Aktie aber die gleiche wie schon vor einer Woche. Ein Anstieg über die Marke von 1,47 Euro würde ein starkes Kaufsignal generieren, und die Aktie höchstwahrscheinlich wieder schnell in den Bereich um die 1,50 Euro oder 1,59 Euro steigen lassen. Das Kursziel läge dann bei 1,73 Euro. Wie schnell so eine Kursbewegung ablaufen kann haben wir ja heute morgen gesehen.Weitere Enttäuschungen des Marktes durch den G20 Gipfel oder die FED am Mittwoch hingegen rücken die Unterstützung bei 1,25 Euro dann wieder in den Fokus der Anleger. Aus rein technischer Sicht würde ich das positive Szenario im Moment weiterhin bevorzugen.

Der DAX hat nun das Potenzial sich bis auf 6.400 Punkte zu erholen, auch wenn sich die  Situation in Europa nicht grundlegend geändert hat. Dennoch dürfte der Wahlausgang in Griechenland reichen um die Panik vor einem Zusammenbruch in Europa inklusive Bank Run vorerst zu beenden. In gleichem Umfang sollte dann auch die Commerzbank Aktie von diesem Szenario profitieren können, wenn nicht wieder irgendwer vor die Kamera tritt und das Falsche zur falschen Zeit von sich gibt. Kurzfristig steht nun wieder einmal die wichtige Marke bei 1,40 Euro als Hürde auf dem Plan. Erst ab Kursen um die 1,46 Euro kann man dann von einer Bodenbildung sprechen. Commerzbank Aktionäre brauchen weiterhin ein dickes Fell…

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4 Comments

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  2. Lars said:

    Mittlerweile frage ich mich, ob die Coba überhaupt ein Interesse daran hat, ihre eigene Aktie zu pushen oder ob sie auf der anderen Seite davon profitiert, dass der Abwärtstrend weiterhin anhält. Eines weiss ich zumindest sicher: Ich kenne einige Coba-Banker der Frankfurter Zentrale persönlich und alle bestätigen mir, dass sie im Job alles andere als irgendwelchen Druck verspüren, im Gegeneteil sogar kaum etwas zu tun hätten.
    Und sich in diesen Zeiten noch eine ordentliche Gehaltssteigerung selbst zu verordnen ist ehrlich gesagt ein Skandal. Dass der Staat an der Coba beteiligt ist, scheint ein Schulterzucken zu der Gesamtsituation eher zu verstärken.
    In anderen Unternehmen der freien Wirtschaft hätte man Herrn Krämers derart unpassende Aussage zum gestrigen Tage mit einer Abmahnung, einer Streichung sämtlicher Jahresboni wenn nicht sogar mit dessen Rauswurf quittiert!

  3. Lothar said:

    Bingo! Bin Voll und Ganz Ihrer Meinung und verstehe in keinster Weise solche Aussagen von einem Chefvolkswirt zu einem solch sensiblen Zeitpunkt wo im allgemeinen Expertenverständnis eh‘ über kurz oder lang sowieso die Welt untergeht. Das ist mir alles viel zu negativ und übertrieben, was für ein Spiel wird hier gespielt? Nach alter Börsenweisheit eigentlich ein guter Zeitpunkt zum Kaufen.

  4. Yang said:

    Der Chefvolkswirt sollte mal seine Klappe halten. Das ist schlechtes PR zu einer schlechten Zeit.

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