Zentralbanken machen Banken wieder liquide!

Nach Informationen aus Finanzkreisen wollen die EZB, die Fed und weitere große Zentralbanken den Zugang zu Liquidität in Notfallzeiten deutlich erleichtern. Demnach sollen europäische Banken zum Beispiel auch dann Geld von der US-Fed erhalten, wenn sie dafür Wertpapiere hinterlegen, die auf Euro lauten. Bislang akzeptieren die Notenbanken nur Sicherheiten in der eigenen Währung.

Die Zentralbanken ziehen mit ihren Plänen weitreichende Konsequenzen aus der aktuellen Finanzkrise. Das Financial Stability Forum (FSF), in dem unter anderem Aufseher und Notenbanker vertreten sind, hatte schon im April angeregt, dass die Notenbanken Sicherheiten in Fremdwährungen annehmen sollen. Dass sie das bislang unterlassen, gilt als wichtiger Grund für die seit Monaten angespannte Lage an Teilen des Geldmarkts. Am Geldmarkt versorgen sich die Banken mit Liquidität. Seit Ausbruch der Finanzkrise vor gut einem Jahr drohte der Markt mehrmals auszutrocknen, da die Banken sich kaum mehr vertrauten und untereinander weniger Geld liehen.

Um die Probleme in den Griff zu bekommen, hatten die Notenbanken dem Geldmarkt seit dem letzten Herbst wiederholt milliardenschwere Liquiditätsspritzen gesetzt. Die Währungshüter wollten damit Bankpleiten verhindern. Zudem wollten die Zentralbanken sicherstellen, dass die Kreditvergabe an Unternehmen und Verbraucher nicht versiegt.

Der Ausschuss für Zahlungs- und Abrechnungssysteme (CPSS), in dem Vertreter der führenden Notenbanken sitzen, arbeitet derzeit an den Details der Vereinbarungen, die im Oktober bekannt gemacht werden dürften. Eine Vorentscheidung soll das Zahlungskomitee des Euro-Systems PSSC bei seiner Sitzung am 23. September treffen. Neben der Fed und der EZB wollen sich die Bundesbank und auch die Bank of England beteiligen. Ob die Schweizer Nationalbank teilnimmt, ist noch unklar. Vorgesehen ist, dass die neuen Regeln nur dann greifen, wenn die Notenbanken gemeinsam feststellen, dass eine Finanzkrise vorliegt.

Quelle: FTD

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