Wochenausblick – weiter freundlich!

Die neue Woche dürfte zumindest freundlich anfangen! Und es ist keine langweilige Woche du uns Börsianer nun erwartet, soviel ist sicher! Unsere Einschätzung zum Aktienmarkt ist unverändert positiv. Seit Tagen befindet sich der Dax in einer gewissen Trading-Range, die nun allmählich nach oben verlassen werden könnte. Unser nächstes Kursziel für den deutschen Leitindex bleibt 6.500 bis 6.600 Punkte. Bis auf ein paar wenige Ausnahmen ist die Berichtssaison bislang sehr gut verlaufen. In der vergangenen Woche kam es nur vereinzelt zu einigen enttäuschenden Quartalszahlen beispielsweise bei Nokia, Credit Suisse oder Ebay. Die Mehrzahl der Unternehmen präsentierte sich aber deutlich stärker als dies vom Markt erwartet worden ist, und so sollte es auch in dieser Woche weiter gehen..

Die Gemeinde der Analysten wird ebenfalls wieder deutlich positiver und ruft bereits neue Kursziele aus. Ein Umstand den ich eher bedenklich finde.! Die Marktbeobachter die sich seit Monaten dagegen wehren das diese Hausse nachhaltig sein könnte schwenken nun allmählich ins Lager der Bullen über. Ein normaler Prozess den man immer wieder in der zweiten Phase einer Hausse erleben konnte. Nachdem die erste Phase nun vorbei ist geben sich die Skeptiker irgendwann geschlagen und springen doch noch auf den fahrenden Zug auf. Dabei werden auch neue Kleinanleger „motiviert“ und so sollten die Umsätze an den Börsen nun weiter steigen. Zunächst dürfte dieser neue Optimismus also weiteren Auftrieb verleihen, bevor dann irgendwann die Phase drei einsetzt – die Euphorie! Spätestens hier sollte man dann seine Karten allmählich wieder vom Tisch nehmen..

Etwas Unruhe könnten hingegen die Pläne Barack Obamas in den Markt bringen. Der US Präsident sieht gerade seine große Chance eine stärkere Regulierung der weltweiten Finanzmärkte durch zu setzten. Die Chancen dafür, dass ihm auch dies gelingen wird stehen besser denn je. Der Skandal um Goldman Sachs war ein willkommener Auftakt die Gespräche mit der internationalen Gemeinschaft nun zu intensivieren. Finanztitel sollten also in den kommenden Wochen nicht unbedingt zu den Gewinnern an den Börsen gehören. Weiterer Gegenwind droht der Deutschen Bank und Co. nach wie vor von der Griechenland Krise. Nachdem die Zusagen Deutschlands für Griechenland noch keine ausgemachte Sache sind, und sich die Gegner einer solchen Regelung immer stärker dagegen stellen, dürfte auch eine Umschuldung Griechenlands noch nicht vom Tisch sein. Dies würde die dort engagierten deutschen Banken dann wohl schwer belasten..

Ein weiteres Thema, dass seit Tagen die Gemüter bewegt ist der Preisverfall bei den US Gewerbeimmobilien. Nach dem privaten Immobiliensektor hat es nun den gewerblichen mit voller Wucht erwischt und lässt in naher Zukunft wohl reihenweise Immobilienfonds an den Rande der pleite schliddern. Auch hier zu Lande sehen wir eine ähnliche Entwicklung kommen! Beispiele für Schieflagen gibt es bereist genug. Die Schwäche im Immobiliensektor ist und bleibt also das beherrschende Thema. Erst wenn sich dieser Sektor nachhaltig erholt steht die Weltwirtschaft wieder auf soliden Füssen. In der aktuellen Situation sind wir davon aber noch sehr weit entfernt. Dies sollten besonnene Anleger immer im Hinterkopf behalten.

Ich persönlich halte nicht viel von der Anlage in Immobilien oder Gold in der jetzigen Situation. Weiterhin gilt für mich, mehr denn je, die attraktiven Chancen zu nutzen die sich einem am Aktienmarkt bieten, zumindest solange bis der aktuelle Trend bricht. Und das kann noch dauern…Dem Thema offene Immobilienfonds hat sich mal wieder Dr. Peterreins mit seinem geldanlage-finanz-blog etwas intensiver angenommen und erklärt eindrucksvoll an Hand eines Beispiels wo hier die Probleme liegen: Aktuell findet eine Diskussion statt zwischen dem Finanzministerium unter Schäuble einerseits und dem Bundesverband BVI der Investmentfondsbranche andererseits. Dabei sind zwei Dinge strittig:

  1. Soll eine Kündigungsfrist für offene Immobilienfonds eingeführt werden? Und wenn ja, wie lange soll sie sein?
  2. Soll eine Mindestanlagedauer für offene Immobilienfonds eingeführt werden? Und wenn ja, wie lange soll sie sein?

Das Finanzministerium fordert eine Kündigungsfrist von 6 Monaten und eine Mindestanlagedauer von 2 Jahren. Beides ist dem BVI zu lange. Immerhin könnte man dann Anteile an offenen Immobilienfonds nicht mehr börsentäglich zurückgeben. Siehe auch den Handelsblatt-Artikel… weiterlesen…

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