Wildes Rumhantieren und der Dominoeffekt

Alle möglichen Institutionen melden sich derzeit und versuchen mit allen Mitteln einen weiteren Kursverfall an den Börsen zu verhindern. Nun kommt erneut auch die SEC aufs Parkett und will das Short Selling erneut deutlich einschrenken. Die amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission  hat gestern erneut die Regeln für das sogenannte „Naked Short Selling“ verschärft. Die neue Regelung soll morgen in Kraft treten. Unklar ist wiedermal ob dies nun eine  dauerhafte Lösung sein soll und ob diese auch für andere Aktien ausserhalb der Finanzbranche gilt. Eine beherztes und nachhaltiges Eingreifen der SEC wäre wünschenswert, ansonsten nimmt auch die bald keiner mehr ernst…hier die Meldung von heute:

So dürfen Händler keine Verkaufsorder mehr geben, wenn diese nicht durch geliehene Aktien gedeckt sind. Auf diese Weise will die SEC den Kreis der möglichen Shortseller möglichst klein halten und eine Flut von ungedeckten Verkäufen verhindern. Shortseller setzten auf den Kursverfall einer Aktie und versuchen durch gegenläufige Termingeschäfte davon zu profitieren. „Unsere Maßnahmen machen ganz klar deutlich, dass es für den Missbrauch von Shortselling keine Toleranz gibt“, sagte SEC-Chef Christopher Cox in Washington. Die neuen Regeln sollen morgen in Kraft treten.

Bereits im vergangenen Monat hatte die Börsenaufsicht versucht, mit einem Verbot für Shortseller die Kurse von 19 Bankaktien zu schützen. Darunter war auch die inzwischen pleite gegangene Investmentbank Lehman Brothers. Banker an der Wall Street bezeichneten das Vorgehen der SEC als ungewöhnlich. Lehman-Chef Richard Fuld hatte Shortselling wiederholt für den massiven Kurseinbruch seiner Aktien verantwortlich gemacht. Hedge-Fonds sollen nach seinen Angaben bewusst falsche Informationen gestreut haben. Die Finanzakrobaten wehren sich gegen die Vorwürfe und machen für den Kurseinbruch die gescheiterte Geschäftsstrategie der Banken verantwortlich.

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