Wer mag schon Charttechnik?

Nach wie vor ist gibt es bei der derzeitigen Rally ein paar Auffälligkeiten die man nicht außer Acht lassen sollte. Zum einen sind die Kursanstiege bei den bis vor kurzem noch als „Junk“ bezeichneten Werten wie AIG, Fannie und Freddie nur getragen durch verhältnismäßig dünne Umsätze und treiben damit aber die Indizes weiter an und zum anderen ist die charttechnische Situation immer noch extrem spannend. Das die Kursansteige mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingen nicht ganz so synchron laufen hatte ich ja bereits mehrfach erwähnt. Zwar gibt es zarte Anzeichen dafür das das Schlimmste überstande ist, Grund zur Euphorie besteht allerdings noch lange nicht.

Von Seiten der Regierung wird versucht uns zu vermitteln das die Rezession nun vorbei ist, dennoch dürfte auch ein Rückschlag in Form eines weiteren Abtauchens der Konjunkturdaten noch lange nicht ausgeschlossen werden. Viele mögliche Szenarien geistern im Moment durch die Medien. Angefangen von der Inflation bis hin zur Deflation oder gar Währungsreform wird alles durchgespielt. Doch so genau weiß das wohl niemand im Moment…

Doch nun kurz zur Charttechnik: Am Donnerstag bildete sich nun schon die dritte Tageskerze in Folge, die als Umkehrkerze gewertet werden kann. Das geht nun schon in die Richtung einer extrem seltenen Formation, der bearischen Tri-Stars (negative drei Sterne). Diese hat eine sehr hohe Prognosequalität als Umkehrformation, wenn sie regelgerecht gebildet wird. Allerdings hätte sich dazu ein Gap von der ersten zur mittleren Kerze hin ausbilden müssen, dem ein Gap von der mittleren Kerze zur letzten Kerze folgt. Mit anderen Worten, die mittlere der drei Kerzen müsste eine Art Island Reversal ausbilden, also deutlich höher als die anderen notieren.

Sollten wir also heute am Montag oder vielleicht am Dienstag eine lange rote Kerze sehen könnte das den schon lange überfälligen Umkehrschwung einleiten. Wie weit dieser dann gehen kann hängt aber weiter von der Lernresistenz der Marktteilnehmer ab die offensichtlich derzeit größere Angst haben was zu verpassen als ihr sauer verdientes Geld zu verlieren. Noch immer ist die aktuelle Bewegung extrem liquiditätsgetrieben und eine objektive Beurteilung der Lage daher nur schwer möglich. Man sollte aber bei einer Gegenbewegung aufpassen das die Dynamik einen dann nicht überrollt.

Natürlich sind solche Prognosen extrem unpopulär wenn alle sich weiter steigende Kurse wünschen, aber man sollte zumindest mal darüber nachdenken..

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