US Autoabsatz zieht wieder an

Der seit dem vergangenen Sommer zunehmend schnellere Abschwung auf dem US-Automobilmarkt hat sich im März erstmals etwas abgeschwächt. Verglichen mit dem Vorjahr verbuchten zwar alle Hersteller erneut starke Absatzeinbußen, doch gegenüber dem Februar zogen die Verkäufe im ersten Frühjahrsmonat wie in den Vorjahren kräftig an. Der saisonal bereinigte Jahresabsatz per Ende März lag nach Erhebungen der Marktforscher von Autodata bei 9,86 Mio Fahrzeugen und damit deutlich über Analystenerwartungen und dem Februar-Wert, der mit 9,12 Mio Autos auf den niedrigsten Stand seit 1981 gefallen war.

Vertreter der US-Hersteller zeigten sich am Mittwoch erleichtert, dass die übliche Frühjahrsbelebung nicht ausgefallen ist. Getrieben von verstärkten Verkaufsanreizen setzten die fünf absatzstärksten Konzerne GM, Toyota, Ford, Chrysler und Honda im März prozentual zweistellig mehr Autos ab als im Februar. Verglichen mit dem März 2007 waren es jedoch deutlich weniger – zwischen 36% und 45% bewegte sich ihr Absatzeinbruch. Deutsche Hersteller verloren zwar ebenfalls zweistellig, doch deutlich geringer. Erste Hersteller sehen Anzeichen für eine Trendwende. Besonders optimistisch zeigten sich General Motors und Toyota, die im März 45% bzw 39% weniger Pkw und Trucks verkauft haben. GM-Verkaufsanalyst Mike DiGiovanni sprach „von ersten Zeichen einer Aufhellung“. Angesichts des sich stabilisierenden Gesamtabsatzes sehe er gute Chancen, dass 2009 insgesamt 10,5 Mio Fahrzeuge in den USA verkauft werden könnten.

Toyota-Vizepräsident Bob Carter sieht gar „sehr frühe Anzeichen für eine Bodenbildung“. In den Markt kehre etwas Optimismus zurück, sagte er. Auch der zuletzt vom Abschwung stark getroffene Sportwagenhersteller Porsche sieht erste Anzeichen für eine Stabilisierung der Lage auf dem nordamerikanischen Markt: Die Auslieferungen im März hätten 15% über den Februar-Werten gelegen, hieß es in einer Mitteilung. Porsche verkaufte 1.749 Sport- und Geländewagen in den USA, 29% weniger als noch vor einem Jahr. Ford-Manager warnten dagegen, es sei noch zu früh, von einem Boden zu sprechen, auch wenn es Zeichen gebe, dass der Markt in etwa drei Monaten wieder anziehen werde. Ford-Ökonomin Emily Kolinski Morris sagte, man habe in den vergangenen Wochen ermutigende Zeichen bekommen, dass sich der wirtschaftliche Abschwung ermäßige.

Ford hat im März 41% weniger Automobile verkauft als noch vor einem Jahr, Chrysler 39%. Der kleinste der US-Hersteller meldete stolz, er habe erstmals seit September wieder mehr als 100.000 Fahrzeuge in einem Monat abgesetzt. Erkauft haben sich die US-Hersteller das Absatzwachstum mit massiv erhöhten Rabatten. Im Schnitt wurden pro Fahrzeug 3.169 USD Nachlass gewährt, meldete Edmunds.com. Deren Verkaufsanalyst Jesse Toprak sagte, mit einer großen Erholung am US-Automarkt im Laufe des Jahres sei nicht zu rechnen, doch nach dem März sehe er für seine Absatzprognose von 10 Mio Autos mehr Aufwärtschancen als Abwärtsrisiko.

Etliche Hersteller haben zuletzt ihre Halden geräumt. So liegt der Lagerbestand der Marken Ford, Lincoln und Mercury nach Angaben der Konzernmutter inzwischen um 27% unter dem Vorjahreswert. Auch Toyota vermeldete einen Rückgang des Händlerbestandes von 18% seit Jahresbeginn. Bis Ende April werde sich der Bestand wieder normalisiert haben, sagte Toyota-Manager Carter. GM betätigte die Produktionsplanung: Im zweiten Quartal sollen 550.000 Fahrzeuge von den Bändern rollen. Im ersten Quartal waren es gerade 372.000, 58% weniger als im Jahr zuvor.

Unter den deutschen Herstellern verbuchte Porsche mit 29% noch den stärksten Absatzrückgang. Die Nachfrage nach Luxusautos der Marken Mercedes-Benz und BMW fiel um 25% bzw 24%. BMW-Manager Jim O’Donnell sagte, im vergangene Monat habe es einen Cocktail aus schlechten und guten Zeichen gegeben, aber er sei glücklich, dass die guten Zeichen etwas überwogen hätten. Vom Kleinwagen Mini setzte BMW knapp 16% weniger ab als noch vor Jahresfrist. Daimlers smart verkaufte sich dagegen 1% stärker als vor einem Jahr.

Volkswagen und Audi verbuchten mit 19,7% bzw 19,4% die prozentual geringsten Absatzverluste unter den deutschen Anbietern. VW profitierte dabei von weiter steigender Nachfrage nach dem Passat CC und Audi von einem starken Start des kleinen Geländewagens Q5 und anhaltend wachsendem Absatz des Sportcoupes A5. Audi-Manager Johan de Nysschen sagte, die Händler hätten mit ihren Verkäufen die Erwartungen des Unternehmens übertroffen.



			

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