Wunschanalyse Statoil ASA


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Sechs Quartale in Folge wurden die Analystenerwartungen verfehlt – das wirft kein gutes Licht auf das Management. Doch die jüngsten Entwicklungen geben Grund zur Hoffnung und eine überaus attraktive Dividendenrendite schafft Stabilität. Zudem wird die Dividende in Norwegischen Kronen bezahlt, was kurzfristig gegen Turbulenzen im Euro schützt. In der Wunschanalyse werde ich Ihnen den größten norwegischen Ölkonzern etwas näher bringen.

DIVIDENDENBRINGER VOR TURNAROUND

Hier haben wir einen Titel, der gleich eine ganze Reihe von Bedürfnissen sicherheitsorientierter Anleger befriedigt und gleichzeitig auch Wachstumsphantasie bereit hält. Als ehemaliger Staatskonzern eines der größten Öl-Exportierenden Ländern der Welt sitzen die Norweger im Heimatland unangefochten auf der Führungsposition.

Norwegen, eins der reichsten Länder Europas und nicht in der von Turbulenzen geplagten EU Mitglied, wird mir immer wieder von Lesern als Zufluchtsort, als sicherer Hafen für das Ersparte empfohlen. Ja, die norwegische Krone hat sich in den vergangenen Monaten recht gut gegenüber dem Euro abgeschnitten. In den vergangenen 12 Monaten hat die Krone um 5% zugelegt. Wenn wir uns aber einen längeren Zeithorizont anschauen, dann pendelt die Norwegische Krone ziemlich konstant um einen Mittelwert gegenüber dem Euro – und derzeit ist der Kurs nicht weit vom Mittelwert entfernt. Es scheint also, als sei die norwegische Krone, wenn auch offiziell unabhängig vom Euro, dennoch recht stark vom Euro beeinflusst. Ungeachtet dessen haben sich die Norweger für ihre Wirtschaft den Ruf eines unabhängig agierenden Landes erworben. Und Statoil ASA, der größte norwegische Ölkonzern, agiert vor diesem Hintergrund inzwischen weltweit und kauft überall Öl- und Gasvorkommen hinzu.

In den USA investiert das Unternehmen in  das Bakken Shell, in Agola wird vor der Küste gebohrt und in der Karibik wird nach dem Unglück im Jahr 2010 (BP!) inzwischen auch wieder kräftig weitergefördert. Gleichzeitig wurde die heimische Flotte in den vergangenen Jahren modernisiert und an die gestiegenen Sicherheitsanforderungen angepasst.

4,4% Dividendenrendite erwarten Anleger für das Jahr 2011. Im kommenden Jahr sollen es sogar 4,7% werden. Der Cashflow ist stabil und der Verschuldungsgrad hält sich in Grenzen, daher sehe ich die Dividende als sicher an.

Turnaround? Ja, in den vergangenen Jahren gab es wiederholt Produktionsprobleme. Auch konnte das Unternehmen nicht so schnell neue Ölquellen erschließen, wie es die vorhandenen förderte. So hatte Statoil ASA mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen. Die vergangenen sechs Quartale wurde jedes mal die Analystenerwartung enttäuscht.

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Wie funktioniert’s?

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ENTTÄUSCHUNG AUFGRUND HOHER STEUERQUOTE

In den vergangenen Quartalen führten Unfälle zu Produktionsausfällen, veraltete Produktionsanlagen zu immer neuen Problemen und politische Unstimmigkeiten vereitelten die die Förderung in entlegenen Gebieten wie beispielsweise vor der Küste Angolas. Zudem wurde für einen langen Zeitraum die Tiefseeförderung in der Karibik untersagt, nachdem BP das Unglück mit der Ölplattform Deep Horizon zu beklagen hatte.

Man hat sich inzwischen daran gewöhnt, dass die Zahlen nicht den Erwartungen entsprechend und so war das jüngste Quartalsergebnis im November keine besondere Überraschung mehr. Doch der Blick ins Detail zeigte dennoch überraschendes: Nicht Produktionsprobleme sorgten für die Zielverfehlung sondern eine hohe Steuerquote! Analysten hatten eine Steuerquote von 70-72% erwartet (ja, das Unternehmen finanziert einen großen Teil des Wohlstands in Norwegen). Bezahlen musste es letztlich sogar 73,5%.

HAUSAUFGABEN GEMACHT, ÖLRESERVEN STEIGEN

Der Umsatz von Statoil ASA war im dritten Quartal wider Erwarten kräftig angestiegen. Und auch die Fördermenge stieg an (+14%). Lediglich der Gewinn blieb aufgrund der hohen Steuerquote hinter den Erwartungen zurück. So haben Analysten infolge dieser Zahlen ihre Modelle überarbeitet und rechnen nunmehr, den Unternehmensaussagen folgend, mit einem nachhaltigen Produktionswachstum von 9% p.a. bis zum Jahr 2014. Bei den Prognosen für die Gewinnentwicklung halten sich die Analysten zurück. Hier werden die Unwägsamkeiten der Ölförderung in den Vordergrund geschoben, die Statoil-Aktionäre aus den vergangenen Jahren zur genüge kennen.

In einem Punkt jedoch sind sich alle Analysten einig: Die Öl-Vorräte von Statoil ASA werden in den kommenden Jahren noch schneller steigen als Statoil Öl fördert. Und ein guter Teil der Bewertung des Unternehmens wird aus den Vorräten abgeleitet, so dass man von einem ansteigenden Unternehmenswert ausgeht.

GEOPOLITISCH GÜNSTIGES UMFELD

Nein, ich bin kein Verfechter der Ölförderung, im Gegenteil. Ich würde das schmutzige Öl gerne so schnell wie möglich durch regenerative Energiequellen ersetzen. Doch in meinem Börsenbrief dem Heibel-Ticker werde ich dafür bezahlt, gute Anlageorte für Ihr vermögen aufzuspüren. Und wenn Sie mit Statoil ASA gut Geld verdienen, dann steht es Ihnen frei, den Gewinn in Umweltorganisationen zu stiften, die gegen Ölförderer aktiv werden. Doch ich werde den Gewinn eines Investments in diese Aktie nicht anderen überlassen.

Der Ölpreis notiert trotz der Sorge vor einer Weltwirtschaftskrise seit Monaten über 100 USD/Fass. Ein Niveau, das den Ölkonzernen dicke Gewinne sichert. Bis zu einem Ölpreis von 70 USD/Fass machen sich Ölkonzerne derzeit keine Sorgen und nicht umsonst hat Exxon kürzlich den größten Unternehmensgewinn vermeldet, den jemals ein Konzern erzielte.

Es hat sich gezeigt, dass die Schuldenkrise in Europa, und die ausufernden Schulden in Japan und den USA noch nicht zu einer wirtschaftlichen Katastrophe führten. Im Gegenteil, China senkt nun den Mindestreservesatz für Bankeinlagen und signalisiert damit, dass man fortan die Wirtschaft wieder frei ihrem Wachstum überlassen möchte.

Doch gleichzeitig wurden in den vergangenen Monaten so ziemlich alle Förderprogramme für regenerative Energien zusammen gestrichen. Es ist ein Luxus, den man sich in diesen Zeiten nicht mehr leisten kann. Und so kommt es, dass wir unseren Energiehunger mit den verfügbaren, günstigen Energiequellen stillen, beispielsweise dem Öl. Ich denke, dass diese Entwicklung dafür sorgen wird, dass der Ölpreis bei ersten Anzeichen einer weltweiten wirtschaftlichen Erholung weiter ansteigen wird. Nicht, weil Öl so toll ist, sondern mangels Alternative.

KURSVERLAUF: KRISE FAST ÜBERSTANDEN

Im Frühjahr dieses Jahres notierte Statoil ASA im Hoch bei 20,75 Euro. Im August korrigierte die Aktie bis auf 13,90 Euro. Kennzeichen von aussichtsreichen Aktien für eine Erholung ist, dass sie als erstes auf zu neuen Höchstkursen eilen. Und mit aktuell 19,22 Euro ist Statoil nicht mehr weit entfernt vom Jahreshoch. Ich sehe darin einen Hinweis darauf, dass diese Aktie bei ersten Anzeichen einer Wirtschaftserholung zu neuen Hochs ausbrechen wird.

BEWERTUNGSANSATZ: KGV VON 10 AUF SICHT VN 12-18 MONATEN

Derzeit notiert die Aktie auf einem KGV 11e von 9. Bei Wachstumsraten von 9% p.a. in der Fördermenge und einem zumindest stabilen Ölpreis dürfte das KGV in den kommenden Quartalen überproportional anwachsen (erwartet werden 12% p.a.). Auch historisch gesehen lag das KGV von Statoil ASA meist eher bei 10 als bei dem aktuellen niedrigen Stand.

Erwartet werden von Analysten für das nächste Jahr ein Gewinn je Aktie von 17,4 NOK (3,03 Euro). Mit einem KGV von 10 würde der Kurs dann über 30 Euro stehen, ein Kurspotential von über 50%.

Doch wenn wir uns die Risiken bei der Ölförderung anschauen und berücksichtigen, dass die vergangenen sechs Quartale stets die Analystenerwartungen von Statoil ASA nicht erreicht wurden, so sollten wir uns wohl schon auf die nächste Enttäuschung einstellen. So betrachte ich das Kursziel von 30 Euro als nur für den unwahrscheinlichen Fall gültig, wenn es keine weiteren politischen, geologischen oder technischen Überraschungen mehr geben sollte – was sehr unwahrscheinlich ist.

Für die Risiken würde ich einen Abschlag von 15% vornehmen, was zu einem Kursziel von 25 Euro führt – noch immer ein Kurspotential von 30%. Auf Sicht von 12-18 Monate sieht das nicht viel aus, doch wir werden durch eine fürstliche Dividende für das Warten bezahlt.

CHARTTECHNIK

Hier finden Sie eine ausführliche charttechnische Analyse der norwegischen Statoil ASA von unserem Kooperationspartner in Sachen Charttechnik LRT-Finanzresearch.de.

 

FAZIT

Der Ölpreis ist trotz konjunktureller Unsicherheit auf hohem Niveau und Statoil ASA ist nach mehreren enttäuschenden Quartalen nun wieder in der Lage, von dem hohen Ölpreis zu profitieren. So hat sich die Aktie schon aufgemacht, neue Jahreshochs zu schreiben und wird weiter ansteigen, wenn das Geschäft planmäßig verlaufen sollte – was eine Überraschung wäre. Für einen defensiv eingestellten Anleger ist die Aktie von Statoil ASA in meinen Augen eine gute Beimischung für das Portfolio. Zum einen wird eine attraktive Dividendenrendite geboten, zum anderen kann man sich hier zumindest gegen kurzfristige Euro-Schwankungen absichern.

ÜBER DEN AUTOR: STEPHAN HEIBEL

Stephan Heibel ist Autor und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefes, der wöchentlich kostenfrei per E-Mail verschickt wird. Darin werden die Hintergründe zu Kursbewegungen an den Finanzmärkten aufgezeigt und erklärt. Interessante Tradingideen werden daraus abgeleitet. Sie können sich unter http://www.heibel-ticker.de unverbindlich eintragen.

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Stephan Heibel

Meistgesucht

  • statoil dividende

4 Comments

  1. Felix said:

    Hallo Lars,
    bin per Zufall auf diese Wunschanalyse gestossen und finde sie sehr gelungen.
    Kann man denn seine Wünsche äußern? Wenn ja würde ich gerne die OMV näher beleuchtet sehen…;)

    Gruß
    Felix

    • Lars said:

      Hallo Felix,

      diese Analysen stammen nicht vom mir sondern Stefan Heibel, der diese regelmäßig auf Sharewise veröffentlicht 😉 Aber ich finde die auch meistens sehr gelungen…
      OMV steht bei mir ebenfalls unter intensiver Beobachtung und ist wohl spätestens ein Kauf wenn der Ölpreis dann doch mal wieder nach oben dreht.

      viele Grüße, Lars

  2. Pingback: Gastkommentar: Statoil, Norwegisches Brent Crude Oil als Absicherung gegen einen Iran Konflikt | Investors Inside

  3. Hari Seldon said:

    Wer den Artikel nicht gesehen hat, dem sei dieser Artikel zu Iran noch einmal in Erinnerung gerufen, in dem ich Statoil auch aus einer ganz anderen Perspektive für mehr als einen Blick wert halte.

    Insofern kann ich mich der positiven Kernaussage obigen Artikels nur anschliessen.

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