Schwarzbuch Börse

Alle Jahre wieder veröffentlicht die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger SdK in Ihrem Scwarzbuch die großen Börsen-Skandale, und so auch dieses mal für das Jahr 2008. Ein besonderes Kapitel widmet die SdK hierbei den Analysten und ihren oftmals extrem unqualifizierten Analysemethoden und -ergebnissen. Ebenso verhielt es sich mit den fachkundigen Kommentaren zum Dax-Kursziel, dem Ölpreis, dem Gold oder diversen Einzelaktien. Unter den 40 schwarzen Schafen befinden sich so illustre Namen wie Infineon, Arcandor, Freenet, Conergy, Hypo Real Estate, ProSiebenSat.1 und Premiere.

Der Leser erfährt zum Beispiel, wie die als „Heuschrecken“ titulierten Großaktionäre Permira und KKR ProSiebenSat.1 ausquetschten. Erst zwangen sie ProSiebenSat.1, ihnen die Senderkette SBS für 3,3 Milliarden Euro abzukaufen. Und dann setzten sie auch noch eine Dividendenausschüttung von 270 Millionen Euro durch – trotz gestiegener Verschuldung. Bei Balda führte das Fehlmanagement dazu, dass der Kurs um 95 Prozent einbrach. Am dreisteten trieb es die Firma Paketeria. Auf der Aufsichtsratssitzung legte das Unternehmen einen Geschäftsbericht ohne Zahlen vor. Und der Aufsichtsratsvorsitzende weigerte sich zudem noch, die Sitzung zu leiten.

Mit Infineon und Hypo Real Estate tauchen eine aktuelle und eine frühere Dax-Firma auf der Liste der Geldvernichter aus. Infineon gebührt die traurige Ehre, erster Pennystock in der Dax-Geschichte zu sein. Die Aktie hat 2008 rund 90 Prozent eingebrochen. Noch schlimmer traf es, wie wir ja alle wissen, die Aktionäre der Hypo Real Estate mit einem Minus von 95 Prozent. Nur durch mehrere Milliarden-Geldspritzen des Staates konnte das Unternehmen vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Ein Ende des Kursverfalls sehen die Aktionärsschützer noch nicht. Durch eine Teilverstaatlichung drohen weitere Verluste. Die SdK rät den geschädigten HRE-Anlegern, ihr Engagement konsequent zu beenden und auf eine Sammelklage zu setzen.

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