Schaeffler darf nochmal!

Der angeschlagene Schaeffler-Konzern hat bei der schwierigen Suche nach einem Sanierungskonzept Zeit gewonnen. Die Banken haben sich weitgehend auf die Details einer Überbrückungsfinanzierung für das hochverschuldete Unternehmen geeinigt, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Den Aufschub kann Schaeffler gut gebrauchen, denn dass der Staat mit großen Summen einspringt, ist nicht zu erwarten. Die Liquiditätshilfe von 500 Mio. Euro solle in den nächsten Tagen auf den Weg gebracht werden. Sie läuft über sechs Monate. Die Banken erwarten eine Lösung von Schaeffler innerhalb der nächsten drei bis fünf Monate. Damit ist der Spielraum von Schaeffler etwas größer geworden. Ursprünglich hatten die Banken eine Frist bis Mai gesetzt.

Das Schaeffler bisher an Zukunftskonzepten vorgelegt hat, hat nach Einschätzung der Banken zu wenig Substanz, als dass jetzt schon eine Entscheidung getroffen werden könnte. Die Gruppe müsse deutlich nachbessern. Auch mit den bisher vorgelegten Zahlen sind die Banken nach Angaben aus Finanzkreisen unzufrieden. auptproblem von Schaeffler ist die hohe Verschuldung. Die Zinsbelastung von 70 Mio. Euro sei schon in guten Zeiten für das Unternehmen nur mit einem Kraftakt zu stemmen, sagte ein Beteiligter. In Finanzkreisen hieß es, das Unternehmen könne derzeit die Zinsen bedienen und seine Lieferanten noch bezahlen. Mit der Liquiditätshilfe solle Schaeffler aber auch operativ wieder etwas Spielraum bekommen.

Bei der Suche nach einer langfristig tragfähigen Lösung sehen es die Schaeffler-Banken als wichtig an, dass sich die beiden Unternehmen Schaeffler und Conti wieder annähern und ihre Grabenkämpfe einstellen. Zuletzt hatte sich der Streit zwischen beiden Gesellschaften zugespitzt. Eine Fusion sei aber weiter sinnvoll, Synergien müssten geschöpft und Kosten gespart werden, hieß es in Finanzkreisen. Allerdings werden von den Gläubigern derzeit auch Modelle durchgespielt, ob eine Trennung von Schaeffler und Conti vorteilhafter sein könnte. Die Variante fände ich als Conti Aktionär ja immer noch ganz spannende…sicherlich sind die Synergieeffekte nicht zu unterschätzen, aber Conti dürfte ohne den Klotz Schaeffler am Bein schneller wieder aus der Krise kommen

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