„Reverse Takeover“ käme Banken teuer zu stehen

Die Spekulationen um die gescheiterte Conti Übernahme treibt immer neue Blüten. Auch die Variante das nun die Schaeffler Gruppe letztendlich von Conti übernommen werden könnte birgt Risiken und ist keinesfalls klar so wie das einige Anleger derzeit glauben wollen. Die Banken kontrollieren faktisch die mit zwölf Milliarden Euro hoch verschuldete Schaeffler-Gruppe, die wiederum knapp 90 Prozent an Continental hält. Bei einem Vollzug des derzeit diskutierten „Grobplans“ wären erstmals seit Jahren Banken in Deutschland wieder wichtigster Aktionär eines Großkonzerns.

„Reverse Takeover“ käme Banken teuer zu stehen. Diese neue Wende setzt die im MDax notierte Continental-Aktie zu Handelsauftakt etwas unter Druck, sie verliert bis zu 3,8 Prozent, dreht dann aber ins Plus. Die Titel hatten in den vergangenen Tagen von Übernahmefantasien profitiert. Am Markt war auf einen „Reverse Takeover“ spekuliert worden, also auf eine Übernahme von Schaeffler durch Conti. Doch für die Gläubigerbanken würde ein „Reverse Takeover“ neue Abschreibungen bedeuten. Diese dürften die krisengeschüttelten Institute – allen voran die Commerzbank und die LBBW – laut Experten aber nur schwer verkraften.

Dass aber eine Integration der beiden Unternehmen – egal, wer letztlich am Ruder sitzt – prinzipiell Sinn macht, ist wiederum Konsens unter Experten, Banken und Managern. Selbst über die Integrationsrichtung, Schaeffler in Conti einzubringen, herrscht kein Dissens mehr. Die Probleme von Schaeffler dürften auch einen möglichen fusionierten Konzern belasten. Der von Schaeffler angehäufte Schuldenberg in zweistelliger Milliardenhöhe wird sich nicht einfach in Luft auflösen, nur weil plötzlich Conti das Sagen hat – oder die Banken. Dieser fundamentale Belastungsfaktor dürfte den Conti-Titeln somit auch künftig erhalten bleiben.

Die derzeitige Berwertung der Conti Aktie düfte somit etwas zu ambitioniert sein dafür das der Ausgang der Übernahmeschlacht keinesfalls klar ist und der Schuldenberg der beiden Unternehmen weiterhin existenzbedrohend. Einen Rücksetzter auf 16,- bis 18,- halte ich noch einmal für sehr wahrscheinlich, auch wenn ich langfristig von einem positiven Ausgang für Continental überzeugt bin.

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