Mybet Aktie – Im Rausch der Tiefe!

Abschließend noch kurz zur Mybet Aktie, die sich im Vergleich zu den beiden vorher genannten Wettanbietern nicht ganz so gut geschlagen hat… Im Gegensatz zu den Anteilsscheinen von GVC und Bet-at-Home, notiert die Aktie nahe ihres Allzeit-Tiefs…

Der Glücksspielmarkt zählt zu den umsatzstärksten Branchen. Laut einer Studie von H2 Gambling Capital wurden im Jahr 2010 weltweit 350 Milliarden Dollar in diesem Segment umgesetzt, wobei 30 Milliarden Dollar auf den Bereich des Online-Glücksspiels anfallen – und diese Tendenz ist nach Meinung der Experten steigend. Vor allem auf dem europäischen Markt sehen Experten für die kommenden Jahre ein beträchtliches Wachstumspotential im Bereich des Glückspiels voraus, insbesondere da durch Gesetzesänderungen in den nächsten Jahre eine Liberalisierung dieses Marktes in ganz Europa zu erwarten ist. Eine Investition in Aktien von Wettanbietern mutet vor diesem Hintergrund interessant an. Zu den bekannten börsennotierten Wettanbietern mit Konzentration auf den deutschen Markt zählt Mybet. Neben Sportwetten gehört auch Online-Poker und Casino zu deren Angebot. Laut Autor Mark Weber erwirtschaftet Mybet einen jährlichen Umsatz von 70 Millionen Euro, das Unternehmen beschäftigt 170 Mitarbeiter.

Seit 2010 ist Mybet eine Europäische Aktiengesellschaft

Die Mybet Holding SE verfügt über Standorte in Berlin sowie in Hamburg in Köln, zudem in Malta. Mybet-Aktien werden an der Frankfurter Börse am Handelsplatz Xetra gehandelt, zudem an verschiedenen Regionalbörsen. Bereits im Jahr 1998 betrieb das deutsche Unternehmen, damals noch unter dem Namen „Jaxx“, die erste Online-Annahmestelle für Lotteriescheine. Der Börsengang datiert sich auf das Jahr 1999. Nach der Übernahme von mehreren Sportwettenanbietern kam es im Jahr 2010 zur Umwandlung in eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea, kurz: SE). Dies ermöglicht eine vereinfachte Geschäftsführung im gesamten europäischen Raum, denn Mybet kann seine beteiligten Unternehmen in einer Holding zusammenfassen, während die Tochtergesellschaften nach nationalen Vorschriften eigenständig arbeiten.

Bezüglich der Lizenzierung kann Mybet mit einer Reihe von Konzessionen für das Glücksspiel aufwarten. Auf Serioes.org findet sich eine Auflistung dieser Lizenzen von Mybet: Neben der maltesischen Lizenz hat der Wettanbieter unter anderem auch eine Lizenz der britischen Gambling Commission inne, zudem wurde man vom TÜV Austria-Deutschland mit einem Prüfsiegel versehen.

Der Vorstand sieht optimistisch in die Zukunft

Im vergangenen Quartal musste Mybet im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich niedrigere Umsätze hinnehmen. Mit Blick auf die kommenden Monate zeigt sich der Mybet-Vorstand allerdings optimistisch: Bevorstehende Sport-Events wie die Europameisterschaft sollen erneut zu einem Umsatzwachstum von bis zu zwölf Prozent führen. Nachdem die Aktionäre im Jahr 2013 eine Wertminderung der Mybet-Aktien um 40 Prozent in Kauf nehmen mussten, hat man einen neuen Vorstandschef eingestellt, unter dem sich der Aktienkurs und die wirtschaftliche Entwicklung von Mybet zunächst zu stabilisieren schien.

Doch mehrere Probleme machen den Aktionären aktuell Sorgen: Weiterhin strebt Mybet den Verkauf einer Tochtergesellschaft an, um Kosten zu senken. Hier läuft derzeit das Genehmigungsverfahren, Mybet wartet auf die Freigabe vom Verkauf. Sollte es Mybet nicht bis Juni gelingen, ihre Tochtergesellschaft „Malta 4CU“ zu verkaufen, könnten die Halter einer Wandelanleihe von Mybet ihre Anteile laut einem Sonderkündigungsrecht abstoßen – die Verluste dabei müsste Mybet tragen. Dazu kommt, dass Mybet Finanzverbindlichkeiten gegenüber der Tochtergesellschaft pferdewetten.de AG hat, welche vor kurzem erhöht wurden. Auch dies wirkt sich negativ auf die gegenwärtige Liquiditätssituation von der Mybet-Aktie aus.

Strategische Planungen des Vorstands

Der Vorstand von Mybet plant angesichts der schlechten Bilanzen der Vergangenheit eine weitere Verbreiterung der Produktpalette und qualitative Verbesserungen des Angebots. Hier steht beispielsweise der Bereich des für das Smartphone optimierten Angebots des Buchmachers oder die Benutzerfreundlichkeit der eigenen Website im Fokus. Als drittes strategisches Grundprinzip legt man Wert auf die Diversifikation durch die Erschließung weiterer Absatzmärkte. Bislang hat Mybet sich aus dem mitteleuropäischen Raum kaum herausgewagt, und möchte dies auch nicht ändern: Der deutschsprachige Raum wird als Kernmarkt betrachtet. Mit dem Ableger Happybet hat Mybet jedoch einen weiteren Ableger auf den Markt gebracht, der zu Diversifikation beitragen soll, und geplante Werbemaßnahmen sollen für einen höheren Bekanntheitsgrad des Wettanbieters sorgen, um mehr Kundschaft zu gewinnen.

Zwar ist der europäische Markt für Sportwetten eine Branche, in der man Aktionäre mit günstigen Prognosen auf sich aufmerksam machen kann. Bei der Bewertung der Mybet-Aktie wirkt sich das vergangene Quartal nicht positiv aus, zumal Mybet Finanzverbindlichkeiten und offene Verfahren zum Verkauf von einer teuren Tochtergesellschaft als Probleme bewältigen muss. Dennoch kann ein bevorstehendes Sportereignis, wie es die Europameisterschaft ist, noch dabei helfen, die Umsatzerwartungen zu erfüllen.

Ob dies auch tatsächlich gelingen kann bleibt angesichts der äusserst angespannten harttechnischen Situation noch abzuwarten!

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