Kartellstrafe für die Zementbranche

Das polnische Kartellamt (UOKiK) hat gegen die Dyckerhoff AG und eine Tochtergesellschaft der HeidelbergCement AG ein Bußgeld verhängt. Es wurde ein Bußgeld von zusammen 411 Mio PLN (umgerechnet rund 99,3 Mio EUR) verhängt, teilte das Kartellamt am Donnerstag mit. Insgesamt seien sieben Unternehmen an dem Kartell beteiligt gewesen.

Der auf Dyckerhoff entfallende Anteil des Bußgeldes liege bei umgerechnet 15 Mio EUR, sagte eine Sprecherin des in Wiesbaden ansässigen SDAX-Unternehmens am Donnerstag auf Anfrage von Dow Jones Newswires. Dyckerhoff habe zwei Wochen Zeit, Rechtsmittel gegen den Bescheid einzulegen, erklärte sie weiter. Das Unternehmen werde diesen Schritt prüfen.

Auch gegen die Gorazde Cement, eine Tochtergesellschaft von HeidelbergCement, wurde ein Bußgeld verhängt, wie eine Sprecherin gegenüber Dow Jones bestätigte. Zu der Höhe des Bußgeldes konnte sie keine Angaben machen. HeidelbergCement prüfe Rechtsmittel gegen die Kartellstrafe in Polen, sagte sie ferner.

Nach Angaben der Wettbewerbsbehörde haben die Unternehmen über einen Zeitraum von mehr als elf Jahren den polnischen Markt unter sich aufgeteilt und die Zementpreise festgelegt. Die Unternehmen, die sich nach Angaben der Wettbewerbsbehörde zu einem Kartell zusammengeschlossen hatten, sind neben Dyckerhoff und der HeidelberCement-Tochter ferner Lafarge Cement, Grupa Ozarow, Cemex, Cementownia Warta und Cementownia Odra.

Lafarge und die HeidelbergCement-Tochter Gorazde hätten die Behörde über die Existenz des Kartells informiert, teilte das Kartellamt weiter mit. Daher sei kein Bußgeld gegen Lafarge verhängt worden, während die Strafe für Gorazde auf 5% des Umsatzes des Jahres 2008 festgelegt worden sei.

Die in Dublin ansässige Baustoffgesellschaft CRH plc teilte am Donnerstag mit, dass ihre polnische Tochtergesellschaft Grupa Ozarow mit einem Strafe von umgerechnet 25,6 Mio EUR belegt worden sei. Nähere Angaben wollte das Unternehmen nicht machen.

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