Kann Conergy doch noch überleben?

Gleich mit zwei guten Nachrichten konnte die Conergy AG heute wiedermal die Aufmerksamkeit des Marktes auf sich lenken. Zum einen vermeldete das Hamburger Solarunternehmen heute den erfolgreichen Verkauf zweier Solarparks nach Bayern vermelden, und zum anderen steht der Solarkonzern m Streit um einen Milliardenvertrag mit seinem früheren Partner MEMC kurz vor einer gütlichen Einigung. Besonders der zweite Faktor könnte die Überlebensfähigkeit des Konzerns wieder nachhaltig verbessern. Zumindest dürfte im Falle das die Einigung mit MEMC nun doch noch zu Stande kommt erst einmal wieder etwas Ruhe in die Spekulationen um eine Überlebensfähigkeit der Conergy AG reinkommen.

Das nun verkaufte Portfolio umfasst zwei Solarparks mit einer Gesamtleistung von 5,7 MW. Die Projekte mit den Namen „Dettenhofen“ und „Oberostendorf“ seien an ein deutsches Emissionshaus veräußert worden. Weitere Angaben zum Käufer der Parks machte Conergy indessen nicht. Das Investitionsvolumen liege im zweistelligen Millionenbereich. Beide Anlagen seien bereits an das Stromnetz angeschlossen und in Betrieb. Gemeinsam könnten sie Strom für rund 1.800 Haushalte der Region produzieren. Für die nun verkauften Anlagen übernimmt Conergy die Betriebsführung, derzeit betreut das Unternehmen Projekte mit einem Volumen von insgesamt 80 MWp in Deutschland.

Conergy und der US-amerikanische Waferproduzent MEMC hatten im Jahr 2007 einen Vertrag über die Lieferung von Silizium im Wert von bis zu vier Mrd. Dollar geschlossen. Der Rohstoff sollte in der Fabrik in Frankfurt an der Oder zu Solarzellen verarbeitet, die dann in Module eingebaut werden. Da die vereinbarten Preise aus heutiger Sicht deutlich zu hoch sind, drohte aus dem Vertrag ein hohes wirtschaftliches Risiko. Da das Hamburger Unternehmen den Vertrag mit MEMC im Nachhinein wegen angeblichre wettbewerbsbehindernden Vertragsklauseln als unwirksam betrachtet, hatte Conergy im Frühjahr 2009 Klage vor einem New Yorker Bezirksgericht eingereicht. Die in dem Vertrag vereinbarten Zahlungen stellte der Konzern ein. Nach Einschätzung von Branchenbeobachtern stehen nun die Chancen gut, dass der Vertrag aufgelöst oder neue Konditionen festgelegt werden können.

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