Ist Q-Cells wirklich ein Kauf?

Etwas rätselhaft fanden wir von der Investors Inside Redaktion den Kursverlauf einiger Solarwerte in den vergangenen Tagen, insbesondere den der Q-Cells AG. CEO Anton Milner stellte sich mal wieder vor ein breites Publikum und versprach schnelle Besserung für den deutschen Hersteller von Solarzellen. Q-Cells will nach einem Milliardenverlust in 2009 bereits im kommenden Jahr wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Mit entsprechenden Aussagen gegenüber dem Handelsblatt sorgte Vorstand Anton Milner kurz vor dem Jahreswechsel für einen Stimmungsumschwung. Die Q-Cells Aktie konnte darauf hin kräftig zulegen. Wir fragen uns an dieser Stelle zum einen wer kann den Aussagen von Herrn Millner noch glauben? Der Mann hat wiederholt kurz vor Bekanntgabe katastrophaler Quartalszahlen ein extrem rosiges Bild seines Unternehmens gezeichnet.

Zum anderen bleibt die Frage generell nach der Entwicklung des deutschen Solarmarktes nachdem noch nicht einmal ansatzweise klar ist wie die staatlichen Vergütungen und Förderprogramme in der Zukunft aussehen werden. Ist da eine Prognose für das kommende Jahr überhaupt seriös zu erstellen? Wir denken eher nicht. Vertreter der Solarwirtschaft, Verbraucherschützer und Bundesumweltminister Norbert Röttgen treffen sich am 13. Januar, um die zukünftige staatliche Hilfe für die Branche zu diskutieren. Bereits im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und FDP wurde festgelegt, an der Einspeisevergütung für Strom aus Fotovoltaik zu rütteln. Nun steht plötzlich in der Diskussion, die Subventionen für die Branche möglicherweise bereits ab Sommer um zehn Prozent zu kürzen. Darüber hinaus soll der Bau neuer Anlagen strenger geregelt werden.

Milner erwartet, dass Q-Cells, angetrieben von einer global steigenden Nachfrage von 40 bis 60 Prozent bereits im zweiten Quartal 2010 wieder in die Gewinnzone zurückkehren werde. Um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, stellte das Unternehmen Randbereiche wie die beiden Töchter Sunfilm und Calyxo auf den Prüfstand und will nach dem Aufbau der Produktion in Malaysia nun den Absatz in Nordamerika stärken. Zusätzlich handelte Q-Cells nach eigenen Angaben einen neuen Liefervertrag mit dem chinesischen Siliziumhersteller LDK Solar aus, um kurzfristig von möglichen sinkenden Rohstoffpreisen profitieren zu können.

Nachfragesteigerungen um 40 bis 60 Prozent halten wir, trotz aller Zukunftsträchtigkeit der Branche, eher für einen Mythos aus vergangenen Tagen. Eventuell können die chinesischen Hersteller dies auf Grund deutlich schmälerer Konstendtrukturen erreichen, bei den deutschen Herstellern wäre die Hälfte wohl schon richtig gut. Die Solarbranche wird sich in diesem Jahr wieder etwas erholen können, solche Wertzuwächse sind aber wohl erst einmal nicht mehr drin. Milner muss erst einmal wieder beweisen das seine Aussagen auch glaubwürdig sind, und das könnte mit diesen selbst gesteckten Zielen wiedermal etwas schwierig werden…

One Comment;

  1. M.K. said:

    Gratuliere! Solche Kommentare habe ich schon vermisst, denn ich erinnere mich noch gut, wie ich auf die Aussagen von Hr. Milner hereingefallen bin!

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