Gustav lässt den Ölpreis purzeln!

Der Tropensturm hat die Ölanlagen im Golf von Mexiko nicht so stark beeinträchtigt wie befürchtet. Der Preis für US-Leichtöl bricht zeitweise um 10 $ ein – das gab es seit dem Golfkrieg 1991 nicht mehr. Die Börse jubelt – und der Euro rutscht unter 1,45 $.

Ein Barrel (159 Liter) der US-Leichtölsorte WTI kostete am Dienstag zeitweise 105,46 $. Später erhöhte sich der Preis wieder etwas und notiert am frühen Nachmittag bei knapp über 108 $. Der Verfall von zeitweise 10 $ war der zweitgrößte Preisrutsch aller Zeiten binnen eines Tages. Am 17. Januar 1991 war der Ölpreis um 10,90 $ auf 21,10 $ abgerutscht. An dem Tag hatten die USA ihren Angriff auf Saddam Husseins Irak begonnen, nachdem er zuvor Kuwait besetzt hatte.

Aktueller Anlass für den drastischen Preissturz war der Tropensturm „Gustav“. Er war mit Hurrikan-Stärke zwei und Windgeschwindigkeiten von knapp 180 Kilometern in der Stunde schwächer als befürchtet westlich von New Orleans auf das Festland geprallt.

Der Energiekonzern Shell rechnet damit, dass die Wiederaufnahme der wegen „Gustav“ unterbrochenen Ölförderung im Golf von Mexiko drei bis fünf Tage dauern wird. Falls es die Wetterbedingungen zuließen, wolle das niederländisch-britische Unternehmen am Dienstag die ersten Arbeiter in einige evakuierte Produktionsanlagen zurückbringen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Zudem würden die Bohrinseln aus der Luft auf Schäden geprüft.

Die USA rechneten indes damit, dass Shell und der US-Wettbewerber Exxon Mobil wegen der Produktionsausfälle Bestände aus der strategischen Ölreserve der Vereinigten Staaten anfragen werden.

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