Griechenland ist abgebrannt – na und?

Die Hysterie um eine mögliche Pleite Griechenlands rückt immer mehr in den Hintergrund der Anleger. EU-Währungskommissar Olli Rehn indes hat den Druck auf Griechenland im Kampf gegen dessen gewaltige Staatsverschuldung verstärkt. «Entweder stellen die Griechen ihr Defizit unter Kontrolle oder das Defizit stellt sie unter seine Kontrolle.» In den kommenden Tagen will Athen weitere harte Sparmaßnahmen ankündigen. «Wir werden alle Maßnahmen treffen, die nötig sind», sagte Papakonstantinou. Unterdessen wurde in Berlin ein Gutachten des Bundestages bekannt, nach dem Athen notfalls auch auf Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) bauen könnte. Die Griechen hingegen versichern weiter das man sich keinesfalls auch nur in der Nähe einer Staatspleite befinden würde und wollen die Wende aus eigener Kraft schaffen.

Was denn nun? fragt man sich unweigerlich. Nun es dürfte klar sein das die Gemeinschaft einspringen wird wenn es ganz eng wird für eines der Mitglieder. Auch hierzulande hat man aus den katastrophalen Folgen der Lehman Pleite gelernt und die Beteiligten wissen nun, dass es noch viel teurer wird wenn Sie nicht in die Bresche springen. Das Deutschland dabei dann mal wieder den Löwenanteil übernehmen will und das obwohl wir uns vorher noch ungeheuerliche Wiedergutmachungs-Beschimpfungen und Hitler-Vergleiche anhören mussten steht mal wieder auf einem ganz anderen Blatt Papier. Ich möchte meine persönliche Meinung darüber als Deutscher immer wieder sofort in diese Schublade gesteckt zu werden hier lieber nicht kundtun…

Die Zeiten der ewigen Dankbarkeit an die Deutschen und vor allem die gottähnlichen Gestalt Otto Rehakles der die Griechen zum Sieg über Europa führte sind vorbei! Hier geht es ums nackte Überleben und offensichtlich ist man sich in der Europäischen Gemeinschaft nicht ganz so grün wie man das nach außen transportieren möchte. Es sind in den vergangenen Wochen viele teilweise unschöne Worte gefallen die man manchmal sogar noch verstehen kann. Aber eines sollte man den Griechen an dieser Stelle vielleicht mal sagen: “ Beiße nie die Hand die dich füttert“! Sollte Griechenland also demnächst finanzielle Hilfe annehmen müssen bleibt als Steuerzahler zu hoffen das dies nicht wieder ein großzügiges Geschenk der anderen Staaten sein wird sondern vielmehr ein Kredit mit entsprechender Rendite.

Warum ich das hier alles heute schreibe? Um aufzuzeigen das die ganze Diskussion um Griechenland an den Börsen zwar Spuren hinterlassen hat sich aber alle Beteiligten grundsätzlich einig darüber sind welches Ergebnis zu erzielen ist. Momentan wird noch mit harten Bandagen gekämpft, dies dürfte sich aber bald wieder ändern. Vielleicht werden noch andere Staaten folgen. Spanien Portugal, Italien, Irland, Kuweit, Japan, Großbritanien, Dubai und Kalifornien. Inzwischen stehen weltweit über 60 Länder auf einer Liste der möglichen Kandidaten für eine Staatspleite. Das ganze Bohei um Griechenland ist also relativ. Eine Pleite Kaliforniens beispielsweise würde wesentlich extremere Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft haben als die des kleinen Landes Griechenland.

In Kalifornien werden bereits seit einiger Zeit Wertmarken verteilt die auch nicht mehr eingelöst werden können. Hier sind weitaus größere Bedenken angebracht. Eine Pleite Kaliforniens würde in den USA, und danach weltweit einen wahren Flächenbrand auslösen. Sollte also irgendwann eines der „großen“ und wirtschaftlich relevanten Länder den Bankrott erklären dann ist die Zeit gekommen sich einen gewissen Teil Gold ins Depot zu legen. Griechenland sollte nur ein kleiner Rücksetzer gewesen sein und dürfte seine Probleme vielleicht sogar selber lösen können. Davon ist Kalifornien inzwischen weit entfernt.

Andere Nachrichten aus den USA beunruhigen uns da deutlich mehr. Wer beispielsweise in den USA Bargeld von seiner Bank abheben will der dürfte es am dem 1.April 2010 deutlich schwerer haben. Es ist eine Maßnahme von ungeheurer Tragweite. Eingefädelt wurde sie in einer Nacht- und Nebelaktion. Die Citigroup verlangt ab April von ihren Kunden eine Voranmeldung für das Abheben von Bargeld. Die Frist, nach der man nach schriftlicher Eingabe an sein Geld rankommt, beträgt sieben Tage! Damit will die Bank dem Vernehmen nach unkontrollierte Barabhebungen verhindern, welche das Geldsystem und viele Banken im Herbst 2008 fast in den Kollaps getrieben haben.

Diese Maßnahme betrifft nicht nur große Summen, sondern auch kleinere Beträge gibts nur noch in bar, wer voher fristgerecht das „Abhebeformular“ ausgefüllt hat. Die Vorschrift stammt laut Citigroup von der FDIC und wird von allen Geldhäusern angewendet, welche mit dem US-Einlagensicherungsfonds zu tun haben. Demgemäß müssen demnächst alle betroffenen Institute ihre Kunden auf  mögliche Einschränkungen bei Barabhebungen hinweisen. Gerade dies könnte aber dann auch dazu führen das größere Bargeldbeträge dann vor in Kraft treten der neuen Regelung abgehoben werden…

Was damit bezweckt werden soll, ist vielen Insidern klar: ein möglicher Bankrun wird mit dieser neuen Regelung verhindert. Den Kunden wird die Maßnahme als „technisch bedingt“ verkauft. Doch immer mehr Sparer in den USA sind besorgt. Und das wohl auch zu recht. Offenbar rechnet man seitens der Regierung mit einer weiteren Pleitewelle oder möchte sich zumindest gegen eine damit verbundene Panik absichern. Die Pleite eines oder mehrerer systemrelevanter Länder könnte zu einer weiteren Pleitewelle bei den Banken führen….

In Griechenland wird heute weiter beraten wie man der Krise Herr werden kann, und man darf gespannt sein welche Ergebnisse in den kommenden Tagen hier präsentiert werden…achten Sie auf die richtigen Nachrichten, und bleiben Sie wachsam..in solchen Phasen ist es durchaus sinnvoll die Aktienquote erst einmal wieder etwas runter zu fahren, oder zumindest entsprechend knapp nach unten abzusichern!

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