Goldman Sachs tritt aus globalem Bankenverband aus

Die weltweit führende US-Investmentbank Goldman Sachs ist aus dem globalen Bankenverband IIF ausgetreten. Der Hintergrund ist ein Streit um schärfere Bilanzregeln als Folge der Finanzmarktkrise.

Grund für den Zwist sei die Frage, ob Banken die vorgeschriebenen Bilanzierungsregeln eins zu eins umsetzen und folglich die meisten Wertpapiere und auch Kredite in ihren Beständen zu aktuellen Marktpreisen bewerten sollen, berichtete die Tageszeitung „Die Welt“ unter Berufung auf Finanzkreise. Goldman Sachs lehne den Vorstoß des Verbandes zur Lockerung der Vorschriften strikt ab.

Der Austritt der Investmentbank bedeute einen Rückschlag für die Branche und deren obersten Vertreter Josef Ackermann, hieß es in dem Bericht. Der Deutsche-Bank-Chef wolle als Vorsitzender des IIF in der kommenden Woche in Washington ein Konzept vorlegen, welche Lehren die Branche aus der Finanzkrise ziehen solle. Dabei sei es das Ziel, durch Selbstregulierung der Banken schärfere Gesetze zu verhindern.

Auch Morgan Stanley wackelt. Auch die US-Investmentbank Morgan Stanley habe deutliche Skepsis geäußert, sei aber bislang nicht aus dem Verband ausgetreten. Ein IIF-Sprecher wollte sich nicht näher äußern und sagte der Zeitung lediglich, es habe „große Fortschritte“ beim Gesamtkonzept gegeben. Ein Sprecher von Goldman Sachs bestätigte auf Anfrage in New York den bereits am 2. Juni dieses Jahres erfolgten Austritt aus der Organisation. Zu den Gründen wollte er sich aber nicht äußern.

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