Rufmord und Steuerflucht!

Geht er oder geht er nicht – das ist hier die Frage…Die internationale Fachpresse diskutiert derzeit heftig und extrem kontrovers die möglichen Szenarien die das Ende des VW-Porsche-Streits einläuten könnten. Am Wochenende war überall zu lesen das Porsche Chef Wendelin Wiedeking nun  seinen Hut nehmen muss und die Porsche AG vollständige von Volkswagen übernommen werden wird. Am Donnerstag auf der ausser ordentlich einberufenen Aufsichtsratssitzung soll es dann soweit sein, und das ultimative Ergebnis der Verhandlungen mit Katar sowie der deutschen Politik und anderen Wirtschaftsgrößen bekannt gegeben werden.

Eine neue, aber nicht uninteressante Variante kam heute morgen auf…der Fiskus könnte eine Übernahme des Stuttgarter Autobauers durch VW noch verhindern, denn die mit den Kauf der Porsche AG verbundenen Forderungen des Finanzamtes von ca 3 Milliarden Euro an die Wolfsburger sind kein Pappenstiel. VW versucht dies nun zu umgehen indem man mehrere neue Gesellschaften gründet…Wie auch immer das dann aussehen könnte. Die Tatsache das in einer Phase der allgemeinen Steuerflucht und Mindereinnahmen sowie exorbitanten Staatsdefiziten solche Varianten öffentlich diskutiert werden ist mal wieder sehr bedenklich. Gratulation Herr Wulff – das hilft uns allen wirklich weiter!

Wendelin Wiedeking hingegen bereitet laut den Medien seinen Abgang vor und interessiert sich nur noch für die Höhe seiner Abfindung die im dreistelligen Millionenebereich liegen sollte. Es gibt durchaus skeptische Stimmen was auch diesen Punkt angeht. Warum sollteHerr Wiedeking sein Lebenswerk aufgeben um „lumpige“ 100 Millionen Abfindung zu kassieren wenn er doch jetzt schon jährlich 80 Millionen Euro Gage bekommt, und nach einer geglückten VW Übernahme wohl eher noch etwas mehr. Hier geht es aber auch schon lange nicht mehr um Geld sondern wohl eher nur noch um Macht. Die Demonstration von Herrn Piechs Macht haben wir nun gesehen, und man darf gespannt sein auf Wiedekings Antwort.

Die Belegschaft will auf die Barrikaden gehen um einen Abgang des erfolgreichsten Managers Europas zu verhindern. Verständlich, nicht nur das er den Porsche Konzern damals aus einer drohenden Pleite geführt hatte sondern er hat ihn zum erfolgreichten Autobauer weltweit umgebaut. Dies geschah nicht ohne Bauernopfer, aber die verbleibenden Mitarbeiter und Zulieferbetriebe erfreuen sich seitdem bester finanzieller Gesundheit. Und so kann sich Wiedeking sicher sein das er die Unterstützung des“Volkes“ hat. Die ist ein Faktor der nicht unterschätzt werden sollte. Einen freiwilligen Abgang des Porsche Chefs ist wohl nicht denkbar – man muss ihn wohl schon raustragen. Und soweit ist es noch nicht!

Ich finde es traurig das die Rufmordkampagne an Wendelin Wiedeking – von wem auch immer iniziiert – , offenbar erste Erfolge zeigt und das mit solchen Mitteln gearbeitet wird. Wie auch immer dann das Endergebnis aussehen wird. Der Imageverlust der beiden Konzerne dürfte nicht unerheblich sein und man sollte sich als Anleger nicht wundern wenn in den kommenden Jahren ein Großteil des Gewinns wieder für Werbung und Imagekampagnen ausgegeben werden muss. Unqualifizierte Sprüche von Joachim Poß immerhin SPD-Vizefraktionschef wie „Der Mann hat objektiv versagt und Milliarden in Sand gesetzt“ sind genau so kontraproduktiv wie das Verhalten von Herrn Wulff und dürften auch in der politischen Landschaft Deutschlands ihre Spuren hinterlassen – Hoffentlich!!!

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