Die Rezession ist vorbei – und keiner merkt es!

Am Wochenende konnte man folgende Meldung lesen die zumindest theoretische gesehen mal wieder etwas Freude an der Börse verbreiten sollte. ..Die Rezession ist nach ersten Berechnungen aus dem Bundeswirtschaftsministerium beendet. Laut interner Schnellschätzung (das ist ansich schon ein geiler Begriff für die Wichtigkeit des Themas) schrumpfte die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2009 nicht weiter, wie das Magazin „Der Spiegel“ berichtet. Wichtige Kennziffern legten demnach sogar unerwartet zu. Den neuen Berechnungen liegen Daten von April und Mai zugrunde, für Juni behelfen sich die Konjunkturexperten von Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit Annahmen. Eine Ministeriumssprecherin wollte den Bericht am Samstag in Berlin nicht kommentieren.

Im Ministerium rechnet man noch mit Unwägbarkeiten. So kann der erwartete Anstieg der Arbeitslosigkeit gegen Ende des Jahres zum Einbruch des Konsums führen. Guttenberg hatte am Donnerstag von dem „einen oder anderen positiv stimmenden Indikator“ gesprochen und zugleich vor Euphorie gewarnt. Die offiziellen Wachstumszahlen des zweiten Quartals wird das Statistische Bundesamt im August veröffentlichen. Die Entwicklung könnte laut „Spiegel“ dazu führen, dass die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose für 2009 – minus sechs Prozent – nach oben korrigiert. Der Auftragseingang der Industrie nahm im Mai gegenüber Vormonat um 4,4 Prozent zu, die Industrieproduktion sogar um 5,1 Prozent. Mit einer kräftigen Erholung rechne das Ministerium aber nicht. Vielmehr werde das Wachstum nur langsam Tritt fassen und sich dann beschleunigen.

Die Wirtschaftsleistung werde bald wieder das Niveau des vergangenen Jahres erreichen, schrieb Wirtschaftsstaatssekretär Walther Otremba in der „WirtschaftsWoche“. Die Krise habe die Wirtschaftsordnung nicht beschädigt, die Marktwirtschaft sei intakt. Otremba warnte davor, eine Insolvenz gefährdeter Betriebe generell zu verhindern. Dies koste mindestens so viele Arbeitsplätze andernorts. Die Umsätze in der deutschen Industrie stiegen im Mai so stark wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Industrieumsätze kletterten gegenüber dem Vormonat um 4,6 Prozent. Der starke Anstieg basierte auf einem sehr niedrigen Niveau, denn die Industrieumsätze lagen arbeitstäglich- und preisbereinigt noch immer um deutliche 19,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im April hatte das Minus im Jahresvergleich bei 23,3 Prozent gelegen, im Monatsvergleich bei 2,0 Prozent.

Tatsächlich gehe ich auch davon aus das nicht alles so schlimm kommt wie die meisten dies wohl befürchten und die wichtigen Indikatoren noch in diesem Jahr eine neue Richtung einschlagen werden. In einzelnen Branchen wird uns die Rezession noch etwas länger beschäftigen. Aber im Großen und Ganzen glaube ich an eine Stabilisierung der Weltwirtschaft. Der Markt wird es richten, und die wirklichen Folgen für den einzelnen in Form einer dramatischen Infaltionsrate werden erst in zwei bis fünf Jahren auf uns zukommen. Bis dahin sollte man sich eine vernünftige Anti-Inflations-Srategieüberlegt haben…

3 Comments

  1. Lars said:

    Die Headline ist natürlich ironisch gemeint. Ich sehe die aktuelle Entwicklung an den Börsen mittlerweile extrem skeptisch. Immer höhere Kurse bei immer schlechteren Preisen für die Waren kann auf Dauer nicht gut gehen. Die Frage ist natürlich wie lange die Liquiditätsschwemme diesen Prozess noch verzögern kann…

  2. Maren said:

    Die Rezession ist VORBEi?? Doch wehe dem der das zu laut ruft. Geben wir doch zu, dass
    wir im Grunde keine Ahnung haben von dem was wirklich in der Politik abgeht.
    Denn jeden Tag müssen wir uns eine neue Ente aufs Butterbrot schmieren lassen.
    Fakt ist doch die Wirtschaftskrise ist noch lange nicht überwunden. Und seien wir doch ehrlich wer so tief in einer Deflation steckt, hat meiner Meinung das Schlimmste noch vor sich. Was ich jedoch nicht hoffe!

  3. eachtradingday said:

    dann hoffe ich mal das du mit deiner einschätzung recht behälts und nicht ich 😀

    sehe es tatsächlich etwas düsterer.

    gruss
    eachtradingday

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