Die Pleitewelle rollt weiter

Die Zahl der Unternehmens- und Privatinsolvenzen nimmt weiter dramatisch zu. Alleine im Juni erhöhte sich die Zahl der Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,9 Prozent auf 2788, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Bei den Verbrauchern ergab sich ein etwas geringerer Anstieg um 4,1 Prozent auf 8434. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Insolvenzen auf 13 655 ( plus 7,0 Prozent).

Für das erste Halbjahr insgesamt ergibt sich ein ähnliches Bild: In diesem Zeitraum wurden 16 142 Insolvenzen von Unternehmen (plus 14,8 Prozent) sowie 48 284 Insolvenzen von Verbrauchern (minus 2,6 Prozent) gemeldet. Insgesamt registrierten die Gerichte 78 846 Insolvenzen (plus 0,9 Prozent). Die offenen Forderungen der Gläubiger bezifferten die Gerichte auf 24,4 (Vorjahreszeitraum 14,7) Mrd. Euro. Für den Vergleich wurden die Daten aus 15 Bundesländern ausgewertet, da es in Nordrhein-Westfalen 2008 Probleme mit der Datenerhebung gab.

Der Insolvenzverwalterverband VID erwartet, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auch in den kommenden Monaten weiter deutlich steigen wird. Er warnte davor, von 0,3 Prozent Wirtschaftswachstum auf eine nachhaltige Erholung zu schließen. Erstens gehe die Erholung von einem historischen Tief aus. Zweitens seien hier vermutlich Einmaleffekte am Werk, die durch staatliche Hilfen ausgelöst worden seien.

Und drittens stehe bei wichtigen Schlüsselbranchen eine nachhaltige Erholung noch ein weiter Ferne, darunter in Automotive, Maschinenbau und Möbelindustrie. „Von einem Rückgang der Insolvenzanmeldungen bei Unternehmen ist deshalb vermutlich erst Ende 2010 auszugehen“, sagte der VID-Vorsitzende Siegfried Beck. Das deckt sich ebenfalls mit den Prognosen anderer Wirtschaftsgrößen dieses Landes und und ich fürchte auch diese Schätzung könnte noch etwas zu optimistisch sein..

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