Die Panik regiert wieder…

Keine Frage, mein Artikel vom Wochenende war unter den heute gegebenen Umständen keine Glanzleistung, aber auch ich habe natürlich (leider) keine Glaskugel auf dem Schreibtisch, und das die Amerikaner ausgerechnet in einer Phase in der der DAX nach oben auszubrechen droht jeden mögliche Karte ausspielen um genau dies zu verhindern ist schon mehr als nur auffällig. Nun gut, auf einmal ist alles wieder anders…Charttechnisch hat sich das Bild natürlich durch die heutige Kursbewegung erst einmal deutlich ein getrübt. Der DAX ist nun seit Freitag von über 7.500 Punkten auf 7.225 Punkte zurück gefallen und wir stehen wieder da wo wir vor ein paar Tagen  schon einmal waren. Insbesondere die Bankentitel sind weiterhin unter Druck und belasten dementsprechend auch die Indizes. Heute Nacht beginnt mit Alcoa die US Berichtssaison, die allerdings aufgrund der neu aufkeimenden Probleme in Italien etwas in den Hintergrund rücken dürfte.

Vielleicht haben wir aber auch etwas mehr Glück und es ist genaue umgekehrt, sprich die Unternehmensdaten lenken von den permanenten Herabstufungen europäischer Staaten ab und man besinnt sich wieder ein wenig mehr auf Fundamentales. Auch heute sind wieder einige Aktien unter die Räder gekommen die ich persönlich für fundamental unterbewertet halte. Aber so ist das eben, wenn rasiert wird dann richtig ohne das ein paar Stoppeln stehen bleiben. Es dürfte also heute zunächst einmal sehr spannend sein zu beobachten wie die US Märkte sich bis zum Handelsende verhalten. Und morgen sollte man sich dann in aller Ruhe daran machen die Situation neu zu analysieren und ggf. neu zu positionieren. Denn Panik war an der Börse schon immer ein schlechter Ratgeber..In diesem Sinne wünsche ich erst einmal allen geschundenen Anlegerseelen einen erholsamen Abend.

 

23 Comments

  1. Thomas said:

    Ich wäre sehr dafür, dass im August NICHTS passiert, auch wenn die USA nicht ewig so weiter wursteln können. Und – ich möcht nicht wissen, was passiert, wenn die USA sich für bankrott erklären würden.
    Ich selbst fühle mich sehr unwohl mit meinem US$-Engagment und werde zumindest das wohl auflösen, wenn in, sagen wir, 2 Wochen keine Lösung gefunden sein sollte.

  2. ego said:

    Die amerikanische Schuldenkrise nähert sich ihrem Zenit. So langsam wird es eng für den Präsidenten. Was würde sich eigentlich ändern, wenn die Republikaner einer Erhöhung der Schulden zustimmen würden. Nichts. Amerika hätte mehr Schulden. Warum nicht das machen, was Griechenland machen muss? Den Staatsbankrott erklären.

  3. Thomas said:

    P.S.: 1. ZZ2 hat einen Ausgabeaufschlag von 10%. Ich selbst kann aber gar nicht über die Fondsbank einkaufen. Wenn Du an die Börse (Hamburg, Berlin) gehst, gibts ZZ2 je nach Lage zum Kurs von NAV plus angedachten 10% Ausgabeaufschlag, manchmal aber sogar unter NAV. Also, Achtung spread! Vielleicht mit Limit kaufen. Der Markt ist relativ eng.
    2. Bereits eigene Erfahrungen damit gesammelt: Als Sahnehäubchen gibt es 1x im Jahr im März eine Ausschüttung, ca. 8-9%!

  4. Thomas said:

    Sorry, noch ne Idee … ist aber eigentlich ein Politikum – Thema: wie Verzocken Landesbanken am besten Steuergelder:

    NRW10Q

    Als ich das zum ersten Mal sah, dachte ich, ich traue meinen Augen nicht. Da steht: Das Land NRW hat 2007 eine auf Mexikanische Pesos lautende Staatsanleihe begeben, Coupon 7,5% über 20 Jahre. Im Jahr 2027 ist sie reif, d.h. die Rechnung wird fällig.
    Als Außenstehender fragt man sich da: Ooops, ob die sich da, in Pesos, nicht etwas überhoben haben?
    Als Steuerzahler frage ich mich: Was zockt denn das Land NRW da mit MEINER Kohle rum? Das ist so, als würde die Hypothek auf unser Häuschen auf CHF lauten – weil die Zinsen so schön niedrig sind …

    Der Schein ist keine Empfehlung von mir.

    Gleichartiges, auf THB lautend und von der KfW begeben, ich selbst würde so etwas auf meine watchlist setzen. Lediglich zur Erläuterung, dass Du das auch mit einzelnen konkreten Anleihen machen kannst – nur, da musst Du Dich mit den politischen Verhältnissen und den Währung jeweils auskennen….

  5. Thomas said:

    P.S. Yuan geht nicht. Ist nicht frei konvertierbar (ich meine, es gibt eine Beschränkung für Ausländer auf den Gegenwert von 50.000 US$ pro Jahr). Yuan ist also gegenwärtig eigentlich US$. Wenn er frei konvertierbar wäre, hätte man eine weitere, dann interessante Leitwährung.

  6. Thomas said:

    Wow – mein Depot strahlt mich heute saftig grün an.

    1. 987239 (ZZ2)
    2. A1CYUS (UBS (Lux) Emerging Economies Fund – Global Short Term (CHF hedged) P-dist)
    3. A0RFFT (ISHARES JPMORGAN USD EMERGING MARKETS BOND FUND)

    Verkürzt gesagt: Über Anleihen, möglichst solche, die auch auf Währungen der Kreditnehmer lauten.

    Die Papiere sind etwas unterschiedlich zu sehen.
    1. ZZ2 wäre fast genau das, was Du suchst. Rückblickend hat der eine Performance – da legst Du die Ohren an. Mich stört an dem Fond die Geheimniskrämerei darüber, wie die Performance zustande kommt. Und Performance der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die Zukunft zu. Aber die in der Vergangenheit war gewaltig!
    2. Ein recht junger Fond. Er ist jedoch auch teuer, gemanaged, und gehedged. Das „CHF hedged“ war nicht der Grund, ihn zu erwerben. Ich kann ihn nur so kaufen. Die rückliegende Performance von ca. 40% p.a. in EUR geht aber hier natürlich in wesentlichen Teilen auf den rückliegenden Verlauf von EUR/CHF zurück. Ich rechne hier mit ca. 15-20% in CHF über längere Zeiträume, wie sich das in EUR rechnet, schau mer ma. In den Fond habe ich Vertrauen – im Gegensatz zu ZZ2.
    3. A0RFFT, die Billigversion als ETF. Kann man aber gut als Sparbuch verwenden. Der ETF schüttet monatlich aus. Ca. 6%, also ca. 10 Euro pro Monat bei einer Investition von 2000.

    Bei 2 und 3 kann man täglich nachlesen, was im Portofolio drin ist.

    • Lars said:

      Moin Thomas, vielen Dank für diese ausführliche Antwort. Ich werde mir das mal in Ruhe ansehen, auf den ersten Blick sind die Genannten sehr interessant.

  7. Thomas said:

    Hallo Lars, nochmal ich. Ich teile Deine Auffassung, dass sich selbst der kleine Mann auf der Straße in den USA über den Euro ärgert, Mickey Mouse currency ist da eine noch eher freundlich Äußerung.

    Gestern laß ich in der Washington Post, dass das amerkanische Ausenhandelsdefizit im Mai einen Rekord erzielt hätte, da die Ölimporte (und deren Preise) angestiegen seien. Ich konnt mir nicht verkneifen zu kommentieren: „Einfach zu lösendes Problem: Ölimporte runter, Handelsbilanz ausgeglichen. Warum hat denn die USA keinen Plan, erneuerbare Energien vermehrt zu entwickeln?“ Antwort: „Die USA ist ein Land, in dem Lobbies regieren“ :-).

    Zurück zum Euro: Wenn die Ölrechnung auf Euro lauten würde, wäre das amerkianische Defizit noch höher. Technisch wäre es in der Tat Jean Claude möglich, frische Euros zu drucken und damit Bonds von Europäischen Sorgenkinder vom Markt zu kaufen, QE2 auf Europäisch. Politisch scheint dies aber nicht gewollt zu sein. Ich vermute aber, dass es am Ende auf so etwas hinausläuft – Schulden weginflationieren. De facto sind die halt deutlich kleiner als die in US$ oder Yen lautenden… Mein Tip: Emerging Market Währungen.

    • Lars said:

      Sehr schön Thomas…das bringt mich zu der Frage an Dich. Sagen wir mal Du wärst davon überzeugt das Dein Geld im Euro langfristig nicht mehr sicher ist, der Dollar ist keine alternative und der Schweizer Franken bereits zu gut gelaufen. Sagen wir weiter Du gehst davon aus, dass insbesondere die Chinesen in den kommenden Jahren ihre Währung deutlich aufwerten müssen und man somit den drohenden weiteren Wertverfall des Euro über eine Investition in chinesische Währung gut abfedern kann. Als Goodie obendrauf gibt es noch eine Verzinsung von ca sieben Prozent! Konkrete Frage an Dich da ich glaube das Du den nötigen Weitblick dafür hast…wie würdest Du in so ein Thema investieren? Sagen wir mal auf Sicht von 5 bis 10 Jahren…

  8. Thomas said:

    Nein – im Augenblick kommen mir keine weiteren Aktien ins Depot. Wie schon gesagt, im wirklichen Leben spare ich jetzt auf 7 Teile ZZ2 (987239). Mit dem Tag gestern war ich sehr zufrieden, Autos liefen besser als der Gesamtmarkt.

    Deutsche Bank schätze ich so ähnlich ein wie du. Nur, die kann jetzt erst nochmal weiter runtergehen. Ne Italienische Bank ist auch nicht auf meinem Radar. Eine Alternative für mich, wenn ich mal ne Bank haben möchte, ist Santander.

    Heute Irland, morgen Belgien, übermorgen Spanien.

    Ich bins langsam leid. Die EZB sollte die ganzen Bonds vom Markt wegkaufen und in der Pfeife rauchen. Quantitative Easing auf Europäisch.

    • Lars said:

      Das sollte die EZB tun, vor allem sollten wir uns nicht von den Amis Erpressen lassen. Hätten die Politiker etwas mehr Eier (ausser Angela natürlich!) 🙂 wäre das alles nicht passiert!

  9. John Smith said:

    Hallo Lars,

    unsere sympathische Ratingagentur hat wieder ein Statement abgegeben. Also so langsam werde ich echt ungehalten über diesen Mist!!

    Es hatte ja so ausgesehen, als könnte man wieder Boden gut machen. Aber jetzt könnte alles wie ein Kartenhaus zusammenbrechen.

    Was glaubst du wie die Börsen heute darauf reagieren werden?

    Gruß

    • Lars said:

      Ja hab ich auch gerade gelesen…das Faszinierende ist eigentlich, dass jeder inzwischen kapiert hat, dass es den Amis und Briten offensichtlich um die Schwächung bzw. Zerstörung des Euroraumes geht. Das Ziel ist es das Gewicht der Leitwährungen Dollar und britisches Pfund zu erhalten und einen unliebsamen Konkurrenten auszuschalten. Für alle die es noch nicht gelesen haben: Moodys hat Irlands Bonität auf den Junk- also den Ramschstatus gesenkt. Der Euro hat das bis jetzt ganz gut weggesteckt, und das lässt mich hoffen dass nun allmählich ein gewisser Gewöhnungseffekt aufkommt. Irland ist relativ unbedeutend, ähnlich wie Portugal…

  10. Thomas said:

    Ich bin grad mal durchgegangen, wie die Welt heute so gelaufen ist. Die italienische Krise hat heute ganz speziell die italienische Wirtschaft beflügelt.

    FTSE MIB Index + 1,18%, im Wesentlichen haben Bankentitel profitiert.

    Echt gail 🙂

    Forza Italia!

    • Lars said:

      Tja verrückte Welt, so gesehen hättest Du wohl ein paar italienische Bankaktien neben Porsche in Dein Depot legen sollen 😉 Mal ehrlich und zu Deiner Frage, ich halte auch die Deutsche Bank für ein entsprechend konservatives Investment mit sehr guten Gewinnaussichten. Den Kursrutsch gestern habe ich genutzt…

  11. Thomas said:

    Hallo Deathproof, ich sehe das genauso wie Du. Ich hatte die Porsche gestern nicht gekauft, weil ich sie heute gewinnbringend wieder verkaufen wollte. Ich denke lediglich, dass Porsche noch eine Weile besser als der Gesamtmarkt laufen wird … sonst hätte ich gestern ein DAX-ETF gekauft.

  12. Martin said:

    lässt du uns an den Titel teil haben? 😉
    Bin gestern aus allem raus und jetzt wieder in Porsche eingestiegen. Die Unsicherheit überwiegt aber trotz allem noch ein wenig.

    • Lars said:

      sorry, ich muss mich mal auf mein Trading konzentrieren, Ergebnisse gibt es wenn ich fertig bin 😉

  13. John Smith said:

    Hallo Lars,

    was glaubst Du wann man wieder einsteigen kann? Ich würde jetzt vermuten, dass die 7080 hält und man eventuell dort den ein oder anderen Bestand aufbaut?

    Gruß

    • Lars said:

      Jetzt drehen alle wieder komplett durch, ich denke auch das sich der Markt wieder fängt…spätestens bei 7.000. Bin gerade dabei mir ein kleines Rebound Depot zu basteln…

  14. Deathproof said:

    Wenn ich ehrlich bin, juckt mich die Meldung nicht so wirklich, auch wenn es nicht so angenehm wirkt. Bin mit 47 in Porsche eingestiegen und warte eben langfristig ab. Bwin ist heute gut gelaufen und bin daher auch zuversichtlich und ich denke, dass man einfach Geduld dazu haben muss. Morgen könne evt. der Spieß umdrehen 😉

  15. Thomas said:

    Auch Senf hierzu:

    „mein Artikel vom Wochenend“

    Die waren doch prima. Metro ist konservativ, Porsche hat erwartet gute Absatzzahlen und beim DAX sind doch die Ampeln auf grün (nur die Frage, wann man einsteigt). Jetzt mal keine Asche auf dein Haupt!

    „…die Amerikaner ausgerechnet in einer Phase in der der DAX nach oben auszubrechen droht jeden mögliche Karte ausspielen um genau dies zu verhindern ist schon mehr als nur auffällig.“

    Dass die Amerikaner einen Ausbruch des DAX nach oben verhindern wollen, halte ich allerdings für ein Märchen. Evtl. die Chinesen, die VW oder SolarWorld billiger kaufen wollen?!

    „Glaskugel“: Du wirst lachen, aber ich bin von Sendungen begeistert, in denen Börsenastrologen die Zukunft des DAX, Gold etc. vorhersagen. Prognosen sind schwierig, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen. Meistens teile ich deren Marktmeinung (lustig!) duchaus. Und wenn man das durch den Stand von Jupiter zu Saturn erklärt bekommt, jetzt werde ich negativ, hört sich das genauso gut an wie eine Erklärung mittels Charttechnik.

    Du bist davon überzeugt, dass Charttechnik langfristig hilft. Ich glaube Dir dies auch. Ich selbst eher von fundamentaler Analyse – und Portofoliotheorie. Denke an Metro, war doch kurzfristig völlig richtig und wenn man tatsächlich in Metro einsteigen will, war doch heute gar kein so schlechter Tag. Bodenbildung, hoffen wir mal.

    • Lars said:

      Danke für die aufmunternden Worte 🙂 grundsätzlich lag ich ja für ein positives Szenario auch gar nicht so schlecht, was heute wieder passiert ist konnte man in der Form wohl auch nicht kommen sehen. Allerdings steht nun zu befürchten, dass es sich um eine Trendwende handeln könnte…mal schauen ob Alcoa die Märkte wieder etwas begeistern kann…

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