Derivatehandel – interessante Entwicklungen im Überblick

Der Derivatehandel ist auf dem Vormarsch und bewegt mit einem Jahresumsatz von 638 Billionen US-Dollar mehr Geld als die gesamte Wirtschaftsleistung der Welt. Auch immer mehr Privatanleger setzen auf verschiedene Formen von Derivaten, um ihr Anlageportfolio aufzuwerten. Im Folgenden sollen deshalb nun die wichtigsten Entwicklungen der letzten Zeit in Bezug auf den Derivatehandel etwas genauer skizziert werden.

Entwicklung der Finanzderivate

Abbildung 1: Wichtige Fakten zum Markt für Derivate, Quelle: Investorinside.de, Derivateverband

Zweikampf zwischen Deutscher Börse und LSE im Derivatehandel

Nachdem kürzlich bekannt wurde, dass die Betreiber der London Stock Exchange (LSE) mit der Plattform CurveGlobal eine große Handelsplattform für Derivate schaffen will, scheint es in diesem Segment wieder richtig interessant zu werden. Das Derivate-Joint-Venture soll demnach zu 32% (ca. 13 Milliarden Euro) von der London Stock Exchange Group (LSEG) getragen werden und weitere Partner beinhalten:

  • Barclays
  • Bank of America
  • Goldman Sachs
  • JP Morgan
  • Societe Generale
  • CBOE
  • Citi

In diesem Zusammenhang bleibt abzuwarten, inwieweit CurveGlobal der Tochter der Deutschen Börse EUREX und der Londoner Derivate-Plattform Liffe Konkurrenz machen kann. Die Deutsche Börse ist jedoch auch nicht untätig gewesen und plant für 2016 den Start eines Joint-Ventures mit der Chinesischen Zentralbank. Damit soll der Derivatehandel chinesischer Investoren angekurbelt werden und es dürften künftig zudem auch mehr chinesische Produkte als Zinsderivate zur Verfügung stehen.

CFDs werden immer beliebter – Derivate für Privatanleger

Entwicklung bei CFD Konten

Waren Derivate über lange Zeit hinweg vor allem institutionellen Anlegern vorbehalten, setzen Privatanleger nun vermehrt auf derivative Finanzinstrumente wie Differenzkontrakte (CFDs). Die Zahlen des deutschen CFD-Verbandes sprechen dabei eine deutliche Sprache und zeigen sehr eindeutig auf, wie sprunghaft der Handel mit CFDs angestiegen ist. Ein Wachstum des Handelsvolumens in Höhe von 30,8% allein im Jahr 2014 ist wirklich beachtlich. CFDs zeichnen sich dabei vor allem durch folgende Eigenschaften aus:

  • Oftmals ist nur ein geringes Startkapital erforderlich
  • Dank Hebelwirkung lassen sich hohe Renditen erzielen
  • Komfortable Online-Nutzung von CFD-Konten
  • Es lassen sich sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Kursen Gewinne erwirtschaften
  • Nutzung von Limits und Stopp-Orders zur Kontrolle

Dem stehen natürlich auch einige Nachteile gegenüber:

  • Die Hebelwirkung kann auch entsprechende Verluste stark erhöhen
  • Es besteht die Gefahr des „Ausstoppens“
  • Nicht unbedingt für Anfänger geeignet
  • Kenntnisse in der Chartanalyse sehr wichtig

Es bleibt abzuwarten, ob CFDs auch weiterhin an Beliebtheit gewinnen oder ob diese Trendwelle künftig wieder abebben wird. Aktuell dürfte jedoch feststehen, dass die Differenzkontrakte vor allem unter Privatanlegern zu den echten Stars gehören.

Binäre Optionen – es ist immer noch Vorsicht geboten

Auch binäre Optionen lassen sich im weiteren Sinne als Finanzderivate bezeichnen, da Anleger hier auf die Entwicklung eines Basiswertes wetten. Trotzdem wird auch immer wieder der Vergleich zu einem Glücksspiel gezogen. Dies liegt an der grundsätzlichen Konstruktion der Anlageform:

  • Der Anleger wettet lediglich auf die Richtung, die ein Basiswert in einem bestimmten Zeitrahmen einschlägt.
  • Ein Gewinn bringt sehr hohe Renditen (70-80%).
  • Eine falsche Wette sorgt für sehr hohe Verluste (80-100%).

Neben dem höchst spekulativen Ansatz sind jedoch nicht selten auch noch andere Probleme an der Tagesordnung. So wird immer wieder von unseriösen Brokern berichtet, die die maßgeblichen Kurse auf ihrer Plattform nur grob an den tatsächlichen Verlauf anpassen. Auch von unfairen Auszahlungsproblematiken ist dabei mitunter die Rede. Gerade deshalb ist es für interessierte Anleger sehr wichtig, durch einen Vergleich die Seriosität der jeweiligen Broker zu testen. Darüber hinaus sollte ein Broker vor allem folgende Leistungsmerkmale aufweisen:

Merkmal Beschreibung Wichtigkeit
Mindesteinlage Eine geringe Mindesteinlage ist vor allem für Anfänger sehr interessant. Normal sind hier Werte von 100-150 Euro. mittel
handelbare Werte Sind neben Indizes und Währungen auch Aktien und Rohstoffe handelbar? mittel
Rendite Die maximale Rendite spielt eine wichtige Rolle für die längerfristigen Erfolgschancen. Renditen über 90% sind dabei sehr interessant und fair. hoch
Nutzerfreundlichkeit intuitive Bedienung, Realtime-Kurse, keine zeitlichen „Lags“, echte Kurse sehr hoch
Demokonto Anfänger können das Traden ohne richtige Einsätze zunächst austesten. mittel

Tabelle 1: Wichtige Merkmale von Binäre Optionen Brokern

Wer einen fairen Broker für binäre Optionen findet, kann auch als Anfänger mitunter interessante Renditen erwirtschaften. Die einfache Struktur dieser Optionen ist für jeden Anleger schnell zugänglich und kann somit einen Trading-Einstieg erleichtern. Trotzdem ist aufgrund des hohen Verlustrisiko Vorsicht geboten, um nicht wie viele andere Trader enttäuscht und mit hohen Verlusten wieder aussteigen zu müssen.

Fazit

Derivate sind nicht mehr allein nur für institutionelle Anleger interessant. Mit der Möglichkeit des FOREX-Handels, der CFDs und der binären Optionen werden heute auch Privatanlegern komfortable Möglichkeiten geboten. Durch Online-Broker lassen sich die Trades zudem bequem von zu Hause aus erledigen. Trotzdem werden viele andere Derivate (z.B. Zinsderivate) nach wie vor hauptsächlich von Fonds gehandelt. Diesbezüglich dürfte es sehr spannend werden, wie sich die Expansionspläne der Deutschen Börse und der LSE Group letztlich auf den Markt auswirken. Der Derivatehandel ist also in rasanter Bewegung und dürfte auch in naher Zukunft noch die eine oder andere Veränderung mit sich bringen.

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