Das Gazprom Problem

Gazprom – Eigentlich ein gutes Unternehmen in einem guten Markt mit einer hervorragenden Positionierung. Aber Gazprom hat vielschichtige und in erster Linie politische Probleme die den Plan einmal das größte Unternehmen dieser Welt zu werden wohl noch eine ganze Zeit lang vereiteln werden. Der größte Gasförderer dieser Erde mit knapp einem Viertel Marktanteil begibt sich meistens durch die unnachgiebige Politik der russischen Regierung immer wieder in schwere Fahrwasser.

Gazprom drehte nach dem Scheitern der Gaspreisverhandlungen mit dem Kiewer Versorger Naftogaz Ukrainy dem Nachbarland zum zweiten Mal nach 2006 den Gashahn runter. Kurz darauf stellte Gazprom die Transitlieferungen ganz ein mit der Behauptung, die Ukraine stehle das Gas. Im Ergebnis bekamen vor allem osteuropäische Kunden wie Bulgarien, Serbien und die Slowakei tagelang kein russisches Erdgas mehr.

Dies drückt deutlich auf die Gewinne des Unternehmens, und nicht nur das. Immer mehr europäische Staaten sehen sich derzeit nach alternativen Bezugsquellen um um die Abhängigkeit von diesem politisch instabilen Partner zu minimieren. Dies kann langfristig auch deutliche Folgen auf die künftigen Absatzmärktevon Gazprom haben was wiederum noch zusätzlich auf die Margen drücken dürfte. Den Großteil seiner Gewinne erwirtschaftet das Unternehmen im Ausland, da die Preise für Gas bei inländischen Lieferungen deutlich unter dem westlichen Niveau liegen.

Zudem wäre ist die Wahrscheinlichkeit das Schadensersatzklagen wegen Nichteinhaltung der Liefervereinbarungen nun auf Gazprom zukommen werden. Gazprom, das laut Experten-Berechnungen durch die Lieferkrise selbst 1,5 bis 1,8 Mrd. Dollar Umsatz eingebüßt hat, dürfte schon bald die volle Wucht dieser Entwicklungen zu spüren bekommen.  Versorgungssicherheit und Zuverlässigkeit sind bislang die höchsten Güter des mit 55 Mrd. Dollar am höchsten verschuldeten russischen Unternehmens. Doch jetzt ist die Refinanzierung von in diesem Jahr auslaufenden Krediten angesichts der globalen Finanzmarktkrise selbst für einen jahrelang so solventen Schuldner wie Gazprom nicht unproblematisch.

Auch wenn ich das Unternehmen grundsätzlich und langfristig für sehr interessant halte scheint sich also bis zur Klärung der Auswirkungen und politischen Stabilisierung erstmal kein Kauf aufzudrängen.

Kommentar verfassen

Top