Conti bald wieder solo?

Die Nachrichtenlage um eine mögliche Aufspaltung von Schaeffler Conti verdichten sich immer mehr. Für die Familie Schaeffler dürfte dies wohl dann ein sehr trauriges Ereignis sein und Ihnen maximal 10 Prozent des bis dato ein familiengeführten Unternehmen verbleiben. Das Milliardenvermögen könnte sich somit auf „nur noch“ einige hundert Millionen reduzieren und der Gesichtsverlust wäre enorm. Nun man muss wohl nur bedingt Mitleid empfinden, zumal wenn man Continental Aktionär ist. Die undurchdachte Übernahme der Continental AG hat das an Sich hochprofitable Unternehmen in extreme Schwierigkeiten gebracht und die verbleibenden Aktionäre eine Menge Geld gekostet. Da ist es aus Aktionärssicht wohl verständlich das der Verursacher nun auch bluten muss.

Die Übernahme von Conti kann Schaeffler nicht ungeschehen machen. Richtig ist aber, dass die Familie de facto die Kontrolle über Conti wieder verlieren wird. Juristisch dürfte es sehr schwierig sein, den Conti-Kauf rückgängig zu machen. Tatsache ist aber, dass die sechs Gläubigerbanken von Schaeffler sich Conti- und Schaeffler-Anteile als Sicherheiten für ihre Kredite haben gewähren lassen. Weil Schaeffler die Kredite wohl schon bald nicht mehr bedienen können wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Banken auf ihre Sicherheiten zugreifen.

Für die Conti Aktie dürfte dies auch wenn zwischenzeitlich die Anteile noch einem durch eine Kapitalerhöhung verwässert würden einen echten Befreiungsschlag aus dem Kredit-Würgegriff. Zudem plant die Continental AG derzeit ein Entschuldungsprogramm und will sich von weniger profitablen Geschäftszweigen trennen, was sich langfristig deutlich positiv auf die Ergebnisse auswirken sollte. Die Conti Aktie kann heute bereits gegen den schwachen Trend um sieben Prozent zulegen, und das dürfte erst der Anfang einer langen Erholung sein wenn es denn wirklich zu einer Aufspaltung kommen wird.

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