Commerzbank und UBS belasten Bankensektor

Die Erholung der Aktienkurse war der Haupttreiber für den gestern Ausgewiesenen Gewinn. Dabei halfen besonders die eigentlich als toxisch eingestuften Wertpapiere der Commerzbank wieder in die schwarzen Zahlen. Ob das die Anlegerherzen wirklich beruhigen sollte? Das operative Ergebnis betrug 120 Millionen Euro. Analysten zeigten sich überrascht. Sie hatten mit einem operativen Minus von 94 Millionen Euro gerechnet. Unterm Strich sieht die Bilaz der Commerzbank aber dann alles andere als gut aus. Inklusive aller Sondereffekte kam die Commerzbank auf einen Nettoverlust von 1,05 Milliarden Euro. Das sind 309 Millionen Euro mehr als von Experten prognostiziert worden waren. Ohne die Rallye an den Aktienmärkten würde dieses Ergebnis wohl noch um einiges schlecher ausfallen.

Zwar versucht man die Schuld derzeit auf die teure Integration der Dresdner Bank zu schieben, der wahre Grund dürft doch aber woanders zu finden sein. Abschreibungen auf den Unternehmenswert der Tochter Eurohypo. Der Immobilienfinanzierer, der in den nächsten fünf Jahren verkauft werden muss, leidet wegen der Immobilienkrise unter Kreditausfällen und Wertberichtigungen. Mit insgesamt 900 Millionen Euro bezifferte das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut die Belastung der Bilanz durch die Integration der Dresdner. Insgesamt soll die Zusammenlegung beider Banken nochmal weiter 1,1 Milliarden Euro kosten. Beim Ausblick zeigte sich die Führungsriege der Commerzbank ebenfalls etwas bedeckt. Man werde dieses Jahr rote Zahlen schreiben und erst im Jahr 2011 wieder profitabel arbeiten hieß es.

Die Schweizer Großbank UBS hingegen kommt gerade wegen hoher Abschreibungen im Investmentbanking, anders als viele Konkurrenten nicht aus den roten Zahlen. Zwischen Juli und September häufte die Bank erneut ein Minus von einer halben Milliarde Franken an. Das operative Geschäft hat sich zwar etwas verbessert, nach vier Verlustquartalen in Folge bleibt UBS-Chef Oswald Grübel aber vorsichtig. Nach wie vor ziehen die Kunden der Schweizer Großbank massenhaft ihre Gelder ab. Wie ich bereits damals geschrieben hatte war die Herausgabe der Kundendaten, auch wenn es letztendlich nur ein paar waren, fast schon tödlich für das schweizer Bankhaus. Vielleicht hätte man sich eher noch aus dem US Geschäft zurückziehen sollen. der daraus resultierende Schaden kann sich noch jahrelang in den Bilanzen niederschlagen. Die Aktie, die sich zuletzt bereits deutlich schlechter entwickelte als der Branchenindex, gab vorbörslich deutlich nach.

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