Steinbrück will Börsenumsatzsteuer

Händeringend sucht die Bundesregierung nach neuen Einnahmequellen. Nun kam von der SPD mal wieder ein geistreicher Vorschlag. Zu den satten 25 Prozent Abgeltungssteuer möchte man gleich noch einmal eine Börsenumsatzsteuer erheben um dem Staat nochmal Zusatzeinnahmen von bis zu 35 Milliarden Euro zu bescheren. Super Vorschlag SPD! Um jegliche aufkleimende Entwicklung einer eh schon stark gebeutelten Aktienkultur in Deutschland im Keime zu ersticken sicherlich ein probates Mittel.

Die Förderung der Aktienkultur wäre gerade in Zeiten wie diesen so wichtig wie nie. Wir alle wissen das der Rentenanspruch bei Erreichen des dafür notwendigen Alters schon heute bei weitem nicht mehr zum wirklichen leben reicht. Auch Riester und Rürup Vergleich werden daran nicht wirklich etwas ändern können. Wenn man jetzt noch eine grobe Schätzung der Geldentwertung durch die aktuelle Kreditkrise mit in seine Überlegungen einbezieht nachdem wir ja gerade mal halbwegs die Wiedervereinigung und vor allem den Euro verdaut haben, dem dürfte etwas mulmig werden.

Um so wichtiger ist es den privaten Verögensaufbau in Deutschland zu fördern wenn unser Staat die nächsten 30 Jahre nicht mit den Thema Altersarmut verbringen will. Die Denkweise der SPD ist meiner Meinung nach wiedermal extrem kurzsichtig und lediglich zum stopfen der aktuellen Löcher geeignet. Eine echte Zukunftsperspektive bietet diese allerdings nicht. Im Übrigen bin ich der Meinung, oder zumindest der festen Hoffnung das auch aus den genannten Gründen die Abgeltungssteuer wieder abgeschafft oder zumindest deutlich reduziert werden wird. Als Alternative zu Abgeltungssteuer halte ich die Börsenumsatzsteuer nicht nur aus Anlegersicht für sehr attraktiv aber bitte nicht noch oben drauf!!!

4 Comments

  1. LaOla said:

    Was für eine widerliche Fratze die SPD da mal wieder zeigt:

    Spontanreaktion von 95% der Deutschen zum Thema Börsenumsatzsteuer:

    Betrifft mich ja nicht…

    Toll !!! Also führen wir eine Steuer ein, die 30 Mrd. bringt und die bei 95% der Deutschen keinen Widerstand erwarten lässt !

    Nun, wäre ja alles halb so wild, wenn es eine wirtschaftskompetente Gegenkraft im Land gäbe. Aber nein, die FDP rutscht von ihren 17-18 % schon wieder auf 15% ab, und die CDU hat wortwörtlich verlauten lassen, dass sie Angst vor dem Thema Börsenumsatzsteuer hat, weil man schon wieder die Hosen voll hat und Angst hat, die Wähler könnten, Symphatie für diese Steuer tragend, den Sozis in die Arme laufen. Also wurschtelt man rum und schiebt das ganze auf die EU, und dort findet die Steuer dann abenso Symphatie, weil ja eh alle Länder pleite sind…

    Was deutlich wird:

    Die Finanzkrise und in ihrer Folge die Wirtschaftskrise ist das eine. Bislang glaubte ich, dass es irgendwann wieder aufwärts geht.

    Mittlerweile zeichnet sich für mich ein Szenario eines künftigen Jahrzehnts ab, dass von muffiger, rückwärtsgewandter linker Politik geprägt ist und damit die 70er Jahre wieder aufleben lässt. Hohe Zinsen, Hohe Staatsverschuldung, unternehmensfeindliche Gesetzgebung, überbordende Bürokratie,…

    Jeder weiss, wie sich da die Börsen entwickelten….

  2. Lars said:

    Erstmal vielen Dank für den ausführlichen und durchaus kritischen Kommentar! Natürlich stimme ich Ihnen zu das es in diesen Zeiten nicht ratsam ist sein Geld irgendwo unbeobachtet zu parken, aber auch bei sonstigen Anlagen in gemanagte Investmentfonds und auch Lebensversicherungen etc. wird ein Großteil des Kapitals in Aktien angelegt. Und auch hier schmälert eine Steuer, egal welcher Natur die Rendite langfristig erheblich.

    Grundsätzlich ist also eine Steuer auf Kapitalerträge und damit auf bereits mindestens einmal versteuertes Geld sowieso höchst fragwürdig. Im Gegenzug wird der Staat in 20 bis 30 Jahren wohl nicht in der Lage sein sein Bürger über das Sozialsystem in der heutigen Form anständig zu versorgen, bzw. gegen die drohende Altersarmut abzusichern.

    Es besteht also für die meisten Menschen in unserer Republik ein großes Ungleichgewicht zwischen den gezahlten Steuern und dem was man später mal an Rente dafür beziehen darf. Um so verwerflicher finde ich eine Doppelbesteuerung dieser Erträge.

    Mit der persönlichen Einkommensteuer eines jeden hat das erst einmal nicht viel zu tun. Sicherlich sind hier Menschen die an der unteren Einkommensgrenze liegen theoretisch leicht im Vorteil, aber meistens sind das nicht die menschen die aktiv mit Aktien handeln…

  3. John said:

    Blöde Frage, aber es konnte mir noch keiner Sagen: Ich zahle etwa 40% Einkommenssteuer und habe höchstens die Hälfte meiner Aktien für mehr als ein Jahr im Depot (nicht zuletzt die Bankenkrise zeigt deutlich das nicht aktiv gemanagte Investments auf 10 Jahre ein Verlustgeschäft sind, Kleinanleger hin oder her):

    warum ist die Abgeltungssteuer schlecht? Ich zahle 15% weniger Steuern auf meine Einkünfte aus Kapital, oder?

    So wie die Summen Ihrer Musterdepots aussehen profitieren Sie doch auch von diesem Effekt?

    Ich verstehe natürlich, dass steuerfrei nach einem Jahr besser ist als 26,x% nach einem Jahr, aber ich würde behaupten, dass es sich in der Summe ausgleicht. Nicht zuletzt gibt Wikipedia an, dass das Steueraufkommen in DE durch die Abgeltungssteuer um ca. 1,295 Mrd. EUR sinkt, damit wird die Abgeltungssteuer insgesamt zu einer Steuersenkung.

    Also vielleicht verstehe ich es nur nicht.

    Es gibt übrigens wenige historische Beispiele für eine Steuer die binnen weniger Jahre eingeführt und wieder abgeschafft wurde. Ich würde mich darauf also nicht verlassen :-).

    Vielleicht sprechen Sie aber mit Ihrer AS-Kritik nicht für sich, sondern für Kleinanleger mit geringeren Steuersätzen als 25%, oder Anleger die lediglich in gemanagte Fonds mit langen Haltedauern investieren und durch die AS jetzt Nachteile erleiden:

    Dem würde ich entgegnen, dass durch die Kreditblase in den USA genug Kapital vernichtet wurde um die Gesamtkapitalisierung des Markts auf den Stand von 1994 zu drücken (sagt Prof. Roubini), d.h. die Behauptung das man Aktien nur „lang genug“ behalten muss um „für die Rente“ einen Gewinn zu erzielen, ist aus dieser Perspektive purer Blödsinn (den Ihre Bank aber gerne Ihrer Mutter erzählt). Ein nicht aktiv beobachtetes und gemanagtes Investment ist ein Geldversenkprojekt. Eine „Rundumsorglosrente“ am Kapitalmarkt gibt es nicht.

    Würden Sie dem nicht zustimmen?

  4. Anonymous said:

    Hi Lars
    ist mal wieder ein super Beitrag von Dir. ich glaube das die Herrn in Berlin gar nicht wollen das so Leute wie wir überhaupt noch Geld verdienen können. Es wird immer schwerer an den Börsen und mit unserem System Abgeltungsteuer und vielleicht Börsenumsatzsteuer wird es noch schlimmer…..ich denke das es besser sein wird wenn wir vom Ausland aus traden….Fluchtgeld ist wahrscheinlich die einzige Lösung!!!! Bis bald machs gut, ich wünsche dir noch eine erfolgreiche woche.

    Gruß

    Jürgen

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