Achten Sie auf den Dollar

Nachdem die Indizes in den letzten Wochen wieder kräftig zulegen konnten kam es gestern zu Gewinnmitnahmen. Dabei ist auch der Dax an die Unterstützunglinie von 5700 Punkten zurückgefallen. Ebenso wie der S&P 500 der die 1.100 Punkte Marke nicht halten konnte ist der deutsche Leitindex damit aber unterhalb der so wichtigen 5750 Punkte gelandet, und dies ist zumindest ein Niveau auf dem grundsätzlich eine Fortführung des Aufwärtstrends möglich, aber nicht unbedingt wahrscheinlich ist. Die warnenden Zeichen mehren sich wieder, das der Anstieg seit März diesen Jahres vielleicht doch etwas zu schnell gegangen sein könnte. Persönlich bin ich etwas hin und her gerissen in dieser späten Börsenphase des Jahres 2009. Gedanklich bin ich sowieso bereits im Jahr 2010 und schreibe gerade die Jahresprognose für das kommende Jahr.

An einen erneuten Absturz der Börsen mag inzwischen wohl fast keiner mehr glauben. Die jüngsten Analysen von Moody´s lassen aber aufhorchen, und nicht nur das. Die Arbeitslosigkeit in den USA stagniert auf hohem Niveau, und eine Besserung ist erstmal nicht in Sicht. Demzufolge ist die Konsumneigung der privaten Haushalte auch weiterhin extrem niedrig, aber das wissen wir ja schon. Die Banken konnten teilweise nur mit Hilfe staatlicher Stützungsmaßnahmen überhaupt überleben und die Gewinne die nun so stolz präsentiert wurden stammen überwiegend aus Spekulationsgewinnen durch die wieder steigenden Börsen. Was wäre eigentlich passiert wenn die Börsen im letzten halben Jahr nicht gestiegen wären? Eigentlich im Nachhinein eine sinnlose Frage, aber dennoch interessant mal darüber nachzudenken.

Historische Vergleich mit anderen Krisen helfen bei einer objektiven Einschätzung der Situation auch nur noch bedingt. Während also einige Börsenpropheten immer wieder auf die charttechnischen Parallelen der letzten Krise in den Jahren 2000 bis 2003 verweisen, gibt es andere die davor warnen sich allzu sehr auf historische vergleiche einzulassen, weil jede Krise ihre eigenen Charakteristika hat. Jede Krise hat einen anderen Auslöser gehabt. Uns so klingt es auch etwas komisch wenn man die Ölkrise oder die Dot-Com Blase mit der größten Fehlspekulation aller weltweiten Banken vergleichen will. Sicherlich gibt es gewisse Zyklen an der Börse die immer wiederkehren, aber bestimmt keine festen Regeln!

Die Parallelen zu den letzten Krisen sind aber trotzdem nicht von der Hand zu weisen. Zumindest was die Phase der ersten Erholung nach einem Ausverkauf anbelangt. Danach sind allerdings dann in den historischen Krisenverläufen doch einige Unterschiede zu erkennen, und das gerade beim nun folgende weiteren Verlauf. Ich könnte mir gut vorstellen das die Indizes noch eine ganze Weile mit den jetzigen Niveaus beschäftigt sein werden. Die US Berichtssaison neigt sich dem Ende zu und es fehlt an neuen Impulsen. In jeden Falle befinden wir uns immer noch an einem ganz entscheidenden Punkt, sozusagen die Vorlage für das Börsenjahr 2010. Der einzige verlässliche Indikator für die künftige Entwicklung scheint mir derzeit der Greenback zu sein. Deshalb achten Sie weiter auf den Dollar! Wenn die US Währung stärker wird fallen die Märkte – und umgekehrt!

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