Wunschanalyse Softbank Corp. – Vom „Internet Investor“ zum Telekomkonzern

Herzlich Willkommen zur Wunschanalyse von Sharewise in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker.de Börsenbrief (www.heibel-ticker.de) und Rainer Hahn von EMFIS.com. Für die Chartanalyse haben wir Christian Kämmerer (www.TA4YOU.com) um seine Meinung gebeten. Unsere Mitglieder haben sich diese Woche eine Analyse der japanischen Softbank Corp. gewünscht.

Softbank Corp. laut Sharewise.com:

Prognositiertes Kursziel kaufen halten verkaufen
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Softbank Corp. (WKN 891 624, ISIN JP3436100006)


Firmenlogo Softbank Corp.

Die japanische Softbank hat sich seit ihrer Gründung von einer ehemals reinen Beteiligungsgesellschaft zu einem Telekommunikationskonzern gewandelt. Bekannt wurde Softbank im Zeitalter der „New Economy“. Als Großinvestor beim US-amerikanischen Internetportal Yahoo! wurde Softbank damals weltweit bekannt. Das Umsatzvolumen lag bei Softbank Ende der 90er Jahre sogar höher als bei den alt eingesessenen Keiretsu.

1.) KURZPROFIL

Mit der Übernahme des japanischen Ablegers der britischen Vodafone Group, Vodafone KK sowie der Übernahme der Japan Telecom Festnetzsparte gab Softbank den Startschuss zur Umwandlung zu einem Telekommunikationskonzern. Heute ist Softbank nach NTT (mit NTT DoCoMo) und KDDI Corp. Japans drittgrößter Mobilfunkanbieter. Softbank bietet heute Mobilfunkdienstleistungen, Festnetz und Breitbandinternetzugänge an und ist im Internet mit eigenen B2B-Lösungen sowie als großer Datenanbieter aktiv. Somit ist Softbank ein vollständiger Telekom-Technologieonzern.


Softbank Gründer & CEO, Masayoshi Son

2.) GESCHÄFTSMODELL & GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Softbank konzentriert sich seit Beginn der Telekommunikationsgeschäfte auf gebündelte Angebote im Niedrigpreissegment und entfachte dabei in Japan einen regelrechten Preiskrieg. Mit Flatrates, die teilweise alle Telekommunikationsbereiche beinhalten, ging und geht Softbank auf Kundenfang. Seit mehreren Jahren erzielt Softbank Dank dieser Strategie mehr Neukunden als seine Mitbewerber.

Softbank stützt sich dabei auf mehrere Säulen, die sich ausgezeichnet ergänzen und zwar:

Telekommunikation

Der Mobilfunksektor macht rund 47% des operativen Gewinns und 58% des Konzernergebnisses aus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 31. März 2009 endete, betrug der Umsatz 1,562 Bio. Yen und der operative Gewinn 171 Mrd. Yen. Die Neukundenzahl ist erneut im Konkurrenzvergleich stark um über zwei Millionen auf jetzt 20,6 Millionen gestiegen. Das sind 11% mehr als im Vorjahr. Rund 90% der Mobilfunkkunden nutzen den mobilen 3G Standard.

Erzielt wurde das positive Ergebnis durch „Cross Selling“ und vor allem durch die strategische Partnerschaft mit Apple. Softbank hat den Exklusivvertrieb des Apple iPhone in Japan erhalten und konnte so neue Kunden akquirieren.

Breitband-Internet

Im Breitband-Internetgeschäft konnte Softbank (mit der Tochter Softbank BB) seinen Gewinn um 19% auf 47 Mrd. Yen steigern. Der Umsatz ging hingegen um 8,9% leicht auf 235 Mrd. Yen zurück. Hier setzt man weiterhin in erster Linie auf die Beteiligung an Yahoo Japan und darauf dadurch neue Kunden akquirieren zu können.

Festnetz

Im Festnetzgeschäft wurde konsoldiert und somit wurde ein satter Gewinnanstieg von 467% auf 18,9 Mrd. Yen erzielt. Der Umsatz ging jedoch leicht um 1,9% auf 363 Mrd. Yen zurück. Im Festnetzgeschäft setzt man auf die Synergien, die man aus dem Mobilfunkgeschäft sowie der Internet-Breitband-Connection ziehen kann.

Internet

Der operative Gewinn ist um 8,6% auf 125 Mrd. Yen gestiegen. Der Umsatz ging hingegen um 2,7% auf 254 Mrd. Yen zurück. Das Hauptgeschäft liegt bei Yahoo Japan. Die Werbeeinnahmen haben sich positiv entwickelt. So ist die mobile Internetwerbung um 170% gewachsen. Der eCommerce Bereich ist um 46,9% auf 4,6 Mrd. Yen gewachsen.

Gesamt

Insgesamt verbuchte Softbank einen Umsatzrückgang von 3,7% auf 2,673 Billionen Yen sowie einen Rückgang des Nettogewinns von 60,3% auf 43 Mrd. Yen. Der operative Gewinn ist im Vorjahresvergleich um 10,7% auf 359 Mrd. Yen gefallen. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Softbank eine Steigerung des operativen Gewinns um rund 17% auf 420 Mrd. Yen.


Hauptsitz von Softbank in Japan, Außenansicht und Innenansicht

3.) CHARTTECHNISCHE ANALYSE

Die Chartanalyse wird in Zusammenarbeit mit Christian Kämmerer, Technischer Analyst, erstellt (www.TA4YOU.com):

Softbank Corp. – gelingt der Ausbruch?

Einleitung:
Wie aus den letzten Analysen bekannt, möchte ich auch heute wieder mit einem so genannten „Big Picture“ starten. Im Fall der heutigen Softbank Corp. nutze ich dafür den 10-Jahres-Chart in Euro (Börse Frankfurt), um so mögliche Unterstützungs- und Widerstandszonen definieren zu können. Dem 10-Jahres-Chart folgend, ergänze ich die Analyse um einem 1-Jahres-Chart (ausnahmsweise Linienchart), um so Ableitungen zur zukünftigen Entwicklung anhand möglicher Szenarien zu skizzieren. Hintergrund der Szenarien ist die Tatsache, dass die Technische Analyse nicht statisch ist und es sich zudem um eine Momentaufnahme der Aktie handelt. Im Grunde müsste jedes Verhalten der Aktie fortlaufend kommentiert und analysiert werden. Um dies zu vermeiden gebe ich dem Chart selbst die Chance sich zu entwickeln und folglich entsprechende Szenarien abzuarbeiten.
Softbank Corp. Chart, 10 Jahre

(Quelle: Der dargestellte Chart wurde mit TradeSignal -Webedition- erstellt.)

Zum 10-Jahres-Chart:
Mit einer Performance von knapp 3.400% innerhalb von noch nicht einmal einem Jahr glänzte die japanische Softbank Corp. – ähnlich wie zahlreiche andere Internethighflyer des alten Jahrtausends – während der damaligen Dotcom-Blase! Wohl dem, der dabei war und rechtzeitig die Gewinne realisierte. Denn das (böse) Erwachen folgte auf dem Fuß und wenn überrascht es hierbei noch, dass vom Kurshoch des Jahres 2000 im Bereich von rund 280 Euro ein jäher Absturz von sage und schreibe mehr als 99% erfolgte? Das Allzeittief wurde im Weiteren im November des Jahres 2003 um 2,30 Euro markiert. Diesem Tief folgend erholte sich die Softbank Corp. zügig, um anschießend in eine noch immer andauernde Seitwärts-/Abwärtsbewegung überzugehen. Aktuell befindet sich die Aktie in unmittelbarer Nähe des Widerstandsbereichs um 14,30 Euro. Gelingt hierbei ein Ausbruch, würde dies grundsätzlich der Aktie weiteren Auftrieb liefern können – doch wie stehen die Chancen für einen solchen Bewegungsmove und welches Potential würde sich die Aktie damit erschliessen?
Softbank, Chart, 1 Jahr

(Quelle: Der dargestellte Chart wurde mit TradeSignal -Webedition- erstellt.)

Zum 1-Jahres-Chart:
Heute ausnahmsweise mal per Linienchart, da aufgrund der geringen Umsätze die Candlestick-Technik hierbei keine nützliche Anwendung findet. Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt bei schwachen: 55/45. Hintergrund ist die Frage, ob die Aktie aus langfristiger Betrachtung überhaupt jemals wieder in die Nähe des dreistelligen Kursbereichs vorstoßen kann. In diesem Zusammenhang erscheint selbst bei einem Ausbruch über den Widerstandsbereich um 14,30 Euro das weitere Aufwärtspotenzial beschränkt. Ein mittelfristiger Anstieg bis rund 25 Euro erscheint zwar ohne weiteres möglich. Ob jedoch die Kraft bzw. die Dynamik der Aktie nachhaltige Kurse oberhalb von 40 Euro erzeugen kann – muss aus heutiger Betrachtung stark bezweifelt werden. Vielmehr erscheint bestenfalls ein zäher Fortbestand der bereits mehrjährigen Seitwärtsbewegung zwischen ca. 7 Euro auf der Unterseite, bis auf etwa 25 Euro auf der Oberseite, denkbar. Im Falle eines stärkeren Rückschlages mit Kursen unterhalb von 7 Euro wären möglicherweise gar wieder die Tiefstkurse der Vergangenheit im Bereich des Möglichen. Das erste Ziel vor dem Allzeittief wäre dann der Bereich um 3,20 Euro.

Soweit die Charttechnik von Christian Kämmerer, Technischer Analyst (www.TA4YOU.com).

4.) AKTUELLER STAND, USP & ZUKÜNFTIGE GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Softbank zeichnet sich durch seinem guten Spürsinn aus. Die Investition in das US-Internetportal Yahoo machte Softbank reich. Heute, als Telekommunikationskonzern, hat sich Softbank die Exklusivrechte für den Vertrieb von Apples iPhone in Japan gesichert. Der Exklusivvertrieb hat dem Mobilfunkanbieter weiteres Neukundenwachstum beschert. Und jetzt, kurz nach der jüngsten Verkündung des neuen Apple iPhones, könnte sich die Erfolgsstory fortsetzen. Nicht nur für Apple macht sich das „Trend-Handy“ bezahlt. Auch für Exklusivpartner lohnt sich das Geschäft, da man so Neukunden anwirbt. Ab 26. Juli 2009 soll Nachfolgeprodukt von Apple ebenfalls über Softbank in Japan vertrieben werden. Das aktuelle iPhone soll dann mit Hilfe einer Preissenkung zusätzliche Käufer finden.

Softbank konzentriert sich Kundenwachstum, Synergieeffekte und will es dem Kunden einfach machen. Das sind die Grundvoraussetzungen für Wachstum und Erfolg. Dennoch operiert Softbank inmitten einer hoch rezessiven Volkswirtschaft. Selbst wenn Japan nach wie vor die weltweit zweitgrößte Volkwirtschaft ist, gehen die Ausgaben zurück. Die Arbeitslosenquote ist auf den höchsten Stand seit 5 Jahren (nämlich auf 5%) gestiegen. Die Privat- und Unternehmensausgaben sind rückläufig. Für Softbank ist diese Entwicklung ein gespaltenes Zeichen. Als Billig- und Flatrateanbieter könnte dadurch das Neukundenwachstum zunehmen. Andererseits aber könnten auch die Margen in Gefahr sein.

5.) FINANZSITUATUIN & FAZIT

Softbank ist in seinem Bereich (Telekommunikation & Internet) ausgezeichnet aufgestellt. Die Expansion innerhalb Asiens, die man unserer Meinung nach in der heutigen Asien-Hausse erwarten kann, ist jedoch bisher ausgeblieben. Japan steckt in einer Rezession und es ist fraglich, wann sich Japans Binnenmarkt wieder erholen wird. Pro und Contra des Allround- und Billiganbieter abzuwägen ist für jeden Analysten eine große Herausforderung. Wir glauben aber, dass die aktuelle Bewertung mit einem KGV (aktuell) von 46 nicht attraktiv ist, da die Wachstumsraten zu gering sind. Und selbst bei einem Gewinnanstieg von 10% würde es immer noch ein KGV 2010e über 40 bedeuten. Wir von EMFIS.com vermissen die internationale Expansion in den asiatischen Emerging Markets. Deshalb halten wir das Unternehmen zwar für äußerst spannend und im japanischen Inlandsmarkt als innovative Kraft. Aber die japanischen Konjunkturaussichten sprechen gegen eine überraschend positive Entwicklung. Deshalb sehen wir zum aktuellen Zeitpunkt die Softbank-Aktie eher als Short-Engagement.

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Über den Autor

EMFIS.com ist Deutschlands führender Anbieter von Börseninformationen zu den Emerging Markets und Asien. Die EMFIS-Experten sind dabei für verschiedene Investmentbanken beratend tätig und zudem aufgrund ihrer langjährigen Asien-Erfahrung auch häufig gefragte Interviewpartner in TV- und Printmedien. Das bereits im Jahr 2000 gegründete Unternehmen betreibt die Finanzplattformen www.EMFIS.com und www.Rohstoffe-go.de.

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